Ade, Lichterketten

Stille Nacht, dunkle Nacht: Weißenburger Straße heuer ohne Adventsbeleuchtung

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Haidhausen: In der Weißenburger Straße bleibt es in diesem Advent düster – es wird keine Weihnachtsbeleuchtung geben.

Wie Millionen funkelnde Sterne schmückten lange Lichterketten in den vergangenen Jahren den Weg vom Ostbahnhof zum Rosenheimer Platz, hüllten die Weißenburger Straße in stimmungsvollen Glanz: Gleich einem Lichtermeer erstrahlte Haidhausen zur Vorweihnachtszeit. Heuer aber bleibt es dunkel. Keiner der 28 Alleebäume wird verziert. Das bestätigt Christian Horn, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Haidhausen.

Der Inhaber des Kaufring-Hauses am Ostbahnhof hatte vor sechs Jahren die Idee, Haidhausen im Advent noch heller zu machen um Münchner und Touristen zum Bummeln zu locken. Also befragte er seine Haidhauser Partner, kaufte gut 300 Meter Lichterketten und beauftragte eine Firma, alle Bäume zu verkabeln. Dabei wurde der Strom von einzelnen Läden für die Bäume vor ihrer Tür abgezwackt – je nach Schaufensterbeleuchtung gingen aber so an dem ein oder anderen Baum schon um 20 Uhr die Lichter aus. Auch am Sonntag blieb es duster. „Ich bekam viele Anfragen und Anrufe, ob die Ketten schon kaputt seien“, erzählt der Geschäftsmann. Also dachte er an einen besseren Versorgungsweg, um die Bäume dauerhaft zum Leuchten zu bringen. „Ich habe bei den Stadtwerken im Namen der insgesamt 43 Vertreter unseres Vereins vorgesprochen und eine städtische Lösung erbeten. Doch wir bekamen leider eine Absage.“ Kein Trafo, keine zentrale Versorgung wäre kurzfristig von Seiten der SWM möglich. „Dabei wollen wir doch den Strom zahlen, wenn er uns nur gelegt würde.“ Schließlich ist es Horn ein besonderer Herzenswunsch, Haidhausen im grauen Winter noch schöner zu machen: „Das ist mein Viertel! Ich bin hier aufgewachsen, meine Kindheit und Jugend. Das Lebensgefühl, wie schön Haidhausen ist, möchte ich gerne weitergeben!“ Unverständlich für ihn das Nein der Stadtwerke: „Am Christkindlmarkt am Weißenburger Platz geht es doch auch!“

Christian Horn hat resigniert. Für ihn ist das Vorhaben 2017 erledigt. Doch die Idee ganz aufzugeben ist ausgeschlossen: Nächstes Jahr will er deshalb schon im März bei den Stadtwerken vorsprechen. Sicher ist sicher.
mjh

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