Tempo 30 – ein Flop

Rosenheimer Straße: Anwohner prangern fehlende Umsetzung von Tempo 30 an

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Anwohner Günter Wolf hält das Projekt für Unsinn, denn: „30 fährt hier niemand.“

Haidhausen: „Kein Mensch fährt auf der Rosenheimer Straße Tempo 30“, klagen Anwohner wie Günter Wolf.

Ärger in Haidhausen: Seit Juli müssen Autofahrer auf der Rosenheimer Straße zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz 30 fahren. Doch weil sich offenbar niemand daran hält, fordern Bürger und Lokalpolitiker nun mehr Kontrollen und Markierungen.

„Kein Mensch fährt hier 30“, ärgert sich Günter Wolf, der direkt an der Rosenheimer Straße wohnt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung hält er ohnehin für einen „faulen Kompromiss“. Doch wenn jetzt nicht mal Kontrollen durchgeführt werden, „was soll der Unsinn dann?“, fragt der Anwohner in einem Antrag an den Bezirksausschuss (BA). Tatsächlich sind die im Stadtrat beschlossenen Markierungen knapp drei Monate nach Einführung des Tempolimits noch immer nicht vorhanden: „Dialog-Displays“ sind nicht installiert, mobile Messgeräte auch nicht. Doch das würde Wolf ohnehin nicht reichen: Er verlangt, an vier Stellen ein großes Tempo-30-Symbol direkt auf die Fahrbahn zu malen.

Er ist nicht der Einzige, der mit der Situation unzufrieden ist. Die Straße sei für Radfahrer noch immer gefährlich, klagt ein anderer Bürger. Die Grünen im BA gehen noch weiter: „Wenn Tempo 30 nicht realisiert wird, muss der Versuch als gescheitert abgebrochen werden“, echauffiert sich Ullrich Martini. Die CSU hingegen fordert, dass „Speed Checks“, also Boxen mit Messgeräten, angebracht werden. Angesichts dieser regelrechten Antragsflut wollen die Bezirksausschussmitglieder nun einen Monat lang Vorschläge sammeln, um diese in einem Beschluss gebündelt an die Verwaltung zu übergeben.

Im Juli ist das Tempolimit als Pilotprojekt für ein Jahr eingeführt worden, um Radfahrer auf der viel befahrenen Straße zu schützen. Im Abschnitt zwischen Rosenheimer Platz und Orleansstraße gibt es keinen Radweg, der Bau eines solchen ist abgelehnt worden. Hanni Kinadeter

Balanstraße: Anwohnern fordern auch hier bessere Beschilderung

Über Raser in der Balanstraße, klagt Günter Wolf ebenfalls. „Das völlig verdreckte Schild sieht doch keiner.“ Er fordert daher auch hier eine bessere Beschilderung und zwar direkt auf der Fahrbahn. „Kinderbetreuung, eine Schule und das ASZ sind in der Nähe – und die Autos rasen durch die Straße“, sagt Wolf. Die SPD im Bezirksausschuss hingegen fordert, die Vorfahrtsregelung in der Balanstraße aufzuheben, weil sie möglicherweise die Autofahrer zum Schnellfahren verleite. Stattdessen will sie Rechts vor Links einführen. Ein weiterer Anwohner schlägt indes vor, die Balanstraße von der Rosenheimer bis zur Bazeillesstraße ganz zu einer Fahrradstraße zu machen, um die Radfahrer von der Rosenheimer Straße umzuleiten.

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