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Neuer Architekt, neue Ideen

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Die neuen Pläne für das Seniorenheim in Feldkirchen stoßen auf breite Zustimmung.
Die neuen Pläne für das Seniorenheim in Feldkirchen stoßen auf breite Zustimmung. © oh

Die Pläne für ein Seniorenheim haben in Feldkirchen viele Diskussionen ausgelöst. Doch nun scheint eine Lösung gefunden. Ein überarbeitetes Konzept eines neuen Architekten stieß sowohl im Gemeinderat wie bei der Bürgerinitiative auf Zustimmung.

Feldkirchen – Die Eigentümer des Grundstücks an der Münchner Straße 22 haben sich nach dem Info-Markt im März vom bisherigen Architekten getrennt. Es wurde ein neuer Architekt beauftragt, mit den Anregungen aus dem Info-Markt ein neues Konzept zu erarbeiten. Dieses Konzept wurde im Juli in einer Fraktionssitzung vom Architekt Michael Winkelmann vorgestellt. Nach Einarbeitung einiger Anregungen aus der Mitte des Gemeinderats wurde das Planungskonzept nochmal in einer nicht-öffentlichen Sitzung im September vorgestellt. Das Konzept wurde von den Feldkirchner Gemeinderäten gegenüber der alten Planung als deutliche Verbesserung auf dem Grundstück Münchner Straße 22 gesehen und fand mehrheitlich Zustimmung, diese Planung der Bürgerinitiative vorzustellen.

Es wurden diverse Modifizierungen beziehungsweise Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Bebauungskonzeptes vorgenommen wurden, das hinsichtlich der Gebäudekörper und der zu kleinen Zimmergrößen kritisiert wurde. Statt 130 Pflegezimmer wird die Einrichtung nur noch über 90 Pflegezimmer verfügen. Die Zahl barrierefreier Wohnungen wurde von 30 auf 38 barrierefreies erhöht. Auch eine Tagespflege wird in dem Heim angeboten werden.

Die 90 Pflegezimmer waren ursprünglich mit einer Zimmergröße von jeweils 19,39 Quadratmetern und einer Achsbreite von 3,93 Quadratmetern geplant, was laut Winkelmann zwar der Mindestanforderung entsprechen würde, aber nach seiner Ansicht doch etwas knapp bemessen gewesen sei, vor allem hinsichtlich des Badbereiches. Der neue Grundriss sieht bei diesen Zimmern eine Größe von 22,10 Quadratmetern und eine Achsbreite von 4,52 Quadratmetern vor. Winkelmann wies allerdings darauf hin, dass es sich um eine schematische Darstellung handelt, die so nicht 1:1 umgesetzt werden muss. Zum Beispiel könne auch eine erkerartige Fenstersituation eingeplant werden. Die barrierefreien Wohnungen sollen in Größen von 45 bis 90 Quadratmetern angeboten werden.

Generell hat man sich auch konzeptionelle Gedanken zum Baukörper gemacht. Die jetzige Planung fügt sich nach Ansicht des Feldkirchner Gemeinderats besser in die umliegende Bebauung ein. Die ursprüngliche Torsituation wurde nicht als positiv erachtet und Gebäudekörper wurden zum Teil gedreht.

Neu ist auch eine teilweise Eingeschossigkeit, was auch zu einem besseren Einfügen in die umliegende Bebauung führt. Die höheren Gebäude könnten beispielsweise mit einer leicht geneigten Dachfläche ausgeführt werden. Die Erdgeschosssituation wurde partiell etwas breiter gestaltet, um eine optimale Zugangs- und Zufahrtssituation zu erhalten. Die Tiefgaragenzufahrt ist in das Gebäude integriert, auch, um Lärmemissionen entgegenzuwirken. Die Abstandsflächen zur umliegenden Bebauung werden nach den Vorgaben der Bayerischen Bauordnung eingehalten; tatsächlich werden sogar auch größere Abstandsflächen als notwendig geplant.

Die Planung der Außenanlagen des Landschaftsarchitekten Professor Rainer Schmidt sieht eine Fortsetzung der vorhandenen Strukturen vor. Es soll eine große Grünfläche entstehen mit Trennung von öffentlich zugänglich und privat. Ein großer im Bestand befindlicher Baum soll erhalten werden. Die weiteren geplanten Bäume sollen auf einer Erdschicht von 70 bis 75 Zentimetern Höhe gepflanzt werden.

Auf dem 3650 Quadratmeter großen Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Münchner Straße 35, auf dem ein Gebäude mit 53 Wohnungen, davon 25 barrierefrei und 28 Mitarbeiterwohnungen, entstehen soll, setzt sich die Gestaltung fort. Hier ist ein „grünes Band“ nicht nur aus optischen, sondern auch aus Schallschutzgründen vorgesehen. Durch die neue Anordnung ist der Schattenwurf auf die umliegende Bebauung und auch auf die Grünanlage sehr gering.

Bei der Bürgerinitiative stieß das neue Konzept grundsätzlich auf Zustimmung. Positiv wurde etwa beurteilt, dass das jetzige Bebauungskonzept nicht mehr so wuchtig wirken würde wie das ursprüngliche. Allerdings wurde kritisch angemerkt, dass das Vorhaben immer noch recht groß dimensioniert sei. Deshalb wurde angefragt, ob eventuell auf die geplanten Seniorenwohnungen verzichtet und stattdessen die Konzentration auf das Pflegeheim erfolgen sollte. Michael Winkelmann erklärte, dass in den Wohnungen auch Pflege angeboten werden kann. Sollte also etwa bei Bewohnern eine Pflegebedürftigkeit notwendig werden, wäre kein Umzug in ein Pflegeheim erforderlich.

Grundsätzlich wurde die neue Konzeption von der Bürgerinitiative durchaus positiv beurteilt. Lobend wurde auch erwähnt, dass sehr gut auf die seinerzeit geäußerten Kritikpunkte eingegangen und entsprechende Optimierungen in dem neuen Konzept umgesetzt wurden.

Der Gemeinderat hat auf seiner Sondersitzung beschlossen, das Projekt auf Basis der neuen Konzeptvorstellung weiterzuverfolgen und die Planer beauftragt, die bestehenden Gutachten auf das Konzept abzustellen.

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