Zeugen aus der Frühzeit

Neue archäologische Funde in Ascheim präsentiert

„Es ist immer eine Freude, nach Aschheim zu kommen. Hier kann man sich sicher sein, etwas zu finden“, erklärte der Archäologe Carl Göderz bei der Präsentation der neuesten Funde, die künftig das AschheiMuseum bereichern werden.

Dass Aschheim, das auf eine rund 4500-jährige Siedlungsgeschichte zurückblicken kann, für Archäologen eine „Schatzkammer“ ist, kann jeder Besucher im AscheiMuseum hautnah erleben. Dort werden ab kommenden Jahr auch einige der Funde zu sehen sein, die bei der jüngsten Grabung im Sommer vergangenen Jahres ans Licht kamen und seither aufwändig restauriert wurden.

Wie Archäologe Carl Göderz und Museumsleiterin Anja Pütz bei der Präsentation der Fundstücke erklärten, wurden sie an der Eichendorffstraße ausgegraben. Von dem Gelände, auf dem die neue Lkw-Servicestation der Firma Volvo Group Trucks Central Europe GmbH in Aschheim errichtet wird, war bereits bekannt, dass es sich um ein Bodendenkmal handelt. Auf dem Areal vermuteten die Forscher zu Recht die Fortsetzung eines sehr weiträumig angelegten Bestattungsplatzes aus der frühen Eisenzeit, etwa 750 bis 650 vor Christus. Bei den dortigen Gräbern handelt es sich wie zu dieser Zeit üblich um Brandbestattungen. Dabei wurden dem Leichenbrand des Verstorbenen zusätzlich ein- oder mehrere Gefäße, wohl ursprünglich reichhaltig mit Speise und Trank gefüllt, mitgegeben.

Mindestens elf Gräber

Mindestens elf Gräber konnte Ausgräber Göderz frei legen. Vermutlich waren es sogar mehr. Doch die Zeit und die frühere landwirtschaftliche Nutzung haben viel zerstört – zumal Gräber von ärmeren Leuten eher flach angelegt waren, wie der Archäologe erläuterte. Um die Funde nicht noch mehr zu beschädigen, wurden sie zum Teil in Blöcken geborgen. Erst im Labor der Restauratorin wurden die darin befindlichen Scherben freigelegt und die Gefäße, auf denen zum Teil noch Farbreste und Ritzungen zu erkennen sind, in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammengesetzt.

Dass der Aschheimer Boden noch weitere interessante Funde birgt, ist für Göderz und Pütz sicher. Sollte das nördlich angrenzende Gelände vor einer möglichen Bebauung archäologisch untersucht werden, wird auch dort einiges zu finden sein. Zumindest Siedlungsspuren, wenn nicht sogar weitere Gräber, glaubt Anja Pütz, die trotz aller bisherigen Funde noch einen archäologischen Wunsch hat: einen „Depotfund“.

Darunter sind wertvolle Gegenstände zu verstehen, die in Krisenzeiten von den Menschen versteckt wurden. In Aschheim konnte ein solcher Depotfund“ noch nicht gemacht werden. Für Pütz wäre dies denn auch ein absolutes Highlight. Ob der „Schatz“ dann aus Gold, Silber oder Kupfer ist, wäre der Aschheimer Museumsleiterin übrigens egal.

Derzeit aber ist sie mit den neuen Exponaten für ihr Museum vollauf zufrieden. Denn eigentlich gehörten diese archäologischen Funde der Volvo Group, da diese zum Zeitpunkt der Ausgrabung sowohl Grundstückseigentümer wie Verursacher der Ausgrabung war. Aber sie zeigte sich großzügig: „Dankenswerterweise schenkt die Volvo Group diese Funde dem AschheiMuseum, damit diese auch der Öffentlichkeit anschaubar gemacht werden können“, freut sich Pütz. fit

Auch interessant:

Meistgelesen

Kommentare