Gemeinderat bezieht Stellung 

Viele Wünsche für neue Bus- und Bahnverbindungen in Kirchheim

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Zum neuen Nahverkehrsplanplan im Landkreis München hat der Kirchheimer Gemeinderat noch einige Anregungen (Symbolbild).

Im Zuge des neuen Nahverkehrsplan für den Landkreis München wünscht sich der Kirchheimer Gemeinderat neue Bus- und S-Bahn-Verbindungen.

Kirchheim – Der Landkreis München als Aufgabenträger für den allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat im Jahr 2013 beschlossen, einen Nahverkehrsplan (NVP) aufzustellen, um das ÖPNV-Angebot zu verbessern. 2018 begannen die Arbeiten zur Fortschreibung und Überarbeitung des bestehenden Nahverkehrsplanes, um die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in der Region auch künftig umfassend zu erfüllen. Sämtliche Verkehrsmittel, für die der Landkreis Aufgabenträger ist, wurden berücksichtigt. Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Landkreises München nahm mit Beschluss im Februar den Entwurf des Nahverkehrsplanes zur Kenntnis und hat die Verwaltung des Landratsamts mit der Durchführung des Beteiligungsverfahrens beauftragt.

Einige übergeordnete Projekte im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs haben wesentliche Auswirkungen im Landkreis München und somit auch für die Gemeinde Kirchheim. Unter anderem die zweite S-Bahn-Stammstrecke, der Erdinger Ringschluss, die Untersuchung der neuen S-Bahn-Trasse „Messe-Aschheim-Pliening“ und die Anbindung der Messe München mit Einschwenken südöstlich von Heimstetten auf die Trasse der S2.

Die Umsetzung eines Expressbusnetzes im Landkreis soll konsequent vorangetrieben werden, um auf verschiedenen Relationen bestehende Reisezeitnachteile abzubauen und neue schnelle tangentiale Verbindungen zu schaffen. Expressbusse verkehren ergänzend zu den bestehenden Linienbussen auf einem direkten Linienweg, mit kürzeren Fahrzeiten in der Haupt- und Nebenverkehrszeit montags bis samstags mindestens im 20 Minuten Takt, mit Bedienung von ausgewählten Haltestellen und mit Auslassung der übrigen Haltestellen. Auf den sogenannten „landesbedeutsamen Expressbuslinien“ (Förderprojekt des Freistaates Bayern) ist eine Bedienung auch an Sonntagen im Stundentakt vorgesehen. Dies betrifft derzeit unter anderem die Linie X203 von Ottobrunn nach Heimstetten. Hierzu hat die Gemeinde Kirchheim bereits vorgeschlagen, bei stark belasteten Abschnitten oder Autobahnen die Einrichtung und/oder den Bau von Bus­spuren und die Umwandlung bestehender Fahrspuren oder die Nutzung der Standstreifen für Busse zu prüfen.

Zu den einzelnen Buslinien im Landkreis München wurden Steckbriefe mit Angaben zu den geplanten Veränderungen, dem zukünftigen Linienweg, dem Bedienungsangebot und dem geplanten Umsetzungszeitraum erstellt. Einige konkrete Maßnahmen betreffen die Gemeinde Kirchheim.

Linie X 203 als neue Expressbuslinie mit Verbindung zum TIP in Ottobrunn (Technologie- und Innovationspark). Deren Linienweg: Deisenhofen (S) – Technologie- und Innovationspark Taufkirchen/Ottobrunn – Hohenbrunn (S) – Putzbrunn – Haar (S) – Kirchheim-Heimstetten-Süd (S). Das Bedienungsangebot erstreckt sich von Montag bis Samstag von 5 bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 22 Uhr mit einem Takt von Montag bis Samstag von 20 Minuten sowie Sonn- und feiertags von 60 Minuten. Die Umsetzung ist für Dezember 2021 geplant.

