Laubholzbockkäfer – endlich weg?

Seit 2014 wird in Neubiberg der asiatische Schädling bekämpft

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Spürhund Franzi sucht in einer Hecke nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB).

Immer mehr Tiere und Pflanzen werden aus anderen Ländern nach Europa eingeschleppt. Die Ausbreitung, auch „biologische Invasion“ genannt, lässt sich häufig nicht mehr rückgängig machen. In Neubiberg wurde vor fünf Jahren der Asiatische Laubholzbock­käfer (ALB) gefunden.

„Nach dem derzeitigen Stand der Dinge, hoffen wir, dass es keine Funde mehr geben wird“, sagt Elke Zahner-Meike von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zum Thema Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) in Neubiberg. Im Oktober 2012 waren Käfer in Feldkirchen, dann im September 2014 in Neubiberg gefunden worden. Im Mai des darauffolgenden Jahres wurde dort zuletzt noch eine Larve aufgespürt. Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein eingeschleppter Baumschädling, der fast alle heimischen Laubbaumarten befallen und auch gesunde Bäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen kann. Er gilt deshalb als besonders gefährlich.

Der Käfer findet seinen Weg nach Deutschland meist im Verpackungsholz aus Asien. Nach einer EU-Bestimmung müssen die befallenen Bäume gefällt, gehäckselt und sofort verbrannt werden. Wird ein Befall festgestellt, müssen auch im Umkreis von hundert Metern alle weiteren möglichen Wirtsbäume gefällt werden.

Um sicher zu gehen, dass es keine Exemplare mehr gibt, wird in diesem Jahr ein, so Zahner-Meike, hoffentlich letztes Monitoring durch die LfL durchgeführt. Dafür werden ab Anfang Juni noch einmal 70 Pheromonfallen aufgehängt, da dann die Flugsaison der Käfer beginnt. Diese bleiben bis zum Ende der Saison im Herbst hängen. Auch die zurzeit rund 20 Fangbäume, die in Neubiberg und Waldperlach aufgestellt wurden, bleiben bis dahin. Um ein Ausbreiten des Käfers zu verhindern, mussten Im ALB-Befallsgebiet Neubiberg seit dem Fund im September 2014 bis heute (aktuell liefen die letzten Fällungen im September 2015) in der Siedlungsfläche rund tausend Laubgehölze gefällt werden. Der weitaus überwiegende Anteil dieser Gehölze hatte einen Stammdurchmesser von unter 10 Zentimetern. Ein im Februar dieses Jahres durchgeführtes Kronen-Monitoring ergab keinen Befund, ein Bodenmonitoring soll noch folgen. Zum Ende der Saison von August bis Oktober werden dann noch ein letztes Mal die Baumkronen untersucht, um diese sowohl im unbelaubten als auch belaubten Zustand untersucht zu haben. Garten und Baumbesitzer sollten selbst die Bäume noch einmal nach den typischen Anzeichen für einen Befall kontrollieren: Als Wirtspflanzen führt die LfL 29 Gattungen auf, darunter Ahorn, Rosskastanie, Erle, Birke, Sommer- und Schmetterlingsflieder, Hainbuche, Hasel, Ölweide, Buche, Esche, Apfel, Platane, Pappel, Steinobst wie Kirsche und Zwetschge, Birne, Robinie, Weide, Linde und ­Ulme.

Bis zur Aufhebung der Quarantänezone muss Laubholz-Schnittgut mit einem Durchmesser über ein bis zwei Zentimeter immer noch bei den amtlich zugelassenen Sammelstellen abgegeben werden. Nach der aktuellen Allgemeinverfügung gilt der Quarantänestatus für das Neubiberger Befallsgebiet bis zum 31. Dezember 2019. Eine Informationsveranstaltung ist zum Jahresabschluss geplant.

In Bayern war der Käfer bis jetzt an fünf Orten aufgetreten: Feldkirchen (Landkreis München), Kelheim (Landkreis Kelheim), Murnau a. Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), Neubiberg (Landkreis München) und Ziemetshausen, Ortsteil Schönebach (Landkreis Günzburg). In Neukirchen am Inn (Landkreis Passau) wurde er laut LfL 2015 erfolgreich ausgerottet. 

Claudia Engmann

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