Mitsprache ermöglichen

Kirchheimer SPD will einen Jugendbürgermeister — Jugendliche sollen Einfluss in der Gemeinde nehmen können

+
Einen Jugendbürgermeister wünscht sich die SPD in Kirchheim, damit jugendliche im Gemeinderat eine Stimme bekommen. (Symbolbild)

Unter dem Motto „Mehr Mitsprache für die Jugend der Gemeinde!“ hat die SPD-Fraktion Kirchheim-Heimstetten einen Antrag für die Schaffung eines aktiven Jugendparlaments und die Wahl eines Jugendbürgermeisters oder einer Jugendbürgermeisterin an die Verwaltung gestellt. Die soll ein entsprechendes Konzept entwickeln.

Kirchheim — Ausgangspunkt ist eine gewählte Jugendvertretung für Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren bis spätestens zum 1. Januar 2021. Diese soll ein Antrags- und Rederecht im Gemeinderat bekommen. In dem Schreiben liefert Gemeinderatmitglied Tanja Heidacher zugleich Begründung und Vorgehensweise. Für sie zeigen die jüngsten Klimademonstrationen und die Bewegung „Friday for Future“, dass die Jugend keineswegs unpolitisch denkt und handelt. Da könnte eine besondere Interessensvertretung junger Menschen in Kirchheim-Heimstetten die Jugend verstärkt zum Mitgestalten bewegen. Doch dazu müssen noch rechtliche Hürden überwunden werden. „Die Gemeinde setzt sich für eine Änderung der bayerischen Gemeindeordnung ein, so dass künftig auch ein Stimmrecht für Jugendvertreter möglich ist. Wahlberechtigt ist jeder Kirchheimer Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren mit Wohnsitz in der Gemeinde. Die Kandidaten treten ausdrücklich nicht als Vertreter einer Partei an“, lautet der Vorschlag von Tanja Heidacher. Das Konzept sowie die nötigen Regularien sollen zusammen mit der Fachbasis Jugend erarbeitet werden. Weiter soll die Gemeinde geeignete Räume und Fachkräfte für die rechtlichen und Verwaltungsangelegenheiten beratend zur Verfügung stellen.

Warum eine solche Aktion? Die Antwort verpackt Heidacher unter „Hintergrundinformationen“: „Die Gemeinde Kirchheim bei München ist mit wenig Erfolg seit Jahren bemüht, die Belange der Kinder und Jugendlichen zu erfassen und sie zur politischen Mitarbeit zu bewegen. Die sehr geringe Beteiligung bei den einmal im Jahr stattfindenden Jungbürgerversammlungen hat gezeigt, dass die mangelnde Einflussmöglichkeit dieses Gremiums die Jugendlichen eher noch mehr frustriert als motiviert hat.“

Für Heidacher hat das mit dem Prozedere zu tun: „Bei der Jungbürgerversammlung stimmen die Anwesenden darüber ab, welche Anträge aus ihren Reihen dem Gemeinderat zu einer Überprüfung vorgelegt werden sollen. Der Gemeinderat stimmt dann zunächst darüber ab, ob sich die Verwaltung überhaupt erst einmal näher mit dem Thema beschäftigen soll. An diesem Prozess sind die Jugendlichen schon nicht mehr direkt beteiligt. Das scheinen die Jugendlichen als von oben herab zu empfinden und nicht als Möglichkeit, mit ihren Anliegen ernst genommen zu werden. Sie wollen mitbestimmen und nicht, dass über sie bestimmt wird!“ —

Mit dieser Aktion könnte die „Familien-Gemeinde“ Kirchheim ein Vorbild für andere Gemeinden und Städte in Bayern sein und mit einer aktiven Jugendvertretung gegen die Politikverdrossenheit von jungen Leuten angehen.

Gerhard Fuhrmann


Mehr über Kirchheim und den Münchner Nordosten gibt es in der Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Die Gemeinde Kirchheim sucht noch Wahlhelfer
Die Gemeinde Kirchheim sucht noch Wahlhelfer
Von der Vision, Kindern eine Zukunft zu geben
Von der Vision, Kindern eine Zukunft zu geben
Erste Amtszeit des Aschheimer Bürgermeister war spannend und voller Überraschungen
Erste Amtszeit des Aschheimer Bürgermeister war spannend und voller Überraschungen
Experte Chris Mewes testet jede Woche Spiel-Neuerscheinungen
Experte Chris Mewes testet jede Woche Spiel-Neuerscheinungen

Kommentare