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Wiesn-Prozesse in München: Es geht um Gutscheine für Polizisten, Tisch-Reservierungen und das Dubai-Oktoberfest

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Von: Jonas Hönle

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Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank.
Gleich drei Wiesn-Prozesse kommen in München diese Woche vor Gericht. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa

In München kommen gleich drei Wiesn-Prozesse vor Gericht. Dabei geht es um Bier-Gutscheine für Polizisten, überteuerte Tisch-Reservierungen und ein Oktoberfest in Dubai.

Zwei Jahre lang konnte das Oktoberfest in München wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden, doch 2022 ist es wieder soweit - auf der Theresienwiese heißt es am 17. September wieder „Ozapft is“.

Bei dem bekanntesten Volksfest der Welt fließen dann wieder mehrere Millionen Liter Bier und mehrere Millionen Besucher bringen mehrere Millionen Euro Umsatz.

Doch rund um Mega-Event kommt es auch immer wieder zu Problemen. Gleich drei Wiesn-Prozesse beschäftigen Gerichte in München in dieser Woche. Es geht um Bier- und Hendl-Gutscheine für Polizisten, überteuerte Tisch-Reservierungen - und ein Oktoberfest im fernen Dubai.

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Wiesn-Gutscheine für Polizisten - Oktoberfest-Wirt steht in München vor Gericht

An diesem Mittwoch steht der langjährige Sprecher der Wiesn-Wirte, Toni Roiderer, vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vorteilsgewährung in vier Fällen vor. Der Grund: Er hatte Polizisten mehrere Gutscheine für je ein Wiesn-Hendl und eine Maß Bier in seinem Festzelt auf der Wiesn gegeben. Gesamtwert: 4028,59 Euro.

Roiderer bestreitet das gar nicht - sieht aber nicht ein, warum das strafbar sein soll, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Welche Polizisten die Gutscheine letztlich bekommen hätten, wisse er nicht einmal. „Ich kenne ja die Leute gar nicht.“ Seiner Ansicht nach hätte das Verfahren gegen ihn längst eingestellt werden müssen - „weil das im Bagatellbereich ist“.

Gegen einen Strafbefehl hat er Einspruch eingelegt, „weil ich mir keiner Schuld bewusst bin“, wie er betont. Darum kommt es nun zur Verhandlung vor dem Amtsgericht München. Gegen den Polizisten, der die Marken in Empfang nahm, wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers „im Strafbefehlsweg wegen Vorteilsnahme eine Geldstrafe verhängt“.

Prozess in München um Weiterverkauf von Wiesn-Tisch-Reservierungen

Nicht straf- sondern zivilrechtlich geht es dann am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) München um einen ganz anderen Fall: Das Gericht muss sich mit der Frage beschäftigen, ob der Handel mit Tisch-Reservierungen „im Wege des Zweitmarkts“ zulässig ist oder nicht.

Die Betreiber des Festzeltes „Ochsenbraterei“ haben einen Händler nämlich verklagt, weil er Reservierungen ihn ihrem Zelt anbot. Das Landgericht München I hatte der Klage stattgegeben, der Händler ging dagegen in Berufung. Nach Gerichtsangaben ist es der erste in einer Reihe ähnlicher Fälle, der nun in zweiter Instanz obergerichtlich behandelt wird.

Oktoberfest in Dubai? Gericht in München verhandelt über Namen für Veranstaltung

Ebenfalls am Donnerstag und ebenfalls am Münchner OLG geht der Blick dann auch in die Ferne: Das Gericht muss sich mit der Frage befassen, ob ein in Dubai geplantes Oktoberfest auch so heißen darf.

Die Stadt München hatte 2021 beim Landgericht München I eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es den Veranstaltern untersagte, mit Formulierungen wie „Dubai Oktoberfest“, „Oktoberfest goes Dubai“ oder „Das traditionelle Oktoberfest am Ort der EXPO 2021 Weltausstellung“ für die geplante Veranstaltung in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu werben.

Dagegen legten die Veranstalter Berufung ein. Ihre Begründung: Das Kennzeichnen „Oktoberfest“ werde vielfach verwendet und sei „kennzeichnungsschwach“.

Der Chef der Münchner Wiesn, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner, hatte nach dem Landgerichts-Urteil im vergangenen Jahr gesagt, er sei „erleichtert“ über die Entscheidung. Die pandemiebedingte „Oktoberfest“-Lücke zum Geldverdienen zu nutzen, sei „schäbig“. Der Ruf der Wiesn könne durch die Kopie so schweren Schaden nehmen, dass Besucher auch das Original nicht mehr besuchen wollen.

Der Begriff „Oktoberfest“ ist mittlerweile eine geschützte Marke.

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