Keiner klatscht: Wo bleibt der Spaß?

ADFC-Radltraining für Berg am Laimer Kabarettisten Christian Springer

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Hose hoch, rote Socken raus und letzte Tipps von ADFC-Experte Lothar Röth für Radlanfänger Christian Springer.

Respekt: Christian Springer kam zu seinem Sicherheitstraining mit dem Allgemeinen Deutschen-Fahrrad-Club (ADFC) München gleich mit dem Rad zum Übungsgelände an der Floßlände — allerdings im Kofferraum des Taxis verstaut.

Aus gutem Grund: „Ich hab‘ Angst! Seit ich zwölf bin, saß ich nicht mehr auf einem Drahtesel. Die Münchner Radl-Rambos haben mir meine Lust gründlich verdorben.“ Nicht ohne Grund hat der Berg am Laimer Kabarettist die „Zweirad-Idioten“ in einem Brandbrief an die Medien erst kürzlich in Grund und Boden geschrieben. Das konnte der ADFC nicht auf sich sitzen lassen und lud den Anti-Radler prompt zu einem persönlichen Sicherheitstraining mit Vorstand Andreas Groh und dem Leiter der Radfahrschule für Erwachsene, Lothar Röth, ein. Radfahren in München ist schließlich halb so wild. „85 Prozent aller Unfälle passieren mit dem PKW oder LKW. Wer vorsichtig radelt, ist also auf der sicheren Seite“, erklärt Andreas Groh.

So wagte sich der Anti-Radler nach einem kurzen Warming-up ganz vorsichtig auf den selbst gebauten Hindernisparcours — mit mäßigem Erfolg. Gerade der Slalom in der Mitte des Parcours brachte den Bühnenprofi immer wieder ins Schleudern. An Springer selbst lag‘s aber natürlich nicht: „Das Rad ist schuld!“ Zu allem Übel wollte sich auch der Spaß nicht so recht entstellen. „Ich bin völlig verschwitzt, mehr als nach zwei Stunden Bühne. Und keiner hat geklatscht. Wo ist da der Spaß?“Auch bei der nachfolgenden Bremsübung gab‘s noch Verbesserungsbedarf. Doch auch hier hatte Springer wieder eine Ausrede parat: „Mir wär‘s lieber, wenn die anderen bremsen.“ Eine bessere Figur machte der Comedian bei der Theoriestunde. Nach einer kurzen Verkehrszeichenschulung bestand er seine Theorieprüfung mit Bravour. Sein Lieblingschild: „Verbot für Radfahrer“. Und dann war der Crashkurs auch schon geschafft. Selbst ein Zertifikat durfte sich der Fahrschüler mit nach Hause nehmen, ein Auge zudrücken musste Fahrlehrer Lothar Röth aber schon. „Mit 4,8 gerade noch bestanden. Eine Glanzleistung war das nicht. Bevor er sich in den Münchner Verkehr stürzt, soll er lieber noch ein bisschen in der Natur üben.“ Springer sieht‘s genauso: „Ich will Münchens Straßen nicht noch unsicherer machen. Klar würde ich gern ab und zu in den Biergarten radeln. Aber das kann ich den unschudligen kleinen Hunden und armen Omas nicht antun. Zurück nach Berg am Laim fahr ich lieber mit dem Taxi.“ 

ak

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