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Vom Jäger zum Ernährer

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Immer mehr Wildtiere wie Füchse sind auf Truderings Straßen unterwegs. Warum, das möchte der Bezirksausschuss von der Landeshautstadt wissen.Foto: oh
tru_fuchs.jpgImmer mehr Wildtiere wie Füchse sind auf Truderings Straßen unterwegs. Warum, das möchte der Bezirksausschuss von der Landeshautstadt wissen. © oh

Füchse und andere Wildtiere sind seit einiger Zeit vermehrt auf Truderings Straßen unterwegs. Warum und stellt die Wildwanderung eine Gefahr dar? Der Bezirksausschuss Trudering-Riem hat eine ganze Reihe von Fragen.

„Seit einiger Zeit beobachten wir vermehrt Füchse und andere Wildtiere in den Wohngebieten des Stadtbezirks wie etwa Straßtrudering und Riem, die ihr eigentliches Revier, den Wald, verlassen“, erklären die Antragsteller Maren Salzmann-Brünjes und Michael Welzel. In ihrer Anfrage bitten die SPD-Politiker die Landeshauptstadt München, Auskunft über die Wildtierpopulation im Stadtbezirk zu geben. Insbesondere welche Arten hier vermehrt auftreten und wieviel Wildunfälle jährlich in den einzelnen Stadtquartieren des 15. Stadtbezirks gemeldet werden, möchten sie wissen. Aber auch, was die privaten und städtischen Waldbesitzer unternehmen, um einen Wildwechsel an den viel befahrenen Straßen möglichst zu verhindern.

Ihren Vorstoß begründen Salzmann-Brünjes und Welzel damit, dass Beobachtungen belegen würden, dass Wildtiere nicht ausschließlich im Truderinger Wald, sondern immer häufiger in den Wohnstraßen, nicht nur in der Nähe des Waldes, gesichtet würden. In den urbanen Zentren steige nicht nur die Einwohnerdichte – auch als Lebensraum für Wildtiere würden die Städte immer wichtiger. Sie böten reichlich Wohnraum für Wildtiere wie Füchse, Waschbären, Marder und Dachse.

„Kaum zu glauben, dass sich diese Tiere in einer lauten und überfüllten Großstadt wohlfühlen, aber das warme Klima, das große Nahrungsangebot sowie der geringe Jagddruck, hat nicht nur den Fuchs nach München gelockt“, so die Stadtteilpolitiker. So sei das Klima im verdichteten, versiegelten Stadtbezirk wärmer und trockener, am Stadtrand würden die Tiere in Flüssen und Stillgewässern, in Mülltonnen, auf Streuobstwiesen, in privaten Hühnerhaltungen und in Vorgärten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Natürliche Feinde würden eine weitaus kleinere Gefahr darstellen als in der Wildnis. Der Mensch werde somit „vom Jäger zum Ernährer“.

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