Bauprojekt mit Haken

Initiative plant private Realschule in Dornach

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Am Dornacher Einsteinring gibt es viele leerstehende Bürogebäude wie diese hier. Auch Flüchtlinge waren dort schon einmal untergebracht.

Oftmals freuen sich Kommunen darüber, wenn sie vor Ort eine weiterführende Schule haben — grundsätzlich jedenfalls. Und wenn sich dies nahezu kostenlos und ohne die Qual der Standortwahl realisieren lässt, ist die Freude umso größer. Grund: Die Initiative „Innovative-Schulen-München“ möchte die Schule bauen.

„In naher Zukunft fehlt es im Raum München an weiterführenden Schulen“, erklärte Stefan Ostermaier von der Initiative „Innovative-Schulen-München“ dem Aschheimer Gemeinderat. Im Gewerbegebiet Dornach hat Ostermaier eine Immobilie gefunden, die sich für den Umbau zu einer Realschule eignen würde. Für Aschheim wäre das natürlich optimal: Die Gemeinde bekommt eine weiterführende Schule, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen.

Dennoch hat das Ganze einen Haken: Durch die Bebauungsplanänderung im Gewerbegebiet Dornach sind künftig soziale Einrichtungen nicht mehr möglich. Dennoch will Bürgermeister Thomas Glashauser das Projekt noch nicht aufgeben: „Eine Realschule wäre auch in gewisser Weise eine lokale Wirtschaftsförderung“, überlegte er laut. Im Gewerbegebiet Dornach sind derzeit rund 5000 Arbeitsplätze besetzt, für weitere ist Platz vorhanden und auch eine private Kita wurde dort bereits vor Jahren etabliert. S

tefan Ostermaier erläuterte die Schul-Planung: Als Schulhaus habe man in Dornach am Einsteinring ein passendes Gebäude ausgemacht. Dort sei Platz für eine einzügige Realschule mit Fachrichtung Wirtschaft in den Klassenstufen fünf bis zehn. Nach Schulabschluss hätten die Schüler den Mittleren Bildungsabschluss und könnten in die einzügige Fachoberschule mit Fachrichtung Wirtschaft wechseln, um so die allgemeine Hochschulreife nach der 13. Klasse zu erlangen. Bis zu 25 Schüler würden in einer Klasse unterrichtet. Die Schule solle als Ganztagesschule geführt werden. „Der Schultag beginnt für die Schüler mit einem gemeinsamen Frühstück von 8 bis 9 Uhr“, erläuterte Ostermaier weiter. Bis 14 Uhr werde Unterricht erteilt und nach einem Mittagessen aus der eigenen Bio-Küche könnten die Schüler bis 18 Uhr in Projekt-AGs sich weiteres Wissen aneignen.

Maximal drei Wochen pro Jahr soll die Schule geschlossen sein, „das kommt berufstätigen Eltern entgegen“, erläuterte der Investor weiter. Dann würde ein monatliches Schulgeld, so um die 400 Euro, auch weniger ins Gewicht fallen. Hierzu kamen jedoch Bedenken aus dem Ratsgremium: Eine „Schule nur für Reiche“ zu haben, schien offensichtlich das Interesse im Rat zu dämpfen. Ostermaier beruhigte: „Solche Leute schicken ihre Kinder an Schulen, wo mehrere Tausend Euro pro Monat zu zahlen sind!“ Im pädagogischen Konzept wolle man die Schule als Lebensraum verwirklichen, ein demokratisches Miteinander gewährleisten und auch die Inklusion im Alltag leben. Motivierte Lehrer in Kombination mit der Abwechslung von Fachunterricht und Freiarbeitsphasen würden das Leben der Schüler positiv gestalten. Ansonsten halte man sich an die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung von Schulen in freier Trägerschaft. Es gelte das bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen.

Schulprojekte finden sich in der Vita von Unternehmer Stefan Ostermaier immer wieder; so beispielsweise der Neubau der Waldorf-Schule in Ismaning oder die Rudolf-Steiner Schule in Schwabing. Über die Realschule sollen sich nun die Fraktionen in den kommenden Wochen untereinander beratschlagen, schlug Glashauser vor. Im Anschluss werde das Thema erneut gemeinsam besprochen und ein Beschluss soll gefasst werden.

ar

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