Investitionen von über 130 Millionen Euro

Städtebaulicher Vertrag für Kirchheim unter Dach und Fach

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Bürgermeister Maximilian Böltl unterzeichnet des Städtebaulichen Vertrag für Kirchheim 2030.

Nach mehr als vier Jahren und über 170 Terminen ist es geschafft – der Städtebauliche Vertrag für Kirchheim 2030 ist geschlossen und vom Gemeinderat genehmigt. Über 130 Millionen Euro wollen die Investoren in das Projekt stecken.

Kirchheim – Bürgermeister Maximilian Böltl spricht von einem „Megapaket für Kirchheim“, das Ergebnis sehr harter Verhandlungen sei und unter der Mitwirkung vieler Beteiligter entstand. Der Vertrag wird komplett veröffentlicht. „Kirchheim 2030 bleibt damit vollständig transparent“, so Böltl.

Kirchheim 2030 umfasst 13 Grundstückseigentümer. Der Vertrag regelt unter anderem, welche Kosten zu übernehmen sind und wie der Wohnraum für Ortsansässige zur Verfügung gestellt wird.

Die Gemeinde selbst hat heute rund 185.000 Quadratmeter Grundvermögen im Umgriff und erhält künftig 298.000 Quadratmeter, um dort alle öffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheim, Rathaus, Gymnasium und Ortspark zu entwickeln.

„Insgesamt tragen die Investoren jetzt Lasten in einem Volumen von 135 Millionen Euro, die dem Gemeinwohl zugutekommen. Ein hervorragendes Ergebnis, das wir mit konsequenter, klarer Haltung erreichen konnten“, erläutert der Bürgermeister.

Für die Verkehrserschließung sind laut dem Vertrag 26,57 Millionen Euro vorgesehen, für Grün- und Ausgleichsflächen 17,18 Millionen Euro. Die Gemeinde trägt neben den Kosten für die Ausgleichsflächen ihrer eigenen Baumaßnahmen ausschließlich noch die Kosten für den Ortspark und den Umbau des Kirchheimer Ovals (Kreuzung Heimstettener Moosweg/Staatsstraße 2082). Beides sind Maßnahmen, für die eine hohe Fördersumme vom Freistaat Bayern erwartet wird und die deshalb nicht kofinanziert werden dürfen. An allen anderen Straßen-, Wege- und Brückenbauten sowie öffentlichen Grünanlagen ist die Gemeinde finanziell überhaupt nicht beteiligt, sie ist aber Auftraggeber des Erschließungsträgers (Bayerngrund) und entscheidet über Planung und Ausführung.

In die Soziale Infrastruktur wie KITAs und Schulen fließen 15,35 Millionen Euro. Der Rathaus-Anteil beträgt 7,45 Millionen Euro. Für Planung, Gutachten, Rechtsberatung (seit 2009) werden 5,45 Millionen Euro aufgewendet.

30 Prozent des neuen Wohnraums werden gebunden für Ortsansässige. Zehn Prozent des Wohnraums werden gebunden für den Verkauf an Ortsansässige nach gemeindlichen Kriterien jeweils zehn Prozent unter dem Listenpreis. Der Vergabebeginn ist voraussichtlich breits im kommenden Jahr. 15 Prozent des Wohnraums werden gebunden für die Vermietung an Ortsansässige nach gemeindlichen Kriterien. Der Mietpreis beträgt nach aktuellem Stand damit etwa 13 Euro pro Quadratmeter. Die Marktmiete bei einem Neubau beläuft sich aktuell auf 16 bis 17 Euro pro Quadratmeter. Ein Prozent des Wohnraums wird gebunden für die Vermietung an Ortsansässige mit besonderem Bedarf nach gemeindlichen Kriterien. Der Mietpreis beträgt nach aktuellem Stand etwa 10,50 Euro pro Quadratmeter. Vier Prozent des Wohnraums werden für Betreutes Wohnen am Südende des Parks reserviert. Dies entspricht rund 75 Wohnungen inklusive Personalwohnungen. Die Anmietung erfolgt durch das Collegium 20000, das dann an Senioren untervermietet.

„Zusätzlich erhält die Gemeinde unentgeltlich Zugriff auf rund 40.000 Quadratmeter Fremdflächen für die temporären Anlagen der Landesgartenschau. Für die Bebauung sind überschaubare Abschnitte definiert, damit wir langsam wachsen. Um eine hohe Qualität sicherzustellen, müssen alle Bauanträge vor Einreichung noch durch einen eigenen Gestaltungsbeirat, der auf gute Architektur achten wird“, so Böltl. „Mein Dank gilt allen Beteiligten, allen voran unserer Projektleitung Martina Görner, den Rechtsanwälten Dr. Thilo Fichtner und Stephan Kleber“, so der Bürgermeister weiter. „Intensiv unterstützt haben uns auch die beauftragten Gemeinderäte Franz Glasl, Stephan Keck und Gerd Kleiber, die ehrenamtlich beteiligt waren“.

Der vollständige Städtebauliche Vertrag ist online unter www.kirchheim2030.de/dialog/blog/article/55-Vertrag-fuer-Kirchheim-2030-abgeschlossen zu finden.

Mehr über Kirchheim, Aschheim und Feldkirchen gibt es in der Übersicht.

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