BA-Chef gibt seinen Posten auf

Der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching muss ab sofort auf seinen Chef verzichten: Thomas Schwindel ist wegen Krankheit aus dem Gremium ausgeschieden – wer als Nachfolger kandidiert, wird noch nicht verraten. Foto: mak

Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching: Thomas Schwindel tritt vom Vorsitz zurück Untergiesing

Ein Viertel ohne Chef: Thomas Schwindel (40), Vorsitzender des BA 18 Untergiesing-Harlaching, hat aus gesundheitlichen Gründen seinen Austritt aus dem BA erklärt und macht damit den Chefsessel frei. Schon seit Juli vergangenen Jahres fehlte Schwindel (CSU), der für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung steht, im Ausschuss. Melanie Kieweg von den Grünen leitet seitdem die Sitzungen. „Mir tut der Rücktritt von Thomas Schwindel sehr leid. Wir waren ein gutes Arbeitsteam“, so Kieweg. Töne des Bedauerns kommen auch aus den eigenen Parteireihen: „Wir stehen als Fraktion voll hinter der Entscheidung, den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen abzugeben. Thomas Schwindel ist auf einem guten Weg und wir wünschen ihm, dass er bald wieder gesund wird“, sagt Clemens Baumgärtner, Fraktionsvorsitzender der CSU. Kritik am Rücktritt ist nicht zu hören, im Gegenteil: „Wir richten unisono unseren Dank an Thomas Schwindel“, sagt Baumgärtner. „Er hat sich mit enormen Engagement eingebracht und viel Gutes für den Bezirk getan.“ Schwindels ehrenamtlicher Einsatz im BA reichte von täglichen Verwaltungsaufgaben über große Projekte wie die Neugestaltung des Hans-Mielich-Platzes. „Da hat er sich sehr eingebracht – auch gegen Angriffe anderer Parteien. Das muss ich ihm hoch anrechnen“, sagt Kieweg. Besonders am Herzen lag dem gebürtigen Harlachinger sein eigenes Viertel: Zuletzt setzte er für die Erhaltung Harlachings als Gartenstadt ein. Sein politisches Engagement im Bezirksausschuss startete Schwindel als 20-jähriger Jura-Student 1992. Vorsitzender des Gremiums wurde er zehn Jahre später – damals war der selbstständige Computerfachmann der jüngste Viertel-Chef, den München je hatte. Für seine langjährige Mitgliedschaft im Bezirksausschuss erhielt Schwindel die Medaille „München leuchtet“ in Bronze.  Für die verbleibenden Gremiumsmitglieder heißt es nun, einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Wer es wird – dazu will sich noch niemand äußern. Sicher ist allerdings, dass Stellvertreterin Melanie Kieweg nicht kandidieren wird: „Ich bin ein Teamplayer und guter zweiter Mann – das ist mir lieber als an der Spitze zu stehen.“ Auch in der CSU-Fraktion hält man sich noch bedeckt, wer auf den Chefsessel rücken könnte. „Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass wir die schwarz-grün-gelbe Koalition weiterführen“, sagt Clemens Baumgärtner. Die Neuwahlen finden voraussichtlich in der April-Sitzung des Gremiums statt. ist

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