Vorplanungen zum Großprojekt

Die Kosten steigen auf über 12 Millionen – Landesgartenschau 2024 in Kirchheim

Die Unterzeichnung des Durchführungsvertrags zwischen der Gemeinde Kirchheim und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH.
+
Die Unterzeichnung des Durchführungsvertrags zwischen der Gemeinde Kirchheim und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Kirchheim ging es mal wieder um das „liebe Geld“. Grund waren die steigenden Kosten für die Landesgartenschau 2024.

Kirchheim – Zu den Vorplanungen der Landesgartenschau 2024, die in Kirchheim stattfinden soll, holte sich die Verwaltung der Gemeinde gleich einen Fachmann: A.W. Faust vom Büro SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten Berlin, der in einer umfangreichen visuellen Präsentation den aktuellen Stand der Planungen vorstellte. Dabei wurden unter anderem auch die finanziellen Aspekte des Projektes dargestellt.

Durch die Gemeindeverwaltung und das Planungsbüro Keller/Damm und Kollegen (München) wurden bei der Aufstellung der Wettbewerbsunterlagen ursprünglich 8,5 Millionen Euro (netto) für den Ortspark als Daueranlage veranschlagt. Die Baukostensteigerung nach Baukostenindex beträgt zirka drei Prozent pro Jahr. Dies bedeutet, dass die tatsächliche Bausumme bei 10.453.929 Euro (netto) liegen würde.

Durch die Bearbeitung des Wettbewerbsentwurfs des Büros SINAI wurde am 28. April eine erste Vorplanung inklusive Kostenschätzung vorgelegt. Darin sind die Baukosten mit 11.636.960 Euro (netto) veranschlagt und zugleich zusätzliche Anforderungen der Gemeinde planerisch und kostentechnisch berücksichtigt: Verbreiterung des Geh- und Radwegs zwischen Rathaus und dem Haus für Kinder auf insgesamt fünf Meter (22.000 Euro); Brückenverbreiterung von 3,5 auf fünf Meter – bedingt durch Fahrradmagistrale (300.000 Euro); Optimierung der Park- und Radwegbeleuchtung (178.500 Euro); Überdachung der Bushaltestellen (62.000 Euro); Überarbeitung der Rampe am Jugendzentrum JUZ (22.500 Euro); Treppenanlage zwischen Fußgängerbrücke und Außenanlage Rathaus (15.000 Euro) und den Anschluss des Grünzuges an den Buntnesselweg (25.000 Euro).

Um diese Planungsinhalte zu berücksichtigen und gleichzeitig die Baukosten nicht zu erhöhen, wurden Einsparungen von 638.650 Euro im Ausbaustandard (Materialität, Einfassungen und Parkausstattung) vorgenommen, welche das Erscheinungsbild des Parks grundsätzlich nicht beeinträchtigen. Hierbei wurde auch der Entfall Südteil Landschaftssee und Ersatz durch Wasserbalkon mit einer möglichen Einsparung von 785.000 Euro intensiv diskutiert und letztendlich seitens des Aufsichtsrats Landesgartenschau verworfen. Die darauf resultierende Bausumme (inklusive der technischen Anlagen für das Gewässer) beläuft sich auf 10.998.310 Euro.

Zusätzlich fallen weitere Kosten an: Parkpflege (670.000 Euro), vorbereitende Maßnahmen (725.946 Euro), Parkarchitektur (180.000 Euro) und Kunst (55.000 Euro). Damit würden die Gesamtausgaben auf 12.629.256 Euro steigen.

Aufgrund der angespannten Finanzlage der Gemeinde wegen der Corona-Pandemie und den möglicherweise zu erwartenden Einbrüchen bei den Steuereinnahmen könnten einige Einsparungen vorgenommen werden: Bei dem 8,50 Meter hohen Aussichtsturm (346.000 Euro), dem Parkbereich Nord (170.000 Euro) und der Parkarchitektur (180.000 Euro). Diese drei Positionen müssen bis Dezember entschieden werden. Der Posten „Kunst“ mit 55.000 Euro hat noch Zeit bis Dezember. Sollten alle vier eingespart werden, führt es nach Aussage von A.W. Faust „zu Qualitätseinbußen des Projekts“.

Dazu hat sich der Aufsichtsrat der Kirchheim 2024 GmbH in seiner Sitzung vom 28. Mai über den Vorentwurf sowie die dazugehörige Kostenschätzung intensiv beraten und fasste den Beschluss, diese grundsätzlich zu billigen. Weiterhin spricht sich der Aufsichtsrat ausdrücklich für den Erhalt des Südteils des Landschaftssees aus und empfiehlt dies sogleich dem Gemeinderat. Dem Gemeinderat wird jedoch empfohlen, über eine Dimensionsreduzierung der Brückenbreite von derzeit fünf Metern auf zum Beispiel 3,5 Meter zu beraten. Abhängig von der Haushaltslage der Gemeinde Kirchheim ist dem Aufsichtsrat durchaus bewusst, dass die dargestellten Einsparpotenziale (Wegfall des Aussichtsturms („Peak“), Entfall des Parkteils Nord sowie der Parkarchitektur und Kunst, gegebenenfalls noch gezogen werden müssen. Die Geschäftsführung wird beauftragt, die Gespräche mit dem Fördermittelgeber auf dieser Grundlage aufzunehmen und die Planungen mit dem Büro SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten sowie weiteren beteiligten Fachplanungsbüros fortzusetzen.“

Für die Gemeinde und alle Beteiligten gilt nun die Parole: „Wir werden uns anstrengen müssen“, Böltl. Zudem sieht der Ratschef „alle Investitionen für viele Generationen“ und man solle nicht gleich „auf die Kostenbremse treten“. Diese Meinung vertrat auch Dr. Thomas Heinik (CSU): „Wir dürfen keinen Euro sparen, sondern noch mehr investieren. Das sind wir unseren jetzigen und zukünftigen Bürgern schuldig“. Eher vorsichtig klang der Einwand von Beate Neubauer (CSU): „Wir sollten die Finanzsituation abwarten und dann erst über Einsparungen diskutieren“. Für Stephan Keck (SPD) soll auf jeden Fall „der südliche Teil des Sees erhalten bleiben“. Dem stimmte auch eine große Mehrheit des Gremiums zu. Ebenso große Zustimmung bekam der Beschlussvorschlag: „Der Gemeinderat nimmt Kenntnis von der vorgelegten Vorplanung sowie der Kostenschätzung und billigt diese grundsätzlich. Die Brückenbreite wird auf fünf Meter festgelegt. Abhängig von der Haushaltslage ist es eventuell notwendig, die beschriebenen Einsparpotenziale in der Dezembersitzung zu ziehen.

Gerhard Fuhrmann

Mehr über den Münchner Nordosten gibt es in der Übersicht.

Besuchen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Pfarrer Konrad Eder verlässt den Pfarrverband Aschheim-Feldkirchen
Pfarrer Konrad Eder verlässt den Pfarrverband Aschheim-Feldkirchen
Haus für Kinder 2 bekommt Wohnungen in Kirchheim
Haus für Kinder 2 bekommt Wohnungen in Kirchheim
Aktueller Aufschrei wegen altbekannter Sanierungsmaßnahme in Aschheim
Aktueller Aufschrei wegen altbekannter Sanierungsmaßnahme in Aschheim
Durchstarten trotz Corona – welche Jobs jetzt gefragt sind
Durchstarten trotz Corona – welche Jobs jetzt gefragt sind

Kommentare