Ikea & Zeppelin-Hangar in Regionalpark integriert

Ottendichl sagt Nein zu Ikea. Kommt Ikea, so befürchten die Bürger, dass in Ottendichl ein Stau unausweichbar wird. Foto: H.R.

Vor dem Rathaus in Feldkirchen haben Ottendichler Bürger gegen die Ansiedlung von IKEA südlich der A 94 protestiert. Im Foyer des Rathauses sprach Bürgermeister Werner van der Weck über die Vision eines Regionalparks, in dem ein Ikea-Möbelhaus und ein Zeppelin-Hangar südlich der A 94 integriert werden könnten. Im Fokus stand das Ziel: die Verkehrsentlastung in Feldkirchen durch eine Südumfahrung südlich der A 94 zu realisieren.

Gut 200 Besucher, darunter auch die Bürgermeister aus Kirchheim und Haar, Heinz Hilger und Helmut Dworzak, folgten der Einladung zur Information und Diskussion über die gemeindliche Entwicklung südlich der A 94. Zu Beginn machte van der Weck deutlich, dass man derzeit aufgrund heftiger Proteste das Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung südlich der M 1 und östlich der B 471 auf Eis gelegt habe. Aufgrund dieser Erfahrung gehe man neue Wege, präsentiere als Vision die Ansiedlung eines Ikea-Möbelhauses und Zeppelin-Hangars in Kombination mit einem interkommunalen Regionalpark. Klar machte van der Weck, dass die Realisierung einer Südumfahrung von Feldkirchen und somit eine innerörtliche Verkehrsentlastung nur mittels einer finanzkräftigen Gewerbeansiedlung zeitnah umgesetzt werden könne. Der Regionalpark Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard präsentierte den „Regionalpark Feldkirchen-München“ als Weiterführung des BUGA-Geländes. Als unumstößlich bezeichnete sie die Festsetzung des Regionalgrünzuges, der durch einen interkommunalen „Regionalpark Feldkirchen-München“ festgeschrieben werden könne. Neben neuen Waldstücken gehören zum Regionalpark auch landwirtschaftliche Flächen und Gemüsegärten, die von privater Hand betrieben werden können. Vorzüge Auch Armin Michaely, Geschäftsführer Ikea Deutschland, stellte keinen Bauplan eines Ikea-Möbelhauses für Feldkirchen vor, sondern verwies in einem Konzept auf die ökologischen wie ökonomischen Vorzüge, die eine Ansiedlung von Ikea zur Folge hatte. Neben ökologischer Bauweise mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro, schaffe man 200 Arbeitsplätze und zahle künftig jährlich rund eine Million Euro Gewerbesteuer. Abgesehen von den Faktoren werde man gemeinsam mit den Feldkirchner Bürgern und gegebenenfalls mit Nachbargemeinden die Planung besprechen; für Ikea sei die Diskussion der Projektentwicklung mit den Nachbarn kein Novum, sondern gängige Praxis, betonte Michaely. Auch einen Baumarkt könnte man in der Nachbarschaft ansiedeln. Verkehrsgutachten Ausschließlich mit der Sinnhaftigkeit einer Südumfahrung als potentielle Verkehrsentlastungsstraße der Ortsmitte Feldkirchens hatte sich Tom Seufert vom Büro Obermeyer Planen+Beraten in seinem Verkehrsgutachten befasst. Die Südumfahrung ist die Fortsetzung der M1, westlich der B471 hin zur Staatsstraße 2082. Seufert machte deutlich, dass neben dem Bau der Südumfahrung auch verkehrsberuhigende Maßnahmen in Feldkirchen unerlässlich sind, um den Verkehr auf die Ortsumfahrung zu lenken. Zwar wurden Verkehrszählungen und -befragungen durchgeführt, aber dennoch steht für Seufert fest, dass weitere detaillierte Planungen nötig sind, um künftig eine zügige Verkehrsabwicklung auf der Südumfahrung gewährleisten zu können. Kosten Rund fünf Millionen Euro wird Feldkirchen zusätzlich zu Zuschüssen für die Südumgehung aufbringen müssen, weshalb van der Weck mehrfach auf solide Gewerbeansiedlung Wert legte. So könnte mittels der bei Ikea üblichen Zahlungsmodalität der Gewerbsteuer die Südumfahrung binnen fünf Jahren bezahlt werden. Zeppelin-Hangar „Wissen-Flüge – Wissen-Welt“ nennt man die neue Perspektiven am Standort eines 30 Meter hohen Zeppelin-Hangars in Feldkirchen. Für Besucher werden Zeppelin-Flüge über die Landeshauptstadt und das Alpenvorland angeboten sowie Innovationenprojekte präsentiert, erläuterte Investorin Aranxta Dörrié. Allerdings werden noch Investoren gesucht, die das Projekt mit 15 Millionen Euro finanzieren. Einzelne Besucher der Infoveranstaltungen mutmaßten, dass der Zeppelin-Flug zu laut ist; andere monierten, dass der Einzelhandel schließen müsste, wenn Ikea angesiedelt werde. Wieder andere glaubten, dass A 99 und A 94 regelmäßig überlastet sind und somit auch für die Südumfahrung Verkehrsbehinderungen befürchtet werden müssten. – A.R. –

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