Bahn hält ihre Zusagen nicht ein

Die Deutsche Bahn macht den Bahnhof Riem zur Dauerbaustelle — Konsequenzen für Dornach

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„Kein Dach, keine Bank, kein Fahrscheinentwerter“ lautet der alltägliche Frust der ÖPNV-Fahrer. Wer im Trockenen stehen will, muss auf der Treppe bleiben und beim Einfahren des Zuges sprinten.

Der S-Bahnhof Riem soll eigentlich barriefrei werden. Auch ein Fahrkartenautomat soll nun aufgestellt werden. Langsam werden es viele Baustellen am Bahnhof.

Aschheim — Interfraktionelles Kopfschütteln begleitete im Gemeinderat den Bericht von Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser über den schleppenden Fortgang des barrierefreien Ausbaus des S-Bahnhofs Riem, der nach Süden das Tor zur Messe München darstellt und nach Norden den Eingang zum Gelände der EXPOGATE München Dornach bildet. Eine überarbeitete Planung war notwendig. Die baulichen Maßnahmen können erst ab 2021 beginnen – unabhängig davon, ob 2020 Sperrpausen möglich gewesen wäre.

Wenn von einer besonderen Visitenkarte einer Kommune die Rede ist, dann ist es in Zeiten des ÖPNVs wohl der Bahnhof, die S-Bahnhaltestelle. Doch genau an dieser krankt es, seit die Bahn den Barrierefreien Ausbau am Bahnhof Riem begonnen hat.

Addiert man die Arbeitszeiten der Bürgermeister der Kommunen entlang der S-Bahnlinie München-Erding, in denen sie mit Bahnangelegenheiten befasst waren, so kommen Jahre in zweistelliger Höhe zusammen. Variantenreich sind inzwischen die Konstellationen derer, die sich mit ihren Belangen an die Bahn wenden. Auf einen Brief von Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH, und Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser Anfang September bezüglich der Situation am Bahnhof Riem reagierte die Bahn jetzt.

Man habe die komplette Planung zum barrierefreien Ausbau überarbeiten müssen. Man habe wohl die örtliche Umgebung nicht vollends eingeschätzt, denn bezüglich des Umweltrechts seien zusätzliche Maßnahmen erforderlich geworden, so die Bahn in ihrem Antwortschreiben. Eine Entwurfsplanung seitens der Bahn läge vor, eine Tekturplanung werde erstellt und beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Beubeginn könnte dann im Jahr 2021 sein. Unabhängig davon, ob bereits 2020 Sperrpausen – die Zeit, in der die Eisenbahninfrastruktur wie Gleisanlagen dem Betrieb nicht zur Verfügung steht – möglich gewesen wären.

Doch damit nicht genug. Um dennoch die aktuelle Situation leichter handhabbar zu machen, wollte die Bahn bereits vor zwei Wochen das fehlende Dach der Wetterschutzanlage aufbauen. Als Glashauser dies sagte, schütteltet Aschheims dritter Bürgermeister Georg Hornburger heftig den Kopf „Nicht geschehen“. „Ich werde jeden Tag kontrollieren“, versicherte Hornburger, passionierter ÖPNV-Nutzer auf dem Weg ins Büro.

Ferner soll in den kommenden Wochen auf dem Mittelbahnsteig ein Fahrkartenautomat und -entwerter, einige Abfalleimer sowie das Bahnsteigdach errichtet werden. Schaffe man dies nicht, sollten Provisorien erstellt werden. Bei herbst-winterlichen Wetterbedingungen wäre ein Dach über dem Kopf in jedem Fall von Vorteil. 

ar

Mehr über Aschheim und dem Münchner Nordosten gibt es in der Übersicht.

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