Umweltfreundliches Workout „Plogging“ in Feldkirchen, Aschheim und Kirchheim

Laufend den Dreck und Müll beseitigen

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Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Beim „Plogging“, einem Fitness-Trend aus Schweden joggt man durch Parks und Wälder und sammelt herumliegenden Müll auf.

Ein Fitnesstrend aus Schweden kommt nach Deutschland: „Plogging“. Jogger sammeln auf ihrer Laufstrecke herumliegenden Müll ein. Somit helfen die „Plogger“ nicht nur der Umwelt, tun auch etwas Gutes für ihren Körper. „Plogging-Aktionen“ finden im Rahmen der landkreisweiten Klimawoche am Mittwoch, 24. Juli, in Feldkirchen, Aschheim und Kirchheim statt.

Thomas Wimmer, im Jahr 1949 Oberbürgermeister der Stadt München, war es, der erstmals zum gemeinsamen „Ramadama“ aufrief. Damals ging es darum, die vielen Kriegsschäden und Schutthalden innerhalb der Landeshauptstadt zu beseitigen. 70 Jahre später treffen sich meist im Frühling Freiwillige, um gemeinsam auf den Straßen, in Parks, auf öffentlichen Plätzen oder in den Wäldern Müll einzusammeln. Diese Aufräumaktionen heißen noch heute „Ramadama“ („Räumen tun wir“). Ein neuer Trend ist „Plogging“. Im Rahmen der Klimawoche des Landkreises München findet das „Ramadama im Laufschritt“ in Feldkirchen, Aschheim und Kirchheim statt.

„Plogging“ ist ein umweltfreundlicher Fitnesstrend aus Schweden. In dem Begriff stecken die beiden Wörter „plocka“ und „Jogging“. „Plocka“ ist Schwedisch und bedeutet aufheben sowie pflücken. „Es gab diverse Treffen mit dem Landratsamt, um die Klimawoche, die nun vom 22. bis 26. Juli stattfindet, vorzubereiten“, so Michael Reiprich, Umweltreferent der Gemeinde Feldkirchen. „Uns standen alle Möglichkeiten für Aktionen und Angebote offen. Hauptsache es geht um das Klima und ums Recycling.“ Reiprich konnte sich sehr schnell mit der Idee anfreunden, den Bürgern eine Mitmach-Aktion anzubieten. Und genau das bietet „Plogging“: Laufend oder joggend sind Teilnehmer in Feldkirchen am Mittwoch, 24. Juli, zwischen 17 und etwa 21 Uhr in der Gemeinde unterwegs und sammeln achtlos weggeworfenen Müll ein. „Wir bieten das ,Plogging‘ in Kooperation mit dem TSV Feldkirchen an“, sagt Reiprich weiter. „Beim TSV gibt es ja diverse Laufgruppen, der Verein war also sofort Feuer und Flamme, gemeinsam ein ,Plogging-Event‘ auf die Beine zu stellen.“ Extra für Kinder gibt es einen Lauf, der um 17.30 Uhr startet. Die Erwachsenen tun laufend ab 19 Uhr Gutes. Treffpunkt ist am Sportplatz an der Olympiastraße 1 in Feldkirchen. Die Gemeinde stellt den Teilnehmern Einweg-Handschuhe und bringt ausreichend Müllsäcke mit. Der Feldkirchner Umwelt- beauftrage Michael Reiprich sieht beim „Plogging“ auch den Vorteil, dass sich Teilnehmer beim Müll-Aufsammeln eben gleichzeitig sportlich betätigen: „Man macht was für sich selbst und räumt Unrat beiseite.“ So kann sich Reiprich durchaus vorstellen, dass auch künftig Plogging-Aktionen in Feldkirchen stattfinden. „Wir hatten in den vergangenen Jahren eigentlich keine Ramadama-Aktionen mehr, vielleicht lässt sich das ja wieder beleben“, so der Feldkirchner Umweltreferent. Bei den gewöhnlichen Aufräum­aktionen sei es allerdings wichtig, dass diese im Frühjahr stattfinden. „Wenn das Grün noch nicht ausgetrieben ist, sieht man den Müll besser herumliegen. „Die Aufräumaktion sollte stattfinden, bevor die Vögel zu brüten beginnen“, so Reiprich. Jetzt im Juli seien die Vögel mit der Brut bereits durch. „Da auch die Gemeinden Aschheim und Kirchheim am selben Tag im Rahmen der Klimawoche jeweils ein ,Plogging‘ veranstalten, könnte es auch gut sein, dass man sich im Laufe des Abends am ,Fidschi‘ trifft.“ Eine Abkühlung im Heimstettner See ist also durchaus erlaubt, solange der Müll nicht im See landet.
Verena Rudolf

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