Eine Grundlage aus künstlichem Grün

Neuer Sportplatz beim neuen Gymnasium Kirchheim

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Der Sportplatz beim neuen Kirchheimer Gymnasium wird einen Kunstrasen erhalten.

Der neue Gymnasium- Sportplatz bekommt Kunstrasen und Flutlicht. Und auch die örtlichen Vereine sollen ihn nutzen können. Das haben jetzt die Kirchheimer Gemeinderäte beschlossen.

In vielen Gemeinden laufen derzeit Diskussionen über Renovierung oder Neubau von Sportanlagen – sei es für Vereine oder Schulen. Hauptsächlich geht es um die Fragen: Kunst- oder Naturrasen? Mit Flutlicht oder ohne?

Auch in Kirchheim. In der jüngsten Gemeinderatsitzung stand die Freianlagenplanung mit einem zusätzlichen Sportplatz für den Erweiterungsbau des Gymnasiums Kirchheim auf der Tagesordnung. Diese ist durch den Zweckverband Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München auf den schulischen Bedarf ausgerichtet. Doch die heimischen Vereine haben Bedarf angemeldet. Deshalb hat die Verwaltung die außerschulische Nutzung des Fußballfeldes durch die ansässigen Vereine prüfen lassen. Denn die Vorstände des Kirchheimer SC (KSC) und des SV Heimstetten (SVH) bemängeln die zu geringe Zahl von Spielfeldern in der Gemeinde. Deshalb fordern sie für das Fußballfeld auf der Fläche des zukünftigen Gymnasiums einen Kunstrasen und eine Flutlichtanlage für den Ganzjahres-Betrieb.

Doch das wird nicht billig: Bei einer außerschulischen Nutzung der Sportflächen des Gymnasiums würden 433.460 Euro Gesamtkosten anfallen, da die notwendigen Zusatzkosten durch den Zweckverband nicht getragen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass weder im Haushaltsplan 2019 noch in der künftigen Finanzplanung finanzielle Mittel mit entsprechender Finanzierungsdarstellung für diese Investition vorgesehen sind. Deshalb wurde in der Sitzung die Diskussion „Pro/Kontra“-Kunstrasen sehr kontrovers geführt. So votierten Petra Mayer und Franz Glasl von der CSU, Josef Dirl (ÖDP) und Ewald Matejka (SDP) für einen Kunstrasen mit Flutlicht, wobei Matejka diesen vor allem für das Wintertraining nützen möchte: „Bei 500 Mitgliedern würde die Situation entzerrt.“ Auch Bürgermeister Maximilian Böltl ist für einen Kunst- rasen. „Für den schulischen Sportbetrieb wäre dieser das Beste“, so Böltl, denn dann würde ein Ausweichen auf die Anlagen der Nachbargemeinden aufhören. Zudem möchte der Bürgermeister unbedingt den Schulsportplatz auch für die Vereine öffnen. Doch dürfte es dort am Wochenende zum Wohle der Anwohner keinen Spielbetrieb geben, so Böltl. Der Vorschlag, dass man den Sportplatz auch während der Pause nutzen könnte, wurde von Susanne Merten-Wente (Die Grünen) „wegen eventuellen Vandalismus“ abgelehnt.

Gegen einen Kunstrasenplatz sprachen sich Gerd Kleiber (FDP) und Rüdiger Zwarg (Die Grünen) aus, der lieber eine kleine Fläche des Ortsparks als Rasenplatz nutzen möchte. Für Marcel Prohaska (SPD) kamen bei der Diskussion die „Nicht“-Vereinsorganisierten Bürger zu kurz: „Der Platz muss öffentlich zugänglich sein“, so Prohaska, „doch müsste im Vorfeld der Pflegeaufwand und die Belegung geklärt werden. Und da würden die Probleme schon anfangen“.

Bei der Frage nach der Installation einer Flutlichtanlage konnte Maximilian Böltl keine Zusicherung machen. „Dann brauchen wir über einen Kunstrasen nicht weiter diskutieren“, so Stephan Keck und Ewald Matejka von der SPD, „denn für einen Ganzjahres-Betrieb ist Flutlicht die Voraussetzung“.

Dieser Punkt wurde dann auch in den Beschlussvorschlag aufgenommen, der mit acht Gegenstimmen die außerschulische Nutzung der Freiflächen des Erweiterungsbaus Gymnasium ermöglicht und das Budget von 433.460 Euro für die Herstellung der hierfür notwendigen Anlagen freigab.

Gerhard Fuhrmann

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