1000 Unterschriften für Discounter

Über 1000 Unterschriften für einen Discounter im Ostteil der Messestadt hat Jorinde Haarstick jetzt im Büro von Oberbürgermeister Christian Ude und bei den zuständigen Referaten abgegeben. Auch Aldi, Lidl, Rossmann und anderen Ketten wurden die Listen zugeschickt. Zeitgleich versucht die Stadt das Gelände, auf dem das Geschäft vorgesehen ist, zu vermarkten.

„Als ich bei meinem Anruf von einer Verwaltungsmitarbeiterin zu hören bekam, ich beschwere mich als Einzige über die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten im Ostteil der Messestadt, reichte es mir! Ich habe begonnen, Unterschriften zu sammeln“, sagt Jorinde Haarstick. Seit langem schon ist der Stadtverwaltung der dringende Wunsch der Messestädter nach einem Discounter bekannt, es gab mehrere Anträge dazu. Auch der Truderinger Bezirksausschuss thematisierte den Mangel mehrfach, behoben ist er bis heute nicht. Kein Wunder also, dass Jorinde Haarsticks Initiative schnell Zuspruch bekam. In Kindergärten, beim Friseur, beim Sportverein – überall konnten die Messestädter für mehr Läden unterschreiben. „Ganze Wohnanlagen sammelten in den Häusern“, berichtet Haarstick. Auch aus Salmdorf kamen Unterschriften. Die Bewohner des Neubaugebiets sind laut Haarstick „noch schlimmer dran als wir. Den überwiegend jungen Familien wurde beim Hauskauf versprochen, dass Geschäfte und ein Discounter an die U-Bahn-Ost kommen“. Was wird vermisst? Jorinde Haarstick hat auf einer zweiten Liste notieren lassen, was die Messestädter vermissen. Höchste Priorität haben die Discounter Aldi und Lidl, gefolgt von den Drogeriemärkten Rossmann und DM. Auch eine Metzgerei, eine Packstation, eine Bankfiliale und der fehlende Kinderarzt wurden thematisiert. Jorinde Haarstick hat die Listen mit über 1000 Unterschriften jetzt im Büro von Oberbürgermeister Christian Ude, im Planungsreferat und im Referat für Arbeit und Wirtschaft abgegeben. Auch die Handelsunternehmen haben von Haarstick ein Schreiben und Kopien der Unterschriftenlisten bekommen. Nun hofft die rührige Messestädterin, dass ihre Aktion Früchte trägt. Aufgeben will Jorinde Haarstick keinesfalls: „Aus dem Auge lasse ich das nicht mehr. Ich warte jetzt ein paar Wochen, wenn sich nichts tut, wird eine Demo auf dem Gelände organisiert!“ Gelände zum dritten Mal ausgeschrieben Zwei Mal hat das Kommunalreferat schon versucht, die Flächen südlich des U-Bahnhofs Messestadt-Ost, auf denen Geschäfte geplant sind, an den Mann zu bringen. Selbst einen Supermarkt zu betreiben, ist nicht Aufgabe der Stadt, wohl aber ist es ihr Job, planerische Voraussetzungen zu schaffen, die möglichen Investoren den Mund wässrig machen. Weder 2003 noch 2007 aber hat sich ein Interessent für die Flächen im Osten der Messestadt gefunden. Die Gründe dafür glaubt Kommunalreferats-Sprecherin Silke Pesik zu kennen: „Die Bevölkerungsdichte in der Messestadt Ost war damals noch nicht gegeben, das hat sich inzwischen geändert. Man hatte auch eine gemeinsame Tiefgarage vorgesehen, das war für die Investoren nicht machbar! Jetzt ist man von der gemeinsamen Tiefgarage abgewichen“. Aus Handelskreisen hört man, dass die hohe Sozialwohnungsdichte der Messestadt und die damit verbundene geringere Kaufkraft ebenfalls ein Grund für die Zurückhaltung der Investoren sei. Die Stadt sucht nun erneut Interessenten für einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb. Anders als bisher wird nicht das gesamte Areal vermarktet, sondern lediglich die Teilfläche, auf welcher der Supermarkt vorgesehen ist. Weil Discounter und Supermärkte Mindestverkaufsflächen ansetzen, um wirtschaftlich arbeiten zu können, stellt die Stadt für einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb jetzt die Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplans in Aussicht. Dieser lässt nämlich maximal 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu (HALLO berichtete). Bis 21. März läuft die Ausschreibung noch, falls sich bis dahin kein Investor findet, wird die Frist verlängert. Silke Pesik aber ist zuversichtlich, dass die Fläche diesmal verkauft werden kann. Das Interesse möglicher Investoren sei rege, Angebote würden in der Regel erst am Ende der Frist abgegeben. Vielleicht werden die Messestädter schon Ende März Gewissheit haben, ob der dringend benötigte Discounter oder Supermarkt im Osten der Messestadt endlich verwirklicht werden kann. Gabriele Mühlthaler

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