Neues Kinder-Sachbuch von Petra Breuer und Jennifer Bagley

Kirchheimer Geschichte(n) für die Schule

Kulturreferentin Katharina Ruf, Archäologin Jennifer Bagley, Kinderbuchautorin Petra Breuer und Bürgermeister Maximilian Böltl bei der Präsentation des Kirchheimer Kinderbuchs.
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Kulturreferentin Katharina Ruf, Archäologin Jennifer Bagley, Kinderbuchautorin Petra Breuer und Bürgermeister Maximilian Böltl bei der Präsentation des Kirchheimer Kinderbuchs.
  • vonThomas Fischer
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Die junge Römerin Silva und der Bajuwarenjunge Tassilo führen die Kirchheimer Kinder durch die Geschichte ihres Ortes – von der Jungsteinzeit bis heute.

Aschheim hat es vorgemacht, nun bekommen auch die Kirchheimer Kinder ihr Geschichts-Sachbuch: „Kirchheimer Geschichte(n) für Kinder“ lautet der Titel des Sachbuchs, das die Kinderbuchautorin Petra Breuer zusammen mit der Archäologin und Leiterin des Freilichtmuseums, Jennifer Bagley, im Auftrag der Gemeinde Kirchheim geschrieben hat. Im Buch erzählen die junge Römerin Silva und der Bajuwarenjunge Tassilo aus ihrem Leben sowie ihrem Alltag und behandeln weitere Kapitel der Kirchheimer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Buch ist angelehnt an den Heimat- und Sachunterricht.

Das Vorbild für das neue Kirchheimer Kinderbuch kommt aus Aschheim. Denn an den Aschheimer Schulen stehen ab der 3. Klasse „Aschheimer Geschichte(n)“ auf dem Lehrplan. Das Buch, das die Dornacher Autorin Petra Breuer zusammen mit Anja Pütz, Archäologin und Leiterin des AschheiMuseums, geschrieben hat, führt Kinder wie Erwachsene anschaulich durch die Ortsgeschichte von Aschheim und Dornach von der Jungsteinzeit bis heute. Eine gute Idee fand Christine Sarkar, Rektorin der Silva-Grundschule, und regte vor rund eineinhalb Jahren bei der Gemeinde Kirchheim an, für die Kirchheimer Schüler ein ähnliches Sachbuch zu schreiben.

Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden und so machte sich Petra Breuer gemeinsam mit Jennifer Bagley ans Werk, die Geschichte Kirchheims, Heimstetten und Hausens kindgerecht auszuarbeiten.

Bis in die Neuzeit

„Nach einem großen archäologischen Teil geht es in weitem Bogen in die Neuzeit“, erklärt Breuer den Aufbau. Die kleinen Leser erfahren dabei viel über historische Gebäude in Kirchheim, aber auch über Natur und Umwelt, etwa den Fidschi, den Heimstettener See. „Viel Platz nehmen auch die Bajuwaren ein“, ergänzt Bagley. Kein Wunder, kann Kirchheim doch mit dem Bajuwarenhof ein spektakuläres Archäologieprojekt vorweisen. Das die Kinder nach der entsprechenden Lektüre natürlich auch besuchen können, wie die Leiterin des Freilichtmuseums erklärt. „Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass die Kinder von Archäologie begeistert sind. Vor allem von den Römern und Asterix und Obelix“, so Bagley. Und da habe Kirchheim viel zu bieten, schließlich lebten Menschen seit 4500 Jahren an dem Ort. Da gebe es viel zu finden, wie auch die jüngsten Funde bei den Bauarbeiten zu „Kirchheim 2030“ bewiesen. Dabei stießen die Archäologen gegenüber des Gymnasiums auf ein bronzezeitliches Gräberfeld.

Die Geschichte des Ortes für die Kinder erfahrbar machen – das ist Ziel der „Kirchheimer Geschichte(n)“. Und das kommt bereits auf dem Titelbild zum Ausdruck. Dort finden sich neben den Kirchen und einigen Ortsansichten, laut Breuer, „Dinge, die den Ort ausmachen“: Musikkapelle, Schäffler, Bajuwarenhof, eine Archäologin, die nicht ungewollt Jennifer Bagley sehr ähnelt, aber auch die beiden Fußballvereine Kirchheimer SC und SV Heimstetten, Skate­park und Fidschi. „Alles auf dem Titel ist im Buch wiederzufinden“, erklärt Kirchheims Kulturreferentin Katharina Ruf. Der Inhalt sei dabei mit den Beteiligten abgestimmt worden. „Sie alle haben an diesem Buch mitgewirkt. Dafür ein großes Dankeschön“, so Ruf.

Für Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl ist das neue Sachbuch aber weit mehr als ein Ausflug in die Geschichte des Ortes. „Das Buch vermittelt Grundwissen und soll bei den Kindern das Interesse an Kirchheim wecken“, erklärt das Gemeindeoberhaupt. Und es soll den Nachwuchs anregen, sich am Geschehen in der Gemeinde zu beteiligen. Schließlich stünden mit Landesgartenschau und Kirchheim 2030 große Projekt in Kirchheim an. Als Familiengemeinde lege man dabei großen Wert auf die Meinung auch der Kinder und Jugendlichen.

Die können übrigens demnächst direkt mit dem Bürgermeister kommunizieren. „Am 15. Februar gibt es um 15 Uhr ein digitales Meeting“, kündigte Böltl an. Dabei können Kinder und Jugendliche persönlich mit dem Bürgermeister sprechen.Bis dahin sollen die Schüler der 3. und 4. Klassen das neue Buch übrigens schon in Händen halten. Kommende Woche soll die Verteilung beginnen. In Zeiten von Homeschooling kein leichtes Unterfangen.

Dabei sind die „Kirchheim Geschichte(n)“ nicht nur den Schülern vorbehalten. Das Buch, das zunächst in einer Auflage von 1000 Stück erscheint, wird auch an der Gemeindekasse sowie in den Buchhandlungen in Kirchheim und Heimstetten für jeden Interessierten erhältlich sein. Es kostet 12,90 Euro. fit

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