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„Überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft“

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Von: Verena Rudolf

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Die beiden Lkws waren schnell voll beladen dank der vielen 
Spenden, die am Marktplatz vorbeigebracht wurden.
Die beiden Lkws waren schnell voll beladen dank der vielen Spenden, die am Marktplatz vorbeigebracht wurden. © oh

Viele helfende Hände, Unterstützung von allen Seiten und vor allem zwei Aschheimer Vereine, die am Samstag eine große Sammlung für die Ukraine organisiert haben: Die Hilfsaktion von „85609 HILFT“ und „HandinHand“ aus Aschheim war ein riesengroßer Erfolg. 

Wenn zwei Vereine sich zusammentun, dann ist so viel möglich. Vergangenen Samstag hatten die Aschheimer Vereine „85609 HILFT“ und „HandinHand“ zu einer großen Sammelaktion für die Menschen in der Ukraine aufgerufen. Am Samstag konnten von 10 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz in Aschheim Spenden abgegeben werden. „Als sich unsere Helfer um 9 Uhr trafen, waren die ersten Sachen bereits da“, berichtet Doris Leube von „85609 HILFT“, die am Tag darauf immer noch überwältigt ist von der großen Bereitschaft aller zu helfen. „Wir hatten mit Ansturm gerechnet, aber diese Resonanz, das war der Wahnsinn!“

Bereits unter der Woche hatte „HandinHand“ Spenden gesammelt und diese zur ukrainischen Gemeinde und zur Flüchtlingshilfe Erding gebracht. „Mehrere Kleinbusse, Sprinter und der Transport-Lkw der Feuerwehr Aschheim waren dafür im Einsatz“, sagt Marion Seitz von „HandinHand“.

Dank Kontakten zu einer ungarischen Speditionsfirma konnten für die Aktion am Samstag zwei Lkws organisiert werden. „Diese haben wir so schnell voll gehabt“, freut sich Leube. Sogar einen Anhänger für einen der Lkws hätten sie noch organisiert, um noch mehr dringend benötigte Güter wie Windeln, Verbandszeug, Babynahrung, haltbare Lebensmittel und Klopapier verladen zu können. Es sei einfach großartig, freut sich Leube, was ihr Verein in Zusammenarbeit mit Marion Seitz und all den anderen von „HandinHand“ in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hätte. „Wir haben das alles nur zusammen geschafft“, freut sich die Aschheimerin und fährt fort: „Während wir von ,85609 HILFT‘ unsere Leute ganz klassisch über unseren Newsletter kontaktiert haben, hat ,HandinHand‘ über Facebook und Instagram informiert“, sagt Leube. Zudem haben so viele die Aktion unterstützt und mit ihren Mitteln geholfen. Robert Ertl, der zweite Bürgermeister Aschheims, zum Beispiel kündigte die Sammlung auf der Gemeinde-Homepage an. Ebenso trugen der Bauhof und die Feuerwehr sowie die unzähligen Helfer, die spontan ihre Unterstützung beim Sortieren und Beladen der Lkws zusagten, ihren Teil dazu bei, die Lkws gemeinsam auf die Schnelle zu beladen. „Und ich danke auch den vielen Aschheimer Geschäften“, sagt Leube. Und Seitz ergänzt: „Wir sind absolut überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft, der guten Zusammenarbeit unter den Vereinen und der Unterstützung durch Gemeinde, Pfarrei und Feuerwehr.“ Es habe zudem Bürger gegeben, die Lebensmittel eingekauft hätten „in Größenordnungen, so dass ihr Van bis zur Oberkante gefüllt war“, erzählt Seitz weiter. Viele hätten kurzerhand einfach mitangepackt, sogar Kinder seien da gewesen, die trotz der Kälte bis zum Schluss mithelfen wollten. Wiederum andere Bürger hätten die fleißigen Packer mit Kuchen versorgt. „Gemeinsam kann man Großes schaffen, das wurde am Samstag mehr als deutlich“, sagt Seitz.

Sobald die zwei Lkws beladen waren, sind diese auch schon los in Richtung Caritas in Ungarn. Zwar hat Bayern mittlerweile das Fahrverbot für Lkws an Sonn- und Feiertagen für Transporte in die Ukraine aufgehoben, doch die Lkws müssten ja weiter durch Österreich und Ungarn, so Leube. Da hätten die Fahrer am Samstag keine Zeit verlieren wollen.

Da sie weit mehr Spenden bekommen haben, als sie am Samstag verladen konnten, soll nun noch ein dritter Lkw losfahren. Die Spenden konnten in der Kirche zwischengelagert werden, bevor auch diese nach Ungarn gebracht werden.

„Wir machen jetzt unser Lager erst mal leer, bevor wir über eine weitere Aktion nachdenken“, sagt Leube. Besonders bewegt sei sie überdies über die Geldspenden, die sie zudem erhalten haben. Sie wagt, es kaum auszusprechen, so überwältigt ist sie von der Höhe der Summe. „25.000 Euro haben wir bekommen“, so Leube. „Oft geben die am meisten, die selbst am wenigsten haben.“ Am Samstag hätte sie in viele lachende Gesichter gesehen – von Menschen, die sich freuten, helfen zu können. „Aber viele haben auch Angst und immer wieder gab es auch Menschen, denen die Tränen kamen.“

Die derzeitige Situation wühlt auf. Wie gut tut es, zusammen zu versuchen, die Not der Ukrainer von Aschheim aus zu lindern.

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