Kirchheim 2030, Landesgartenschau und Finanzen im Fokus

Viel Information bei der Kirchheimer Bürgerversammlung

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Die Bürger verfolgten die Präsentation von Bürgermeister Maximilian Böltl in der vollbesetzten Aula im Gymnasium Kirchheim.

Kirchheim 2030, Landesgartenschau 2024 und die finanzielle Situation der Gemeinde standen im Vordergrund der diesjährigen Bürgerversammlung in Kirchheim.

Kirchheim – „Ich versuche, meinen Vortrag auf 30 Minuten zu begrenzen“, sagte Bürgermeister Maximilian Böltl zur Begrüßung bei der Bürgerversammlung in der vollbesetzten Aula des Kirchheimer Gymnasiums. Diese Ansage ging auf die letzte Gemeinderatsitzung zurück, wo das Gremium den Ablauf der Versammlung zeitlich neu festlegte. Dort wurde auch der Einstieg mit einem Info-Block über Kirchheim 2030 und Landesgartenschau 2024 bei der Versammlung verabschiedet, der von einigen Schautafeln über die beiden Schwerpunkte begleitet wurde.

Böltl eröffnete seine Powerpoint-Präsentation mit dem „Haus für Kinder“, das im Januar kommenden Jahres eröffnet und fast neun Millionen kosten wird. Dazu noch eine Zahl: In Kirchheim gibt es aktuell 215 Betreuungsplätze. Stolz ist der Bürgermeister auch über das „neue Leben“ in der alten Post, wo ein Obst- und Gemüseladen sowie der KunstRaum Kirchheim untergebracht sind. Bei „Wohnen in Kirchheim“ ging es vor allem um die Vergabe und Organisation von Mietwohnungen und Eigentum, wo „15 Prozent des Wohnraums für Vermietung an Ortsansässige gebunden“ sind.

Die Antwort auf die Frage „Warum müssen Bäume gefällt werden?“ lautete „aufgrund der Verkehrssicherheit müssen nicht mehr standsichere und tote Bäume gefällt werden“. Böltl nannte auch die Bemühungen für „neue“ Bäume, etwa Zuschüsse, Förderprogramm und Aufforstungen.

Kultur 2020 heißt: Zahlreiche Konzerte, Kabarett und das Dorffest vom 3. bis 5. Juli. Natürlich durfte der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) nicht fehlen: Die Buslinie 262 zur Messestadt-Ost fährt demnächst im 20-Minuten-Takt. Böltl lobte zudem die acht Ein-Euro-Tickets der Gemeinde sowie das MVV-Jahresabo, dass im nächsten Jahr 522 Euro kostet (bisher 904 Euro). Aus aktuellem Anlass – am 22. November wurde Kirchheim als fahrradfreundliche Gemeinde vom Bayerischen Staatsminister Dr. Hans Reichhart ausgezeichnet – hob der Ratschef die Errungenschaften für den Radverkehr hervor.

Was mit dem Geld der Gemeinde passiert, erfuhren die Bürger anhand von Grafiken unter „Wie entwickeln sich unsere Einnahmen?“. Erfreulich sind vor allem die zum Vorjahr gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen von 15,6 Millionen Euro.

Trotz der zahlreichen Aufgaben sieht Böltl in den zirka 28,2 Millionen Euro Schulden keine Probleme – stehen diese doch 21,6 Millionen Euro an eigenen Grundstückswerten entgegen.

Seinen Vortrag schloss Böltl mit der Bitte um Wahlhelfer für die Kommunalwahl am 15. März und freute sich, dass er „nur die Hälfte seiner Redezeit“ genutzt hatte.

„Vielleicht schaffe ich das auch“ sagte Karl-Heinz Schilling, Dienststellenleiter der Polizei-Inspektion Haar. Er referierte über die Kriminalitätsentwicklung und Unfallzahlen in der Gemeinde. Deren Zahlen liegen zwar unter dem Landkreis-Durchschnitt – leider gab es einen Anstieg bei Wohnungseinbruch und Diebstählen. Bei Verkehrsunfällen konnte er einen Rückgang melden.

Als Schlussredner berichtete Landrat Christoph Göbel über die Aufwendungen für Schulen im Landkreis (40 Millionen) sowie die Lage des ÖPNV. „Wir müssen den Busverkehr stärken und den Takt verdichten“ so Göbel, und hob die Bedeutung der Buslinie 262 zur Messestadt-Ost nochmals hervor. „Ich bin froh über die MVV-Tarifreform“, sagte er und mahnte trotzdem eine Flatrate an. Außerdem soll eseiner Meinung „der LKW-Verkehr auf der Autobahn bleiben und nicht in die umliegenden Gemeinden verlagert werden“. Mit „Christoph Göbel ist immer für Kirchheim da“, bedankte sich Böltl beim Landrat für sein Kommen.

Zum Abschluss wurden noch einige Themen und Anträge – beispielsweise MVV-Tarife, zukünftige Räume für die Vhs, Baumrodung in Verbindung mit der Landesgartenschau, Einführung von Tempo 50 im Ortsgebiet (abgelehnt) und mehr Stellplätze auf der Heimstettner Straße (abgelehnt) von Bürgern vorgetragen und mit den Vertretern der Verwaltung und dem Landrat diskutiert. Großen Zuspruch fand der Vorschlag, in der Landesgartenschau ein „Haus der Natur“ zu errichten, das danach für viele Organisationen als Treffpunkt zur Verfügung stehen soll.

Grünen-Gemeinderat Rüdiger Zwarg war mit dem Vortrag des Bürgermeisters nicht zufrieden. Seiner Meinung nach gibt es zu wenig Betreuungsplätze und Wohnungen. Außerdem bemängelte er die Situation im Gemeinderat: Nicht öffentlich gefasste Beschlüsse würden erst am Sitzungsende verkündet, wenn kein Besucher mehr anwesend ist.

Gerhard Fuhrmann


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