Kirchheim: Sportnote ungenügend

Umfassend und professionell haben sich 15 Kirchheimer Elftklässler im Projektseminar „Sportstättenbedarf“ ein Jahr lang mit dem schon lange währenden Problem zu kleiner Sportflächen auseinandergesetzt. Ihr Fazit: Die Schule braucht eine weitere Dreifachturnhalle, ein Rasenspielfeld mit 400-Meter-Bahn sowie zwei Beachvolleyballplätze und einen Beachsoccerplatz.

Aufgrund der von 800 auf 1300 gestiegenen Schülerzahl hat das Gymnasium bereits den zweiten Anbau bekommen. Doch die Sportflächen sind nicht mitgewachsen. Und der Pausenhof wurde durch die Anbauten sogar verkleinert. Zudem halten sich heute die Schüler durch G 8 und Ganztagsbetreuung viel länger in der Schule auf und brauchen zu jeder Jahreszeit Flächen, um sich auszutoben. Das Problem ist schon lange bekannt, das Gymnasium hat schon mehrfach ein Rasenspielfeld beantragt. Doch der Gemeinde gehören keine Grundstücke im Umfeld der Schule, und die Grundstücksverhandlungen führten bisher nicht zum Erfolg. Projektseminar Vor diesem Hintergrund hat Sportlehrer Michael Weith den Bedarf an Sport- und Freiflächen zum Thema eines Projektseminars in der Oberstufe gemacht. Nach einer eingehenden Situationsanalyse führten die 15 Elftklässler Schülerbefragungen durch, holten sich Informationen vom Architekten und sahen sich die Sportflächen anderer Schulen an. Das Ergebnis: Die vorhandene Dreifachturnhalle müssen sich bis zu 117 Schüler teilen. Nach offiziellen Vorschriften stehen der Schule vier Einfachhallen zu. In die nahe gelegene Hauptschule kann das Gymnasium kaum noch ausweichen, da auch dort die Ganztagsangebote ausgeweitet wurden. Alle anderen Ausweichmöglichkeiten - Silva Schule, Merowinger Hof und Sportpark Heimstetten - sind relativ weit entfernt. „Wir waren selbst überrascht, wie extrem die Hallenbelegung ist und wie weit die Wege zu den Ausweichplätzen sind“, berichtete Svenja Hornig bei der Abschlusspräsentation. Umfrageergebnisse Wenig überraschend waren daraufhin die Ergebnisse der Umfragen. 65 Prozent der Schüler halten einen Ausbau der Sportanlagen für notwendig. 80 Prozent wünschen sich einen Rasenplatz. Verglichen mit anderen Gymnasien schneidet Kirchheim ebenfalls schlecht ab. In Garching und Neufahrn stehen bei geringeren Schülerzahlen mehr Sportflächen zur Verfügung, die auch noch deutlich besser ausgestattet sind. „Und die beschweren sich trotzdem noch“, erzählte Sara Schuster. Keine Minimallösung Da die Schülerzahlen in den nächsten Jahren weiter steigen werden, schlagen die Schüler keine Minimallösung vor, sondern eine großzügigere Planung, die nicht nur den Unterricht abdeckt, sondern auch der Ganztagsbetreuung sowie Vereinen Möglichkeiten bietet. Dazu haben sie eine weitere Halle entworfen, die im Erdgeschoss drei Turnhallen enthält, einen zweistöckigen Leichtathletikteil mit Kletterwand und im Obergeschoss einen Fitnessraum und einen Spiegelsaal für Tanz und Gymnastik. Das Seminar hatte nach Originalplänen ein Modell des Gymnasiums gebaut und die neue Halle auf die andere Seite der Heimstettener Straße gelegt. Das Rasenspielfeld platzierten sie auf die Ostseite der Schule und die Beachplätze auf die Südseite. Bauamtsleiter Robert G. König zeigte sich beeindruckt von der professionellen Vorgehensweise der Schüler. „Ich bin wahnsinnig positiv erschlagen von der Mühe und Recherche“, sagte er und kündigte an, die Ergebnisse sowohl bei der Sanierung der bestehenden Turnhalle als auch bei der Ortsmitteplanung einfließen zu lassen. – FL –

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