5000 Straßenkinder haben neue Heimat gefunden

St. Franz Xaver: Hilfe kommt an

Mit einem Benefizkonzert durch den brasilianischen Chor Cantares sowie durch ein Drittel des Erlöses des Weihnachtsbasars und des Kindersachenbasars hat die Pfarrgemeinde St. Franz Xaver Trudering im letzten Jahr Camm unterstützt.


Camm ist ein Projekt für Straßenkinder in Recife, einer Stadt mit zwei Millionen Einwohnern im Nordosten von Brasilien. Vor fast 30 Jahren ließen sich Roberta und Ademilson von der Not der Straßenkinder ansprechen und haben im Laufe der Jahre 5000 Kindern helfen können.

Ganz wichtig ist den Gründern dieses Hilfsprojektes, den Kindern immer ein Geschäft anzubieten: Essen gegen lernen. Nur so kann auf Dauer eine sinnvolle Entwicklung eingeleitet werden.

Die Verhältnisse in den Slums sind kaum vorstellbar: So ist in einem Bericht zu lesen: „Alle Kinder in den Slums haben einen Traum: Eine warme Mahlzeit am Tag. Nicht für alle geht er in Erfüllung. Manche Kinder wollen nicht spielen, sondern in der Nähe des Tisches sein, damit sie auf keinen Fall den Augenblick verpassen, wenn das Essen kommt.“ 

Viele Kinder sammeln Müll, schlafen am Boden auf der Straße und freuen sich über ein Dach über dem Kopf. So zum Beispiel Angelika, 12 Jahre alt, ihr neues Zuhause ist eine Kammer mit 7 Quadratmetern, die sie mit sechs Geschwistern teilt. Ihr größter Wunsch: Eine Türe vor der Kammer, weil der Freund der Mutter oft betrunken kommt und zu ihr in die Kammer will. 

Das Hilfsprojekt für Kinder betreut täglich 150 Kinder und ist auch vor Ort anerkannt. Immer wieder berichtet auch die einheimische Presse über das Projekt. 20 Prozent der Mittel werden von Spendern in Brasilien gegeben. Inzwischen werden auch für die Mütter Nähkurse angeboten. Doch das Zentrum ist zu klein, derzeit stehen 37 Kinder auf der Warteliste.

Die Förderung der Kinder entsprechend ihren Talenten: Hausaufgabenhilfe, aber auch Tanz – Theater, Trommeln ist das Prinzip. So werden die Aggressionen der Kinder kleiner, weil sie entdecken, dass sie manches können. Selbstverständlich ist auch die Werteerziehung ein wichtiger Baustein. So lernen die Kinder Müll zu vermeiden oder wieder zu verwerten. 

Mit all den Maßnahmen sollen die Kinder und später Jugendlichen vor Drogen  Kleinkriminalität und Prostitution bewahrt werden.

In einem beeindruckenden Vortrag hat die Tochter des Gründerehepaares über das Projekt berichtet. Dank eines Stipendiums konnte sie aus dem Slum ein Studium in Deutschland aufnehmen. Es wurde für alle Zuhörer sehr deutlich: Hier ist das Engagement am richtigen Platz, weil die Kinder sehr direkt gefördert werden.

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