Linie X 234 – neue Expressbuslinie mit Anbindung an die S8 zum Flughafen. Deren Linienweg führt von Poing Süber Grub – Kirchheim – XXX Lutz – Aschheim – Unterföhring ZDF-Straße – Unterföhring Bergstraße – Unterföhring Rathaus nach München (Ingolstädter Straße, Frankfurter Ring, U-Anhalter Platz, Oberwiesenfeld, OEZ). Das Bedienungsangebot erstreckt sich von Montag bis Samstag von 5 bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt. Sonn- und feiertags erfolgt keine Bedienung. Geplante Umsetzung ist im Dezember 2022.

Linie X 263 – neue Expressbuslinie. Deren Linienweg führt von Markt-Schwaben über Pliening – Kirchheim – Aschheim – Dornach nach Neuperlach-Süd. Das Bedienungsangebot erstreckt sich von Montag bis Samstag von 5 bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt. Sonn- und feiertags erfolgt keine Bedienung. Die Umsetzung ist für 2022/2023 geplant.

Linie 262: Ergänzung des Bedienungsangebotes in der Nebenverkehrszeit (NVZ). Ergänzung des Fahrtenangebotes von Montag bis Freitag im 60 Minuten-Takt auf dem gesamten Linienweg Neufinsing– Gelting – Pliening – Kirchheim – Heimstetten (S) – Feldkirchen – Messestadt-Ost (U). Geplante Umsetzung 2023.

Linie 263: Einrichtung einer zusätzlichen Fahrtmöglichkeit von Montag bis Freitag morgens zur Anbindung an die U2 in der Messestadt West gegen 5 Uhr. Der Linienweg führt von der Messestadt West (U) über Riem (S) Dornach – Aschheim – Kirchheim – Heimstetten (S) nach Feldkirchen (S). Geplante Umsetzung ab 2027.

Weiters soll eine neue S-Bahn-Verbindung Messe – Dornach – Aschheim – Kirchheim – eventuell Ismaning/Unterföhring untersucht werden. Überlegungen gibt es auch für eine Seilbahn von der Messestadt West (U) nach Kirchheim. Für den Ausbau des Verknüpfungspunktes Heimstetten (S) wird eine Angebotsverdichtung mit Expressbussen angedacht. Geplant ist auch eine Mobilitätsstation am S-Bahnhof Heimstetten.

Die Landesgartenschau in Kirchheim wird nicht explizit im Nahverkehrsplan aufgenommen, da sie nur ein temporäres Ereignis darstellt. Gleichwohl wird bei den derzeitigen Planungen, etwa zur Einrichtung von Expressbuslinien, die temporäre Anbindung des Landesgartenschaugeländes für die Linie X203 oder mit einer Seilbahn geprüft. Auch bei „Kirchheim 2030“ gibt es noch keine genaue Linienführung.

Der Gemeinderat nahm den Nahverkehrsplan 2020 einstimmig zu Kenntnis. Das Gremium möchte jedoch, dass weitere Maßnahmen geprüft oder noch in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden. So wird der Bau von Busspuren sowie die Nutzung von Standstreifen auf den Bundesautobahnen gefordert. Dazu soll die Durchführung eines Pilotprojektes etwa auf der A94 geprüft werden. Die Ausweitung des Nachtangebotes auf den S-Bahnlinien und Buslinien mit Anbindung an die Stadt München ist eine weitere Anregungen des Kirchheimer Gemeinderats, ebenso die Identifizierung von Bedienungsdefiziten in den Randlagen der Gemeinde Kirchheim. Zeitnahe Untersuchungen zu einer neuen S-Bahnlinie „Messe-München über Kirchheim nach Unterföhring“ sowie die Verlängerung der U2 von der Messestadt nach Heimstetten sind weitere Wünsche. Auch die Aufnahme eines weiteren „Verknüpfungspunktes“ im Ortsteil Kirchheim, eine Schnittstelle zum Landkreis Ebersberg sowie die Aufnahme der Maxx Arena an der Hürderstraße als ÖPNV-relevantes Freizeitziel regte das Gremium an. 

Gerhard Fuhrmann

Mehr über Kirchheim und den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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