„Kooperativen Ganztagsbildung“ in Aschheim

In der Planungsphase

In Aschheim wird ein neues Kapitel in der Kinderbetreuung aufgeschlagen.
+
In Aschheim wird ein neues Kapitel in der Kinderbetreuung aufgeschlagen.

Als glückliche Fügung wird in Aschheim den Umstand gesehen, dass zum neuen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder ab dem Jahr 2025 auch das Führungspersonal in den aktuellen Betreuungseinrichtungen und der Schule teils altersbedingt wechseln wird.

Das Modell der „Kooperativen Ganztagsbildung“ könnte in Aschheim Zug um Zug passgenau geplant und pünktlich eingeführt werden. Noch gibt es aktuell nur verschiedene Modellschulen. Für Eltern scheint sich dabei die absolut individuelle Betreuungsstruktur für den Nachwuchses heraus zu kristallisieren.

„Im Hinblick auf den bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ab 2025 und eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Kinderbetreuung in Aschheim ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema sinnvoll“, so Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU).

Zur aktuellen Lage erklärte Glashauser, dass in Aschheimer Einrichtungen wie Mittagsbetreuung und Hort Plätze frei seien. Der Trend gehe dahin, dass immer mehr Aschheimer Grundschüler in der Familie zu Hause betreut werden. Ob „dies weiter so geht, weiß ich nicht“. Dies würden die Anmeldungen im bisherigen Modus im Frühjahr zeigen.

Die bestehenden Strukturen Schule, Mittagsbetreuung und Hort haben derzeit ihre jeweils eigenständigen Leitungen. Diese Struktur der einzelnen Einrichtungen wird im Modell der „Kooperativen Ganztagsbildung“ zu einer „Staatlich-kommunalen Verantwortungsgemeinschaft“ neu geformt.

Pädagogisch werden sich Schulleitung und Betreuungsleitung auf Augenhöhe begegnen. „Keiner steht mehr über dem andern; zwei haben den Hut auf“, wie es Claudia Schreiber, in Aschheim verwaltungstechnisch für diesen Bereich zuständig, verständlich umschrieb.

Auch organisatorisch stehen Veränderungen an. So findet die Anmeldung mit der Schuleinschreibung statt. Die Flexibilität der Betreuungszeiten wird an die individuellen Erfordernisse der Eltern angepasst. In der Praxis können Eltern tageweise die Betreuung ohne Mindestbuchungszeit organisieren. Auch eine Betreuung in den Ferienzeiten soll gesichert sein und am Freitag eine Öffnung bis
18 Uhr angeboten werden.

Ein „Wermuts Tropfen“ zeichnet sich allerdings ab. Beschäftigte in der Mittagsbetreuung sollen, um weiterhin ihre Arbeit fortsetzen zu können, geschult und geprüft „nachqualifiziert“ werden, wie es im Amtsdeutsch heißt. „Die Schulleitung und der Ganztagskooperationspartner verantworten gemeinsam die Erarbeitung und Umsetzung des pädagogischen Konzepts“, so die Konzeption „Kooperativen Ganztagsbildung“. Die Basis dafür ist die „Partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schulleitung und einem Ganztagskooperationspartner auf Grundlage eines gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsauftrags mit einem gemeinsamen pädagogischen Konzept“. Dazu können externe Partner wie die örtlichen Vereine und Vhs hinzugezogen werden.

Maria Knoller (CSU) bezeichnete das Modell der „Kooperativen Ganztagsbildung“ als „spannendes Angebot für die Eltern“. Ihre Fraktionskollegin Uschi Niedermeier unterstrich, dass es wichtig sei, die Vereine bei der Kinderbetreuung einzubeziehen, somit die Nachwuchsarbeit in den Vereinen zu ermöglichen.

Auch sonst war sich der Rat einig, dass hiermit ein neues Kapitel in der Kinderbetreuung aufgeschlagen wird. ar

Weitere Nachrichten in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Kommentare