Kirchheimer Neujahrsempfang in der Cantate Kirche

Ein

Abend der Wertschätzung Der Dank an die vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde sowie Gedanken über die Ursachen der weltweiten Wirtschaftskrise standen im Mittelpunkt des Kirchheimer Neujahrsempfangs, der diesmal in der evangelischen Cantate Kirche stattfand. Nach dem offiziellen Teil mit Ehrungen und im Beisein einer Delegation aus der ungarischen Partnergemeinde Paty bot der anschließende Empfang reichlich Gelegenheit für Gespräche. Elke Lichtenecker-Hub vom Kirchenvorstand begrüßte an erster Stelle die Ehrenamtlichen. „Ich hoffe, Sie spüren, dass dieser Abend Ihr Abend ist“, sagte sie und brachte ihre Wertschätzung für das unermüdliche Wirken zum Wohl Einzelner und der Gemeinde zum Ausdruck. Doch auch den Hauptamtlichen dankte sie für ihr Wissen, ihren Einfluss und ihre Offenheit für neue Ideen, ohne die manch ehrenamtliche Aktion nicht möglich wäre. „Nur wenn Hauptamtliche, Nebenamtliche und Ehrenamtliche an einem Strang ziehen, können sie etwas bewegen“, betonte Lichtenecker-Hub. In Kirchheim gäbe es viele solcher Stränge, die sich mittlerweile zu einem Netz verbunden hätten, das das Leben vor Ort lebenswert mache. Ein solcher Strang verbinde Kirchheim mit dem ungarischen Paty. Zum Empfang war wieder eine große Delegation mit allen drei Bürgermeistern und dem Pfarrer angereist. Lichtenecker-Hub wünschte den geladenen Gästen bereichernde Gespräche, die vielleicht zu neuen Ideen würden, damit das Netz in der Gemeinde noch weiter wachse und noch tragfähiger werde. Veränderungen in der Gesellschaft Pfarrerin Susanne Kießling-Prinz ging in ihrer Ansprache auf die derzeitige Krise ein und analysierte die Hintergründe. „Eine Krise solchen Ausmaßes ist oft ein Hinweis auf eine Veränderung in der Gesellschaft“, konstatierte sie. Da jeder ein Teil dieser Gesellschaft sei, liege es an jedem Einzelnen, entgegenzusteuern, sowohl im Privaten wie im Öffentlichen. „Doch was hat sich denn nun verändert?“ fragte sie und lieferte eine Erklärung des Philosophen Peter Sloterdijk. Das heutige Weltbild sei ebenso magisch wie bei Harry Potter. In einer Welt ohne jede Realitätsgrenze habe eine ganze Generation den Zauberer in sich entdeckt, wodurch Ursache und Wirkung nicht mehr klar zu trennen seien und der Profit nicht mehr im Verhältnis zur Leistung stehe. „Ein paar Stunden Magie an der Börse ersetzen eine 40-Stunden-Woche“, so Kießling-Prinz. Sei die Wenn-dann-Logik erst außer Kraft gesetzt, breche auch die Erziehung zusammen. Wenn alles möglich und erlaubt sei, gebe es keine Konsequenzen mehr. Die Ehrenamtlichen in der Gemeinde würden sich dagegen für ihre Mitmenschen einsetzen, ohne Reichtümer zu verdienen. „Die Gesellschaft würde ohne Sie zusammenbrechen“, lobte Kießling-Prinz. Denn ohne persönlichen Einsatz tue sich wenig, und meist sei harte Arbeit gefragt. Und nur wenn man sich den Erfolg selbst erarbeitet habe, könne man sich auch darüber freuen. Das gelte auch für die Kommunalpolitik. Einfache Zauberkunststücke oder aussitzen und nichts ändern bewirke etwa bei der Ortsmitte gar nichts. Stattdessen müsse man viel miteinander reden und aufein-ander hören. Die evangelische Kirchengemeinde werde sich in diesem Jahr besonders mit der sich verändernden Altersstruktur in Kirchheim beschäftigen. Und die beiden katholischen Pfarreien müssten die geforderte Neustrukturierung umsetzen. Auch da seien Zugeständnisse und die Aufgabe von Altbewährtem nötig. „Es fliegt uns nichts zu“, erklärte Kießling-Prinz. Ehrungen Bürgermeister Heinz Hilger (VFW) nahm im Namen des Freistaats Bayern Ehrungen langgedienter Gemeinderäte vor. Ludwig Böltl (parteilos), Joachim Adolph (CSU) und Anneliese Heinzl (VFW) hatten dem Gremium 18 Jahre lang angehört. Böltl und Adolph erhielten ihre Urkunden persönlich, Heinzl war verhindert. Der offizielle Teil fand im Kirchenraum statt und wurde von Andreas Obermayer an der Orgel und Susanne Eckert an der Querflöte musikalisch umrahmt. Anschließend wurden die Gäste im Foyer mit Häppchen und Getränken verwöhnt. Die Gespräche waren so anregend, dass manche erst in den frühen Morgenstunden nach Hause gingen. – FL –

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