Die Suche erweist sich als schwierig

Zusätzliche Mobilfunk-Standorte in Kirchheim

Die Suche nach weiteren Mobilfunk-Standorten in Kirchheim geht weiter. Der Gemeinderat konnte sich auf keinen der bisherigen Vorschläge einigen.

Mobilfunk in Kirchheim – dieses Projekt begann bereits Ende 2017. Damals wurde die Verwaltung davon in Kenntniss gesetzt, dass zur Versorgung der Kirchheimer Ortsmitte mit mobilen Sprach- und Breitbanddiensten die Notwendigkeit für einen neuen Mobilfunksender besteht. Die Gemeinde gab daraufhin ein Gutachten in Auftrag, um geeignete Standorte zu suchen und zu prüfen. Dies erlaubt eine Regelung im Bundesimmissionsschutzgesetz, das Kommunen ein Mitspracherecht einräumt. Demnach darf eine Gemeinde dem Betreiber geeignete Standorte vorschlagen.

Das Gutachten wurde im September vergangenen Jahres in der Ratssitzung besprochen. Als Ergebnis sollten weitere Standorte in Betracht gezogen werden. Im Oktober 2018 erteilte die Gemeinde Kirchheim dann Diplom-Ingenieur Hans Ulrich den Auftrag, fünf Standort-Alternativen mit funktechnisch relevantem Umfeld anhand von Immissionsprognosen vergleichend zu untersuchen und mit der Telekom abzustimmen. Dabei sollte die Strahlungsbelastung für die Einwohner möglichst gering sein.

Im Februar dieses Jahres teilte Telekom mit, dass für das „Versorgungsziel“ aktuelle Stadtmitte von Kirchheim und das neue Gebiet der Landesgartenschau und der zukünftigen Wohnbebauung in dem Gebiet drei Vorschläge aufgrund der Entfernung und der geringen erzielbaren Höhe die Versorgungslücke in der Ortsmitte von Kirchheim nicht schließen könnten. Die beiden übriggebliebenen sollten deshalb priorisiert werden.

Einer davon wäre ein 40 Meter hoher Sendemast im Gebiet zwischen Heimstettner Straße und Staatsstraße, der sowohl die heutige Ortsmitte als auch die Landesgartenschau gut versorgen könnte. Die andere Variante wäre mit einer erzielbaren Höhe von rund 32 Metern deutlich schlechter, daher zweite Wahl und würde zwangsläufig einen weiteren Suchkreis im Norden erforderlich machen.

Hans Ulrich betonte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass es in der neuen Ortsmitte, im südlichen Gewerbegebiet und in manchen Häusern des geplanten „Kirchheim 2030“ Probleme bei der Versorgung geben könne. „Man muss die Flächenversorgung durch Kapazitätsversorgung ergänzen“, schlug er vor und sieht in zwei neuen und vier mittelfristigen Standorten die ideale Lösung. „Da ein Mastneubau etwa drei Jahre dauert, müsste man sich zeitnah entscheiden“, erklärte Ulrich, „denn sonst hätte die Telekom die Möglichkeit, bei privaten Immobilienbesitzern wegen Aufsatz von Dachmasten anzufragen.“

Das sahen einige Ratsmitglieder, unter anderem Gerd Kleiber (FDP), als ein Druckmittel der Telekom. Kleiber ist wie Josef Dirl (ÖDP) gegen Sendemasten in Wohngebieten und explizit auf dem Areal der Landesgartenschau, die für beide „eine städtebauliche Sünde“ darstellen. Hans Ulrich hatte noch einen Vorschlag: „Man kann Masten und Dachantennen auch verkleiden“, der aber im Gremium eher für Gelächter sorgte.

Ulrich betonte, dass der Sendemast an der Autobahn auf jeden Fall die Grundversorgung der Gemeinde abdecke, aber für die kommende Anforderung (G5) keinesfalls ausreichen würde. Einer Forderung nach einem weiteren Gutachten und eventuellen „neuen“ Gutachter wurden von Maximilian Böltl und Franz Glasl (CSU) kategorisch abgelehnt. Marcel Prohaska (SPD) würde am liebsten eine Entscheidung nach der Kommunalwahl treffen, Franz Glasl fragte, „ob die Masten jetzt schon gebaut werden müssen“ und Erwin Matejka (SPD) schlug ein weiteres Gespräch mit der Telekom sowie einen Mast auf dem Dach des neuen Rathauses vor.

Viele Einwände und deshalb keine Lösung. So beschloss der Gemeinderat einstimmig, dem Mobilfunkbetreiber keine derzeitigen Standorte vorzuschlagen und weitere Optionen durch die Verwaltung zu prüfen.

Gerhard Fuhrmann

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