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Über das Strukturkonzept „Kirchheim 2030“ wird am 24. September entschieden

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Große Ziele verfolgt die Gemeinde Kirchheim mit ihrem Strukturkonzept „Kirchheim 2030“. Am Sonntag, 24. September, entscheiden die Bürger darüber, ob das Konzept angenommen oder abgelehnt wird.
Große Ziele verfolgt die Gemeinde Kirchheim mit ihrem Strukturkonzept „Kirchheim 2030“. Am Sonntag, 24. September, entscheiden die Bürger darüber, ob das Konzept angenommen oder abgelehnt wird. © Grafik: Gemeinde Kirchheim

Eine attraktive Verbindung der beiden Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten durch den Ortspark, eine Stärkung der Ortskerne, den Erhalt der Identität und des Charakters von Kirchheim durch viel Grün, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und Verbesserungen im Verkehrsbereich. Diese sind die Ziele der Strukturplanung „Kirchheim 2030“. Am 24. September entscheiden die Kirchheimer Bürger, ob die Planung auch Realität wird.

Ein Planungsausschuss mit Bürgermeister Maximilian Böltl und den Gemeinderäten Franz Glasl (CSU), Gerd Kleiber (FDP) und Stephan Keck (SPD) hat das Strukturkonzept maßgeblich gestaltet. Und das Vorhaben ist durchaus ehrgeizig: Bis zum Jahr 2030 soll auf einer 486.000 Quadratmeter großen Fläche ein neues Ortszentrum entstehen, das die beiden Ortsteile Kirchheim und Heimstetten über einen großen Ortspark mit öffentlichen Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen, Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten sowie einer Fahrrad- und Fußwegachse verbinden soll. Zudem sollen neue Wohnangebote für Ortsansässige, Familien und Senioren im Rahmen einer verträglichen Ortsentwicklung geschaffen werden. Insgesamt sollen im Umgriff des neuen Ortsparks rund 900 Wohnungen und 330 Eigenheime gebaut werden. Dabei soll ein unbegrenzter Zuzug beziehungsweise eine massive Neuausweisung von Wohnbauland verhindert werden. Deshalb wurde der Umgriff des ursprünglichen Planungsgebietes halbiert. Außerdem wird das Wohnbauland nur schrittweise innerhalb von zehn bis 15 Jahren ausgewiesen. Dadurch soll ein sensibles Wachstum gewährleistet werden.

30 Prozent des neu geschaffenen Wohnraums kann nur von Ortsansässigen zu einem reduzierten Preis gemietet oder gekauft werden. Dies garantiert ein städtebaulicher Vertrag mit den Grundstückseigentümern. Der Gemeinderat hat außerdem einen höheren Anteil an Mehrfamilienhäusern beschlossen, als ursprünglich im Wettbewerb vorgesehen. Damit soll der Preis- entwicklung begegnet und mehr Bürgern bezahlbarer Wohnraum ermöglicht werden. Über das „Kirchheimer Modell“ sollen alle Grundstückseigentümer an den Folgekosten der Baulandentwicklung beteiligt werden.

Einen angemessenen Ausgleich für die Wohnbebauung sollen neue Grünflächen schaffen. Sie sollen dieselbe Größenordnung wie die Wohnbebauung haben. Kernelement ist der neue, über 101.200 Quadratmeter große Ortspark zwischen der Grundschule Kirchheim und der Silva-Grundschule in Heimstetten. Er soll rund einen Kilometer in der Länge messen und durchschnittlich 80 Meter breit sein.

Neben den bereits bestehenden Gebäuden der Grund- und Mittelschule und des Jugendzentrums sollen am Park weitere öffentliche Einrichtungen entstehen. Dazu gehören das neue Gymnasium mit Turnhalle und ein zentrales Rathaus mit Bürgersaal und Bücherei. Das Seniorenzentrum soll erweitert werden. Geplant sind zudem ergänzende Einrichtungen für Kinder in den Wohngebieten. Auch im Bereich Verkehr soll „Kirchheim 2030“ Verbesserungen für die Bürger bringen. Fünf Fuß- und Radfahrwege sollen die Gemeindeteile verbinden und zudem für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Ein Umbau am „Kirchheimer Ei“ soll die Kreuzungssituation in diesem Bereich verbessern. Ein Konzept für den ruhenden Verkehr, eine anwohnerschonende Erschließung der neuen Wohngebiete von außen und eine verbesserte Anbindung an die Staatsstraße sind ebenfalls geplant.

Im Rahmen von Kirchheim 2030 sollen Infrastrukturmaßnahmen wie Rathaus, Ortspark, Kinderbetreuung und Brücken realisiert werden. Die Kosten dafür sollen zu einem großen Teil die Grundstückseigentümer, also vor allem die Bauträger, tragen. Sie sollen sich mit 85,8 Millionen Euro an dem Projekt beteiligen, während die Kosten der Gemeinde bei 27,7 Millionen Euro liegen. Über Steuermehreinnahmen durch die neuen Einwohner sowie den laufenden Haushalt will die Gemeinde Kirchheim ihren Anteil finanzieren.

rat hat der Strukturplanung „Kirchheim 2030“ mit 19 gegen eine Stimme zugestimmt. Lediglich Grünen-Gemeinderat Rüdiger Zwarg votierte gegen die Pläne.

Das letzte Wort aber haben jetzt die Kirchheimer Bürger. Sie stimmen am 24. September über die entscheidende Frage ab: „Sind Sie für die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal zwischen den Gemeindeteilen Kirchheim und Heimstetten (486.600 m²) auf Grundlage des Strukturkonzepts ,Kirchheim2030‘“?

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