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Sorgen um die Ortsmitte in Kirchheim

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Bankgebäude in Kirchheim.
Das derzeitige VR-Bank-Gebäude in der Kirchheimer Ortsmitte könnte in ein Ärzte-Zentrum umgebaut werden. © Fuhrmann

Neben Post und Bank verschwindet demnächst auch das Rathaus aus der Ortsmitte Kirchheim. Die entstehenden Lücken sind nicht leicht zu schließen.

Kirchheim – In vielen Kommunen wird – oft schon über eine längere Zeit – über die Ortsentwicklung diskutiert. Meist steht dabei das „Ortszentrum“ im Mittelpunkt. So auch in Kirchheim, wo am Marktplatz schon vor Jahren die Postfiliale schloss und die unteren Räume der Immobilie leer standen. Nun wiederholt sich auf der gegenüberliegenden Seite das Gleiche: Die VR-Bank schließt die Filiale und lässt nur noch einen Geldautomaten stehen.

„Das Fehlen der beiden Frequenzbringer haben dem Ortskern schwer geschadet“, sagte Bürgermeister Maximilian Böltl bei einem Rundgang und nun kommt der nächste Rückschlag: In gut einem Jahr zieht das Rathaus in das neue Quartier zwischen Kirchheim und dem Gemeindeteil Heimstetten. Dann werden die Einzelhändler und die Gastronomie voraussichtlich mit weiteren Einbußen rechnen müssen. Ebenso könnte das eine oder andere Geschäft schließen, da einige noch unter den Nachwirkungen der Pandemie leiden und die aktuellen Umsätze das Minus nicht ausgleichen. Zudem beschleunigen die steigenden Energiekosten, die Online-Angebote und die Nähe der vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten in Parsdorf und Riem die Probleme der einheimischen Läden.

Kirchheimer Marktplatz mit Gebäuden.
Der „Kunstraum“ in der ehemaligen Postfiliale ist ein offener Treff für Kreative. © Fuhrmann

„Wir müssen unbedingt die entstandenen und entstehenden Lücken schließen“ so Böltl, „und uns Gedanken machen, wo wir einkaufen“. Für ihn ist „Kauf im Ort, sonst sind sie fort“ ein Leitsatz, um die Gemeinde – damit auch das Zentrum – attraktiv und lebendig zu erhalten. „Wir haben es selbst in der Hand, um die Talsohle zu überwinden“, meint der Ratschef und hat auch schon Lösungen parat. So könnte aus dem VR-Gebäude ein Ärztehaus entstehen („wir sind schon in Verhandlungen“) und in einigen Räumen der Postfiliale (Gemeinde ist dort Mieter) gibt es schon seit drei Jahren den „Kunstraum“, der sich als Treffpunkt von Kreativen etabliert hat und in der Gemeinde großen Anklang findet. Das könnte sogar noch forciert werden, wenn in den restlichen leerstehenden Flächen die „Tafel“ (aktuell im JUZ) einziehen könnte. Das würde die Frequenz rund um den Marktplatz positiv beeinflussen.

Da ging unter anderem die Gemeinde schon in Vorleistung, denn dort wurden ein Bücherschrank, stylische Liegeflächen, Mieträder und E-Ladesäulen aufgestellt. Auch die barrierefreie Gestaltung des Marktplatzes rundet den positiven Eindruck ab. Den werden hoffentlich auch die Bürger schätzen und nutzen, die in den Neubaugebieten von „Kirchheim 2030“ einziehen und neben dem Räter- und Brunnen-Zentrum hoffentlich die Ortsmitte wieder neu entdecken. Vielleicht hilft auch die Landesgartenschau 2024, um Besucher auf das Areal rund um den Marktplatz aufmerksam zu machen.

Gerhard Fuhrmann

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