Weihnachten 2017

So stehen die Sterne zum Fest

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Mystisch-blaues Licht im Planetarium in Haidhausen: Benjamin Mirwald, Leiter der Volkssternwarte, berichtet, was es mit dem Stern von Bethlehem auf sich hat.

Haidhausen: Der Chef der Volkssternwarte verrät, wie zum Weihnachtsfest die Sterne stehen.

Es funkelt am Himmel, die Sterne leuchten und Kometen rasen vorbei. Dann knipst Benjamin Mirwald, Leiter der Volkssternwarte in Haidhausen, das Licht im Planetarium wieder an. Was man in diesem Jahr an Weihnachten am Münchner Himmel noch viel schöner sieht als in jedem Planetarium: Merkur, den kleinsten und schnellsten Planeten im Sonnensystem.

„Der ist nur selten so schön zu sehen“, sagt Mirwald. Vor allem in den Morgenstunden kann man ihn auch ohne Teleskop sehr gut erkennen. „Etwa eine Handbreite über dem Horizont sieht man den Merkur etwa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang“, erzählt der promovierte Physiker aus Giesing. Sternengucker dürfen sich auch auf Silvester freuen: „Da gibt es viele Sternschnuppen. Wenn der Vollmond sehr hell ist, sieht man sie nur nicht immer gut.“ Vollmond ist am 2. Januar.

Eine Enttäuschung dürften diejenigen erleben, die nach dem Stern von Bethlehem Ausschau halten. „Aus wissenschaftlicher Sicht kann man nicht sagen, dass es ihn gibt oder je gab“, sagt der 26-Jährige. „Das müsste man schon sehr wohlwollend interpretieren.“

In der Bibel steht es ungefähr so: Ein Stern sei aufgegangen, Sterndeuter folgten ihm gen Osten und fanden dort Jesus’ Geburtsort. Aber so etwas – also Sterne, die aufgehen und gen Osten wandern, gibt es eigentlich nicht, erklärt der Experte. „Sterne gehen immer im Osten auf.“ Auch andere Erklärungen, wie einen explodierenden Stern, schließt Mirwald aus. „Wenn es eine so auffällige Himmelserscheinung gegeben hätte, wäre das in mehreren Schriften aufgetaucht – ist es aber nicht.“

Denn mit der Angabe des damaligen Herrschers, Herodes, lässt sich die Geburt Christi, datieren. Weil Mirwald auch gegen die Theorie, es seien Planeten gewesen, die nah beieinander standen oder ähnliches, Einwände findet, glaubt er: „Der Stern von Bethlehem ist sicher eine Metapher, die womöglich erst später hinzugefügt. Hanni Kinadeter

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