Mariahilf droht der Verfall

Das Gotteshaus muss aufwendig saniert werden: Instandsetzung kostet Millionen

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Architekt Peter Völkner zeigt: Die Ziegel der Außenfassade sind porös.

Au - Das Gemäuer besteht aus verschiedenen Gesteinen, die auf Dauer nicht kompatibel sind - Unternimmt man nichts, bröckelt Mariahilf: Warum dennoch unklar ist, ob eine Sanierung zeitnah genehmigt wird

In einigen Wochen soll das Sanierungskonzept stehen. Schon jetzt ist klar: Die Maria­hilfkirche muss aufwendig erneuert werden. „Die Kosten betragen vermutlich mehr als zehn Millionen Euro“, schätzt Peter Völkner, dessen Architekturbüro derzeit ein Renovierungskonzept erstellt. Um die Summe genau beziffern zu können, fehlten allerdings noch Gutachten.

Seit Monaten ist ein Gerüst vor der linken Turmfassade aufgebaut und mehrere Fachfirmen untersuchen das Gemäuer. Das Ergebnis: Die vielen Ziegelsteine bestehen aus mindestens sieben verschiedenen Materialien. „Wegen der unterschiedlichen Festigkeit passen sie nicht zusammen“, sagt der Experte. Das bedeutet: An einigen Stellen bröckeln die Steine oder durch offene Fugen tritt Wasser ein, gefriert im Winter und sprengt den Stein von innen. Zwar gibt der Architekt Entwarnung: „Im Moment besteht überhaupt keine Gefahr“, betont er. „Aber es geht um den langfristigen Erhalt der Kirche.“ 

Die sieben verschiedenen Gesteine sind auf Dauer nicht kompatibel. Das hat die Voruntersuchung eines Experten ergeben. Bedeutet: Wenn man nicht bald etwas unternimmt, bröckelt Mariahilf.

Etwa 1840 wurde die Kirche erbaut und inzwischen mehrfach saniert – nach einem Bombenangriff während des Zweiten Weltkriegs war sie stark zerstört. „Die Kirche war teilweise zerbombt, das Dach eingebrochen und das Gebäude einsturzgefährdet“, berichtet Völkner. Mehrere Renovierungsphasen habe die Kirche also hinter sich – das mache sich inzwischen bemerkbar. 

Bis zum Herbst soll das Sanierungskonzept beim Erzbischöflichen Ordinariat München (EBO) eingereicht werden, das für die Instandhaltung etlicher Gebäude zuständig ist – allein für 746 Pfarrkirchen, 1140 Filial- und Nebenkirchen sowie Kitas. Dafür kann das EBO jährlich ein Bauetat von 60 Millionen Euro ausgeben. „Das Geld ist immer knapp“, sagt eine Sprecherin des EBO. Um jeden Sanierungsauftrag zeitnah umzusetzen, dafür reiche die Summe nicht immer sofort. Doch der Pfarrer Michael Schlosser ist optimistisch: „Ich bin da relativ gelassen, die Mariahilfkirche ist ein so wichtiges Bauwerk.“ 

Doch mit der Außensanierung sei es nicht getan – auch innen müsse einiges renoviert werden. Was ihm besonders am Herzen liegt: Der Betrieb der Kirche solle immer gewährleistet sein. „Bis alles fertig ist, dauert es sicher noch ein paar Jahre“, sagt Schlosser. hki

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