Kirchheimer können günstig fahren

Besser gelaufen als gedacht: Uber verlängert sein Projekt in Kirchheim

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Freuen sich über ihre Kooperation: Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (l.) und Uber-Geschäftsführer Christoph Weigler.

„Es ist deutlich besser gelaufen, als ich es mir hätte vorstellen können“, hatte Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler bereits bei der ersten Zwischenbilanz im Kirchheimer Gemeinderat erklärt. Jetzt kündigte er gemeinsam mit Bürgermeister Maximilian Böltl die Verlängerung der Kooperation an.

Kirchheim – „Die ersten drei Monate waren sehr erfolgreich“, resumierte Böltl jetzt bei einem Pressetermin. „Und wir werden unsere Zusammenarbeit um sechs Monate zu gleichen Konditionen verlängern“. Böltl möchte sich aber nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern das Angebot für ältere Menschen und die Zusammenarbeit mit dem lokalen Taxiunternehmen ausbauen und verbessern. Der Bürgermeister sieht im Uber-Engagement „eine spürbare Verbesserung der Mobilität der Menschen in unserer Gemeinde.“

„Senkung der Nutzungsbarrieren für ältere Nutzer“, nennt Christoph Weigler die Antwort auf das Feedback dieses Klientels, die sich einen telefonischer Ansprechpartner“ und eine Nutzungsmöglichkeit von Uber ohne Smartphone wünschen. „Wir werden ein Mobilitäts-Budget bereitstellen und einen allgemeinen Nutzer-Account für die Bürger einrichten“, so Weigler weiter, „außerdem soll ein iPad im Rathaus zur Verfügung stehen und es wird einen telefonischen Ansprechpartner für Rückfragen geben“. Dieses Kirchheimer Modell für ältere Menschen ist einmalig in Deutschland.

Der Uber-Chef möchte mit der Verlängerung des Engagements beweisen, „dass Uber im ländlichen Raum Erfolg haben kann“. Eigentlich hatte er zu Beginn nicht an den Erfolg geglaubt. Doch die Zahlen geben ihm recht. Rund 3000 Fahrten konnte Uber verzeichnen – 1000 waren „Zubringerservice“, der sich innerhalb Kirchheim und zu den Nachbargemeinden abspielt. Hauptsächlich die „erste/letzte Meile“ sind der Renner in den Hauptzeiten zwischen 7 und 8 Uhr und 19 und 23 Uhr. Für diese Fahrten zahlt der Nutzer nur fünf Euro – innerhalb Kirchheim, Heimstetten sowie nach und von Aschheim, Feldkirchen, Poing und Pliening.

Doppelt so viele nutzten den „Heimbringerservice“, um aus Kirchheim nach München und zurückzufahren. Davon fallen 88 Prozent auf die Route von München nach Kirchheim, die weiterhin zwischen Mitternacht und 5 Uhr pauschal 15 Euro kostet. „Wir haben mit Uber diese Lücke im ÖPNV geschlossen“, betonte Maximilian Böltl „und die Fahrten sind auch für viele ein Sicherheitsaspekt“. Böltl und Weigler sind sich einig, dass ein offenes Gespräch am runden Tisch mit den lokalen Taxiunternehmen, Uber und der Verwaltung stattfinden muss – denn: „Die Taxler dürfen keine Einbußen haben“. 

Gerhard Fuhrmann


Mehr über Kirchheim und den Münchner Nordosten gibt es in der Übersicht.

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