Keine Traglufthalle für den SVH

Aus optischen und nicht zuletzt ökologischen Grünen lehnte der Gemeinderat Kirchheim die Errichtung einer solcher Traglufthalle (wie hier in Grasbrunn) für die Tennisabteilung des SV Heimstetten ab. Foto: HALLO-Archiv/oh

Die Kirchheimer Tennisspieler müssen sich weiterhin im Winter um Hallenplätze in anderen Orten bemühen. Der Gemeinderat hat den Antrag des SVH auf Errichtung einer Traglufthalle im Sportpark Heimstetten abgelehnt. Dabei spielte neben städtebaulichen und ökologischen Gründen auch die Befürchtung einer Benachteiligung der anderen Kirchheimer Tennisvereine eine Rolle.

Hintergrund für den Antrag ist laut Maximilian Schmuck, Vorsitzendem der Tennisabteilung des SV Heimstetten, die zunehmende Ungewissheit bei der Nutzung der Tennishalle „Sportpoint“ in Aschheim. Für die Planung des Wintertrainingsbetriebs des SVH mit rund 50 Wochenstunden bereite der ständige Pächterwechsel ebenso wie die Weigerung der Eigentümer, in die Halle zu investieren, immer größere Probleme. Deshalb suche man intensiv nach Alternativen. Doch die verbleibenden Hallen im Umkreis seien größtenteils überbucht und zu teuer. Durch den weiteren Anfahrtsweg befürchte man zudem, gerade bei Kindern und Jugendlichen, einen Rückgang der Mitgliederzahlen. Eine Traglufthalle vor Ort dagegen verspreche einen Zuwachs an Mitgliedern und steigere die Attraktivität des Vereins und des Sportparks im Winter. Selbstverständlich stehe die Halle auch den anderen Kirchheimer Tennisvereinen zur Verfügung. Sie solle von einem externen Betreiber auf eigene Kosten über zwei Freiplätzen von Mitte September bis Mitte April aufgebaut werden. Hohe Auflagen Die Verwaltung wollte dem Antrag nur unter bestimmten Voraussetzungen zustimmen. So müsse es sich wirklich um eine temporäre Anlage handeln, die kurz vor Beginn des Winters aufgebaut und kurz nach Ende des Winters wieder abgebaut werde. Der Gemeinde dürften keinerlei Kosten entstehen, weder für Strom oder für die Einlagerung der Halle im Sommer noch für den Unterhalt des Platzes oder für eventuell auftretende Schäden. Auch müsse gewährleistet sein, dass die Halle den anderen Kirchheimer Tennisvereinen ebenfalls zur Verfügung steht. Darüber hinaus habe der Architekt des Sportparks Kritik am Erscheinungsbild einer solchen Halle geäußert. Diese städtebaulichen Bedenken teile das Bauamt. „Der Sportpark besitzt eine hohe gestalterische Qualität“, betonte auch Bürgermeister Heinz Hilger (VFW). Da passe eine Traglufthalle nicht hinein. Kritik an der „Ökobilanz“ Zudem wurde im Gemeinderat Kritik an der Ökobilanz einer solchen Halle laut, die mittels eines außen aufgestellten Brenners funktioniert, der mit einem Starkstrom-Elektromotor betrieben wird. Auch teilten etliche Räte die Befürchtung der Verwaltung, dass die anderen Vereine bei der Belegung nicht im gleichen Maß zum Zuge kämen wie der SVH. Das sah auch die Vorsitzende des TC 83, Heike Stocker, so, denn die Halle stehe dann auf dem Platz des SVH. Auch kritisierte sie die mangelnde Kommunikation. „Wir haben nur aus der Zeitung erfahren, dass das Thema heute im Gemeinderat behandelt wird“, sagte sie. Es wäre schön gewesen, wenn der SVH die anderen Vereine vorher informiert hätte. Sie bestätigte allerdings, dass die Situation im Winter immer schwieriger werde. Die Räte lehnten den Antrag mit acht zu 14 Stimmen ab. – FL –

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