Hehre Ziele, auf die man noch lange warten muss

Radschnellweg-Planung in Kirchheim vorgestellt

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Eine Fahrradstraße zum Heimstettner See hat Kirchheim seit 2018. Bis ein Radschnellweg realisiert wird, wird es aber noch einige Jahre dauern.

Ein Radschnellweg soll München und Markt Schwaben verbinden und auch durch Kirchheim führen. Jetzt haben die Planer erstmals die Überlegungen dazu vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass es die unterschiedlichsten Wünsche für die Trassenführung gibt. Sie sollen nun genauer untersucht werden.

Insgesamt fünf Radschnellwege sollen im Großraum München entstehen. Einer von ihnen soll von der Landeshauptstadt nach Markt Schwaben führen, vorbei an Feldkirchen und Kirchheim. Jetzt hat das Büro Planersocietät aus Dortmund die ersten Ideen für das Projekt vorgestellt. Auch die rund 40 anwesenden Bürger konnten ihre Trassenvorschläge unterbreiten.

Dabei wurde schnell deutlich, dass sich die Planungen noch im absoluten Anfangsstadium befinden. Dies liegt zum einen daran, dass die Anforderungen an eine solche „Fahrrad-Autobahn“ recht hoch sind. „Radschnellverbindungen sind Verbindungen im Radverkehrsnetz einer Kommune oder einer Stadt-Umland-Region, die wichtige Quell- und Zielbereiche mit entsprechend hohen Potenzialen über größere Entfernungen verknüpfen und durchgängig ein sicheres und attraktives Befahren mit hohen Reisegeschwindigkeiten ermöglichen“, heißt es in einer Studie des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV). Für leichtes Überholen müssten Radschnellwege eine komfortable Breite aufweisen: mindestens drei Meter in eine oder vier Meter in zwei Richtungen. Sie sollten zudem Geschwindigkeiten von mindestens 30 Stundenkilometern ermöglichen und Zeitverluste an Ampeln oder Kreuzungen gering halten – durch Über- und Unterführungen sowie Vorfahrtsrechte. Für die Sicherheit würden parallele Fußwege, Beleuchtung und Winterdienst eine große Rolle spielen. Und damit sich der Bau einer Trasse auch wirklich lohnt und die Strecke eine echte Alternative zum Autofahren bieten kann, sollte der Radschnellweg mindestens fünf Kilometer lang sein.

Für die Dortmunder Planer bedeutet dies einen hohen Aufwand bei den Untersuchungen. Sie müssen potentielle Trassen für die Radschnellwege Meter für Meter mit Action-Cams, die auf Rändern montiert sind, untersuchen. Von dem Ergebnis dieser Testfahrten hängt es dann ab, wo eine Strecke gebaut werden oder vielleicht übernommen werden könnte.

Und welche Strecken kommen in Kirchheim konkret in Frage? Das Radverkehrskonzept der Gemeinde Kirchheim, dessen Abschlussbericht im Februar 2017 vorgelegt wurde, wurden in Abstimmung mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und dem Bund Naturschutz (BN) drei mögliche Routen vorgeschlagen. Dies war einmal der Korridor München – Feldkirchen - Kirchheim - Poing entlang der S6. Sie führt weitgehend parallel zur Bahnlinie über den Heimstettener See und das Räterzentrum. Ein weiterer möglicher Radschnellweg, der als „auch für weniger sportlich ambitionierte Radfahrer geeignet“ eingestuft wurde, führt zur U-Bahn-Endhaltestelle Messestadt-Ost. Und schließlich wurde die neue Ortsmitte vorgeschlagen. Ihre „grünen Mitte“, die durch eine zentrale „Radfahrmagistrale“ erschlossen werden könnte, führe „in attraktiver Umgebung weitestgehend autofrei in Nord-Süd-Richtung durch das Gemeindegebiet und reiht alle wesentlichen gemeindlichen Ziele aneinander auf“.

Bei der Informationsveranstaltung wurden vier mögliche Trassen ins Gespräch gebracht. Während Bürgermeister Maximilian Böltl eine Route entlang der Kreisstraße favorisiert, kommen von Bürgerseite drei andere Vorschläge: entlang der S-Bahn-Strecke, ein Weg südlich von Kirchheim von Riem über Feldkirchen nach Poing oder eine Route nördlich von Kirchheim entlang des Speichersees.

Und wie geht’s nun weiter? Zunächst einmal will das Team der Planersocietät die vorgeschlagenen Strecken abfahren. Dann soll eine Machbarkeitsstudie erstellt und schließlich zwei Trassen ausgearbeitet werden. Das wird voraussichtlich bis 2020 dauern. Über die Kosten und einen möglichen Zeitplan konnten die Planer noch nichts sagen. Dies hängt unter anderem von Grundstückfragen, Brücken oder Unterführungen ab. Mit vielen Jahre wird man aber bis zur Realisierung sicher rechnen können.

Doch dann soll der Radschnellweg gemäß des Radverkehrskonzepts attraktive Verbindungen schaffen – und zwar nicht nur für Kirchheimer Bürger, sondern auch für die Bürgern der Nachbargemeinden, die derzeit mit dem Auto lästigen Durchgangsverkehr in Kirchheim verursachen. fit

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