Möbel auf dem Prüfstand

Kirchheimer Rathaus-Neubau wird mit Einsparungen fortgesetzt

Beim Neubau des Kirchheimer Rathauses suchen die Gemeinderäte nach Einsparungsmöglichkeiten.
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Beim Neubau des Kirchheimer Rathauses suchen die Gemeinderäte nach Einsparungsmöglichkeiten.

Die finanziellen Auswirkungen der Covid-Pandemie machen vor keiner Kommune halt. Deshalb werden die Haushaltszahlen und Investitionen auf Einsparpotential überprüft. In Kirchheim ist dies beim Rathaus-Neubau der Fall. Das Projekt wurde im Juli einstimmig beschlossen.

Kirchheim – Bei der Präsentation in der jüngsten Gemeinderatsitzung gaben die Bietergemeinschaft Architekturbüro Dürschinger und Tautorat Landschaftsarchitekt einen aktuellen Stand über Bau und Finanzierung. So ist im Vergleich zum Vorentwurf die Grundfläche von 10.650 auf 10.828 Quadratmeter gewachsen und der Brutto-Rauminhalt von 44.400 auf 40.240 Kubikmeter verringert worden. Die meisten Veränderungen beziehen sich auf die eingeplante Gastronomie im Untergeschoss des Bürgersaals. Aktuell betragen die Kosten für den Neubau des Rathauses mit Bürgersaal 41.417.879 Euro brutto. In der Summe sind bereits Einsparungen enthalten: Reduktion Gestaltungsanforderungen (579.000 Euro), Entfall Gartenbewässerung über Brunnen (90.000 Euro), Minderung Qualität audiovisuelle Medientechnik (101.800 Euro), Reduktion Elektrische Anlagen in den Außenanlagen (120.000 Euro), Entfall Zutrittskontrollanlage für Bürgersaal (36.900 Euro), Entfall Zeiterfassungsterminals (11.900 Euro) und Reduktion Baunebenkosten durch Einsparpotentiale (680.000 Euro). Alleine diese Posten ergeben einen Betrag von 1.620.000 Euro.

Gemäß Gastronomiekonzept wird empfohlen, dass der künftige Pächter des Restaurants die Kosten für die Küchentechnik übernimmt. Diese betragen nach aktuellem Stand 500.350 Euro brutto und sind von der oben genannten Gesamtsumme abzuziehen.

Außerdem wurden noch weitere Einsparungen vorgeschlagen, die laut Architekten „unter Berücksichtigung späterer Mehrkosten sowie Qualitäts- und Komforteinbußen für Bürger und Mitarbeiter“ noch möglich wären. Darunter Übernahme der bestehenden Möblierung und Ausstattung (500.000 Euro), Wechsel beim Belag der Freianlagen von Granit auf Beton (125.000 Euro), Entfall Photovoltaik-Anlage (417.700 Euro) und Entfall E-Mobilität (15.000 Euro). Sollten diese Posten nicht eingespart werden, würden die Gesamtkosten um 1.058.000 Euro steigen. Die Planer warnten vor Einsparungen, insbesondere im Bereich der PV-Anlage. Das hätte teils gravierende Konsequenzen. So kann der vorgegebene PlusEnergie-Standard ohne PV-Anlage nicht erreicht werden. Die Betriebskosten wären zudem höher. Eine Tilgung ist mit dem derzeitigen Konzept bereits nach 13 Jahren gegeben.

In der aktuellen Kostenberechnung wird von einer kompletten Neumöblierung des neuen Rathauses mit Bürgersaal ausgegangen. Für fest verbaute und lose Möblierung ist ein Ansatz von 1.470.000 Euro vorgesehen. Die Einsparung in Höhe von zirka 500.000 Euro brutto bezieht sich auf die Übernahme von loser Möblierung aus dem Bestand. Es wird davon ausgegangen, dass mit der aktuell vorhandenen Ausstattung etwa 8o Prozent der neugeschaffenen Büroräume ausgestattet werden könnten. Aktuell erstellt die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Projektteam eine Bestandsliste der vorhandenen Möbel.

In der Präsentation wurde auch auf weitere Veränderungen hingewiesen, die von der Verwaltung eingebracht wurden. Darunter zusätzliche Flächen im Dachgeschoss, Ausstellungsflächen für die Landesgartenschau im Untergeschoss, zusätzliche WC-Blöcke, erhöhte Anforderungen Medientechnik in Rathaus und Bürgersaal und ein weiterer Fahrstuhl für die Gastronomie des Bürgersaals.

Bei der Zeitschiene sind die Planer im Soll. Vor- und Entwurfsplanung sind abgeschlossen. Die Ausführungsplanung läuft und soll Mitte des nächsten Jahres fertig sein. Die Bauphase ist von Mitte 2021 bis Mitte 2023 und die Fertigstellung der Außenanlagen bis Ende 2023 geplant.

In der anschließenden Diskussion war sich das Gremium einig, dass die Photovoltaik-Anlage und die sechs Ladesäulen in der Tiefgarage keinesfalls eingespart werden.

Für die Möblierung des Rathauses wird die Verwaltung dem Gemeinderat zeitnah eine Bestands-Übersicht vorlegen. Darüber, ob man einen Pächter für den Gastronomiebereich findet, der 500.000 Euro als Eigenanteil einbringt, war der Rat skeptisch. Bürgermeister Maximilian Böltl konnte sich eine Abwicklung über die Pachtzahlung oder ein Sponsoring von beteiligten Firmen, etwa einer Brauerei, vorstellen.

Der Rat beschloss einstimmig den Neubau des Rathauses mit Tiefgarage sowie Bürgersaal inklusive Gastronomie auf Basis der durch das Planungsteam aufgestellten Entwurfsplanung mit Kostenberechnung. Die vorläufige Gesamtsumme für das Projekt beträgt 41.417.879 Euro brutto beziehungsweise maximal fünf Prozent mehr als per Beschluss vom Januar festgesetzt. 

Gerhard Fuhrmann

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