Selbstbewusst und diskutierfreudig

Die Jungbürgerversammlung in Kirchheim war mit rund 40 Jugendlichen – und einem Dutzend Gemeinderäten als Zuschauer – nicht nur gut besucht, sondern die zahlreichen Anfragen und Diskussionsbeiträge zeugten von lebhaftem Interesse. Dabei ging es sowohl um jugendrelevante Themen als auch um allgemeine kommunalpolitische Belange.

„Demokratie lebt vom Mitmachen“, betonte der neue Streetworker Dominik Ulbrich zu Beginn der Veranstaltung, deren Ziel die Motivation junger Leute zu einer aktiven Teilnahme am politischen Leben sei. Die Rechnung ging offenbar auf. Denn die jungen Besucher trauten sich nicht nur, Bürgermeister Heinz Hilger (VFW) ihre Anliegen vorzutragen, sondern sie diskutierten auch angeregt über einzelne Punkte und suchten nach anderen Möglichkeiten. Auch wenn manche Beiträge genauso gut von Senioren hätten stammen können, war die Atmosphäre im Jugendzentrum (JUZ) doch sehr lässig. Auch mochten sich die Jugendlichen keine Regeln überstülpen lassen. Auf Hilgers Erklärung, bei Abstimmungen dürfe sich wie im Gemeinderat niemand enthalten, kam aus dem Publikum: „Wir sind aber nicht im Gemeinderat.“ Ermunterung Hilger versicherte, dass alle Anträge, Anregungen und Anfragen von der Verwaltung bearbeitet werden, und ermunterte bei manchen Themen zur Diskussion, um ein möglichst breites Meinungsbild zu bekommen. Der 15-jährige Thomas Stephan beantragte einen Pool beim JUZ, wofür sofort fast alle Hände in die Höhe gingen. Hierfür muss neben den Kosten allerdings die Haftungsfrage geklärt werden. Auch wurde nach den Aussichten für ein richtiges Schwimmbad gefragt. Hilger verwies auf hohe Kosten für Bau und Betrieb sowie die Entscheidung der AFK Geothermiegesellschaft, kein Bad zu bauen. „Das muss jetzt jede Gemeinde selbst überlegen“, sagte er. Ganz unterschiedliche Reaktionen rief der Antrag des 12-jährigen Alex auf ein Kino hervor. Einige fanden das aufgrund der großen Nachfrage sinnvoll, die meisten lehnten es jedoch ab. Für die Gemeinde sei das zu teuer. Bis sich ein Betreiber finde, gebe es vielleicht schon etwas ganz anderes. Außerdem sei man in 20 Minuten in Erding im Kino. Aber die Filmvorführungen im JUZ könne man wieder intensivieren. Flutlicht für Skater Die Skater erneuerten ihren Antrag auf Flutlicht und zusätzliche Rampen für die Anlage an der Autobahn. Das Thema lag auf Eis, solange die Streetworkerstelle unbesetzt war. Nun soll gemeinsam mit dem neuen Streetworker ein Konzept erarbeitet werden. Außerdem wünschen sich die Jugendlichen eine bessere Bus-anbindung für den MacDonalds an der Staatsstraße, der ein Jugendtreffpunkt sei. Derzeit geht der Bus ins Kirchheimer Gewerbegebiet nur zu den Stoßzeiten. Von einer regelmäßigen Verbindung würden auch die vielen Jugendlichen profitieren, die beim KSC am Merowinger Hof trainieren. Ortsmitteplanung Von kommunalpolitischem Interesse zeugten die Fragen nach der Zeitschiene der Ortsmitteplanung und der Ansiedlung von Ikea. Manuel Spagl regte an, den Möbelriesen für Kirchheim statt für Feldkirchen zu gewinnen. „Sonst haben wir nur den Verkehr, aber keine Gewerbesteuer“, begründete er. Auch andere Wortmeldungen drehten sich um den Verkehr – sonst eher ein Thema der älteren Generation, die sich dadurch belästigt fühlt. So monierte eine Besucherin, dass auf den Eigentümerwegen trotz Fahrverbots immer wieder Autos fahren. Eine andere fand, auf der Hauptstraße werde zu schnell gefahren. Ob man da nicht mit Bodenwellen gegensteuern könne? Auch wurde kritisiert, dass der Bus oft fünf Minuten Verspätung habe und die S-Bahn dann nicht mehr zu erreichen sei. – FL –

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