Das Gemeindeleben auf 200 Folien

Viel Information bei der Kirchheimer Bürgerversammlung

+
Bürgermeister Maximilian Böltl bei der Präsentation in der Aula des Gymnasiums Kirchheim.

Die Landesgartenschau 2024 und die finanzielle Situation standen im Vordergrund der diesjährigen Kirchheimer Bürgerversammlung.

Bürgermeister Maximilian Böltl war sichtlich angespannt, als er kurz vor Beginn der Kirchheimer Bürgerversammlung noch auf viele leere Stühle in der Aula das Gymnasiums blickte. Die meisten Besucher waren älteren Jahrgangs („Haben die Jungen kein Interesse?“), die sich schon ihre Stimmkarten abgeholt hatten und gespannt auf die Ausführungen des Bürgermeisters warteten. Der hatte Verstärkung mitgebracht – ihm zur Seite saßen Katharina Ruf (Kultur und Öffentlichkeitsarbeit), Angela Hartinger-Hirn (Bauwesen), Christine Brunner-Ernst (Finanzverwaltung), Martina Görner (Projektleitung Kirchheim 2030), Johannes Pinzel (Referent des Bürgermeisters), Franz Fischer (Bürgerservice) und Christian Freund (Soziales). Böltl begrüßte neben der stellvertretenden Landrätin des Landkreises München, Annette Ganssmüller-Maluche, auch die anwesenden Gemeinderäte.

Bei seiner Powerpoint-Präsentation, es „werden zirka 200 Folien sein“, ging er neben einem Geburtstagsfilm, der Stimmen aus der Bevölkerung und Ortseindrücke zeigte, auf die kulturellen Ereignisse der vergangenen Monate ein. Beim „Ehrenamt und Austausch“ wurden die Freiwillige Feuerwehr gelobt und die Partnerstädte vorgestellt. Bei „Verwaltung“ nannte Böltl Zahlen aus dem Rathaus – wie 61.000 eingegangene Mails, 7492 Vorgänge im Bürgerservice oder 15.276 Buchungen in der Finanzverwaltung. Unter „Soziales“ erfuhr man, dass 344 Kinder im Grundschulbereich, 365 Kindergarten- und 176 Krippenkinder betreut werden. Breiten Raum nahmen die Schaubilder bei „Familien- gemeinde Kirchheim“ ein, wo Böltl auf den Neubau des Haus für Kinder, Mittagsbetreuung, Sanierung der Grund- und Mittelschule, Gymnasium-Neubau, Vhs olm, Integrations-Zahlen, Collegium 2000 und Friedhof-Themen referierte. Als Neuigkeiten wurde der Start des „Nightball“ für Kirchheims Jugend und der „Rolli-Bus“ für Behinderte vorgestellt.

Dann übernahm Veronika Bohmann von der Energie Agentur Ebersberg-München das Mikro und nannte Fakten und Beispiele aus dem Solarpotenzialkataster, die von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden.

Nach einigen Beispielen aus der Abteilung „Natur und Umweltschutz“ kam der Rathaus-Chef zu seinem Lieblings-Thema, der Landesgartenschau 2024. Über die Historie und Zukunft des Projekts berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Keck und sagte, dass „die Vorbereitungen sowohl für die Gründung einer Kirchheim 2024 GmbH als auch eines Realisierungswettbewerbs laufen“.

Bei dem Thema „Ortsentwicklung“ hatte Böltl genügend Anschauungsmaterial mitgebracht. Sei es das Bürgerhaus, das Räter-Einkaufszentrum, Maßnahmen zur Steigerung des Ortskerns (Was passiert mit dem alten Rathaus?) und die umfangreichen Maßnahmen für Kirchheim 2030, die ja mit der Landesgartenschau verbunden werden. Im Katalog „Infrastruktur und Bauen“ ging es um die Barrierefreiheit im Ortskern, um die neue Buslinie 262 zur Messestadt Ost inklusive MVV-Tarifreform, um Elektromobilität und Carsharing sowie Informationen über den Rathaus-Neubau.

Was mit dem Geld der Gemeinde passiert, erfuhren die Bürger anhand von Grafiken bei „Investitionen und Steuereinnahmen“. Trotz der zahlreichen Aufgaben sieht Böltl in den zirka 28.8 Millionen Euro Schulden keine Probleme – stehen doch 15,4 Millionen Euro an eigenen Grundstückswerten entgegen („Die stehen nicht im Haushalt“). Auch sind für 2019 keine Schulden geplant und man wird im kommenden Jahr fast 16 Millionen Euro investieren – unter anderem in das Haus der Kinder, den Rathaus-Neubau und Wohnungen an der Rosenstraße. Positive Neuigkeiten gab es bei den Gewerbesteuereinnahmen, die im Vergleich zum Vorjahr um rund 5,6 Millionen auf 13,8 Millionen Euro steigen. „Das hat auch mit dem Engagement unseres Wirtschaftsförderers Tobias Schock zu tun“, sagte Böltl und nannte dabei das Rechenzentrum Spacenet, IT SMP, Ascorpi und die Maxx Arena.

Die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche – „meine Premiere bei einer Bürgerversammlung“ – lobte Kirchheim in Sachen Familie, Demenzhilfe und Mobility als führende Gemeinde im Landkreis. Sie sagte außerdem volle Unterstützung bei der Durchführung der Landesgartenschau zu.

In einer launigen Rede – obwohl der ernsten Themen – berichtete Karl-Heinz Schilling, Dienststellenleiter der Polizei-Inspektion Haar, über die Kriminalitätsentwicklung und Unfallzahlen in der Gemeinde. Deren Zahlen liegen unter dem Landkreis-Durchschnitt – es gab seit einem Jahr keinen Wohnungseinbruch und keinen Schulweg-Unfall. Auch gibt es einen Rückgang bei Verkehrsunfällen.

Zum Abschluss – viele Zuhörer waren nach mehr als zwei Stunden Präsentation schon gegangen – wurden noch einige Themen wie beispielsweise bessere MVV-Tarife, Ausbau von Radwegen, Mangel an Schulweghelfern, Qualitätsförderung des Heimstettener See von Bürgern vorgetragen und mit den Vertretern der Verwaltung und der Landrätin diskutiert. 

Gerhard Fuhrmann

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Gemeinderat Kirchheim stimmt gegen den Bürgermeister und Gratisbusse
Gemeinderat Kirchheim stimmt gegen den Bürgermeister und Gratisbusse
HOLIDAY ON ICE entdeckt ATLANTIS
HOLIDAY ON ICE entdeckt ATLANTIS

Kommentare