Kirchheimer Alleingang

Kein SPD-Bürgermeister-Gegenkandidat für Maximilian Böltl

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SPD-Spitzenkandidat Stephan Keck (r.) verzichtet auf eine erneute Bürgermeisterkandidatur gegen Amtsinhaber Maximilian Böltl.

Die offiziellen Mitteilungen von CSU und SPD überschlagen sich. Beide haben das gleiche Thema: Maximilian Böltl tritt erneut als Bürgermeister-Kandidat für die Kommunalwahl 2020 am 15. März an, die SPD stellt keinen eigenen Bewerber und unterstützt stattdessen Böltl.

„Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren sehr viel für unsere Gemeinde erreicht. Der entscheidende Erfolgsfaktor war: Unser Miteinander. Im Wettstreit um die besten Ideen und auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen haben wir versucht, die unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen. Diesen Konsens möchte ich jetzt fortsetzen“, so Böltl. „Gemeinsam haben wir Kirchheim 2030 und die Landesgartenschau, das neue Gymnasium und das neue Rathaus angeschoben. Je größer die Aufgaben, umso größer das Miteinander.“

Von der SPD kommt ein Lob für den „Noch“-Bürgermeister: „Bürgermeister Böltl hat diese Bereitschaft dankenswerterweise bewiesen und sich entschlossen, den Weg eines ,überparteilichen Bürgermeisters‘ einzuschlagen.“ Wenn man den Statements der beiden Parteien Glauben schenken darf, hat es in den Gremien – auch im Gemeinderat – keine Probleme bei der Entscheidung für eine Zusammenarbeit gegeben. „Ein erneuter, heftiger Wahlkampf droht die angefangene, gemeinsam getragene Entwicklung des Ortes zurückzuwerfen“, heißt es im SPD-Statement. Deshalb hat der bisherige und künftige Spitzenkandidat Stephan Keck auf eine erneute Bürgermeisterkandidatur verzichtet: „Wenn ein Amtsinhaber inhaltlich einen vernünftigen Job macht, ist es mir egal, welcher Partei er angehört.“ Zudem Böltl nicht auf der CSU-Liste kandidieren wird, sondern als überparteilicher Kandidat.

„CSU und SPD würdigen hierbei unabhängig voneinander auch besonders die konsensualen Bemühungen des amtierenden

Ersten Bürgermeisters, der die Gemeinde zusammen mit Gemeinderat und Verwaltung überparteilich und an Sachthemen orientiert auf einen guten Weg gebracht hat“, heißt es in einer gemeinsamer Erklärung der beiden Parteien.

Und die CSU schreibt: „Beide Parteien stellen im Bewusstsein über ihre oftmals sehr unterschiedlichen Zielsetzungen dabei stets das Gemeinwohl in den Mittelpunkt. Dazu gehört auch das Kirchheimer Modell der ,Sozialgerechten Bodennutzung‘, mit dem alle Gemeindebürger vom Bodenwertzuwachs der Eigentümer bei Baulandentwicklungen profitieren.“

Beide Parteien wollen in der neuen Legislaturperiode „auf politisch notwendige Kontroversen nicht verzichten“ – aber dabei die konstant kritische, konsequente und konstruktive Arbeitsweise der letzten Jahre fortsetzen. Für Maximilian Böltl ist wichtig: „Sachthemen und das Gemeinwohl treiben uns an – auch wenn wir sehr oft nicht die gleiche Meinung haben. Doch konstruktive Kritik hilft am meisten dem, der kritisiert wird. Weil er dann seine Sache besser machen kann.“

Gerhard Fuhrmann

Mehr über den Münchner Nordosten gibt es in der Übersicht.

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