Aus der Haidhauser Bürgerversammlung

Nur kein Lokal im Maxwerk!

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Die Anwohner Elfriede Zorn-Bopp und Günther Wolf (kl. Foto) beantragen, dass das Maxwerk nicht zu einer Gastronomie wird.

Haidhausen: Mit dem dem Idyll unterhalb der Maria-Theresia-Straße könnte es schon bald vorbei sein, fürchten viele Anwohner. Denn die Augustiner-Brauerei plant dort ein Lokal.

Die Isar und ihre grünen Wiesen sind einmalig – darauf ist München mit Recht stolz. Sogar Landschaftsschutzgebiet dürfen sich die Haidhauser Isarauen nennen. Mitten in diesem Schutzgebiet, versteckt unterhalb der Maria-Theresia-Straße, liegt romantisch zwischen alten Bäumen das Maxwerk. Das historische Turbinenhaus von 1860 hat einen ganz besonderen Charme. Doch mit dem Idyll könnte es schon bald vorbei sein, fürchten viele Anwohner. Denn die Augustiner-Brauerei plant dort ein Lokal.

Elfriede Zorn-Bopp ist extra deshalb zur Bürgerversammlung in den Hofbräukeller gekommen. Denn sie kennt die Pläne der Brauerei: Ein Szene-Treff soll aus dem alten Gemäuer werden. Ein schicker Gastro-Betrieb mit 199 Plätzen auf der Dachterrasse, 80 Plätze im grünen Park drum herum und 150 Sitzplätze im Inneren. „Der Charakter der gesamten Maximiliansanlagen wird dadurch zerstört. Sie dienen doch der Erholung der Bevölkerung.“ Seit die Haidhauserin denken kann, ist das Eck in den Isarauen ein ruhiges Fleckerl Grün, das von Spaziergängern, Radlern und Familien genutzt wird. Elfriede Zorn-Bopp selbst lebt seit über 60 Jahren oberhalb des Maxwerks. Dort geht sie mit den Hunden spazieren, dort sind ihre mittlerweile erwachsenen Kinder Schlitten gefahren. „Und so ein schönes Stück München soll jetzt der Spaßgesellschaft zum Opfer fallen?“

Auch Günther Wolf hat seine Zweifel bei der Bürgerversammlung geäußert: „Es gibt dort keine Toiletten, kein Zu- und Abwasser, die Statik des alten Hauses ist fragwürdig und außer Wegen für Spaziergänger und Radfahrer existieren weder feste Zufahrten für schwere Baufahrzeuge noch für Anlieferer im täglichen Gastronomie-Betrieb.“ Er schüttelt den Kopf: „Das sind doch alles Widersprüche, die klar gegen die Gastro-Nutzung sprechen.“ Der Haidhauser zählt auf: 400 Meter weiter ist der Muffat-Biergarten, 300 Meter weiter der Hofbräukeller. In der Einsteinstraße gibt es einige Wirtschaften. „Das ist doch genug.“ Zorn-Bopp und Wolf fordern deshalb vom Bezirks­ausschuss: ein klares Nein zur Gastronomie im Maxwerk! 

Ein Vertreter des Baureferats verspricht noch vor Ort im Hofbräukeller, baurechtliche Interessen des Eigentümers mit dem Bürgerwohl sowie Landschaftsschutz abzustimmen. Er beruhigt: Noch sei kein offizieller Bauantrag gestellt, nichts sei genehmigt. Fazit nach der Bürgerversammlung in Sachen Maxwerk: Ein runder Tisch soll stattfinden, an dem sich alle Beteiligten einbringen können. Elfriede Zorn-Bopp ist zuversichtlich: „Ich vertraue darauf, dass sich der Bezirks­ausschuss in Stellungnahmen für uns Bürger und das Landschaftsschutzgebiet stark macht. Alles würde unter einem so großen Biergarten in Haidhausen doch nur leiden.“ mjh

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