Kritik an Unterbringung von Klassen des SFZ Unterschleißheim in Kirchheim

Haltlose Vorwürfe gegen Rektorin

Nicht nur zwei, sondern sogar drei Außenklassen des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Unterschleißheim, die bislang nach Aschheim ausgelagert sind, sollen vom kommenden Schuljahr an in der Silva-Schule an der Gruber Straße untergebracht werden.

Das scheint nicht allen Kirchheimer Grundschul-Eltern zu gefallen. In der Sondersitzung des Gemeinderates beklagte ein Vater, die Schule werde durch diese „erziehungsauffälligen Kinder“ weiter belastet. Die Rektorin der Schule, Angela Hilger, und andere Gemeinderäte reagierten empört.

In der Kelten-Schule in Aschheim sind zur Zeit drei Außenklassen des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Unterschleißheim mit insgesamt 32 Kindern untergebracht. Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen besonders gefördert werden müssen. Weil die Schule in der Nachbargemeinde jetzt umgebaut wird, sollten zunächst zwei, nun aber doch alle drei Klassen für vorerst fünf bis sechs Jahre in der schrumpfenden Silva-Grundschule in Kirchheim untergebracht werden. Diese sei für zwölf reguläre Klassen gebaut, zur Zeit aber nur von acht belegt, informierte Rektorin Angela Hilger (VFW) den Gemeinderat. Zwei Sonderklassen könne man, wie bereits beschlossen, ohne weiteres aufnehmen. Entsprechende Mietverträge mit dem Landratsamt für die jeweils rund 57 Quadratmeter großen Räume sind bereits unterzeichnet. Für die dritte Klasse sah die Schulleiterin allerdings zunächst „keine Realisierungsmöglichkeit“. Zwei der überzähligen Klassenzimmer seien mittlerweile in einen Computerraum und eine Lesewerkstatt, für die sogar Zuschüsse gezahlt wurden, umgewandelt worden. „Das wollen wir nicht aufgeben“, so die Rektorin. Ein weiterer Raum, der ursprünglich mit Baukosten von etwa 50 000 Euro für die dritte Sonderklasse hergerichtet werden sollte, habe sich mit 30 Quadratmetern als zu klein erwiesen.

Zustimmung der Räte ...

Diese Einwände wollte das Gremium nicht gelten lassen. Es sei nur von Vorteil für die Kinder, wenn sie dauerhaft in Kirchheim untergebracht werden, sagte Rainer Knüppel (VFW). Auch Susanne Merten-Wente (NU) hielt es für „absolut notwendig“, dass die drei Klassen zusammen bleiben. „So groß können die Fördergelder für die Lesewerkstatt doch gar nicht gewesen sein.“ Notfalls werde man sie zurückzahlen oder einen anderen Ort für die Leseratten finden. Das sei jedenfalls besser als die Unterbringung der Förder-Kinder in Containern. So wurde es denn auch einstimmig beschlossen.

... Kritik eins Vaters

Ein im Publikum anwesender Vater von einem, demnächst zwei Silva-Grundschülern, wie er sagte, nutzte sein Rederecht zu heftigen Vorwürfen an die Adresse der Rektorin. Der Elternbeirat sei über die Unterbringung der 32 verhaltensauffälligen Kindern, von denen nur sieben aus der Gemeinde stammten, nicht informiert worden. Gerüchte würden die Runde machen. Er habe nur zufällig einen Hinweis im Internet gefunden. Zunächst sei von einer vorübergehenden Maßnahme die Rede gewesen, jetzt spreche man von sechs Jahren. Man müsse die Eltern informieren, „ehe die Schule weiter belastet wird“.

Angela Hilger wehrte sich. Der Elternbeirat, der im übrigens bereits vor Monaten unterrichtet worden sei, habe in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht. „Wir müssen die Eltern nicht befragen.“ Der Gemeinderat treffe die Entscheidung allein in Zusammenarbeit mit der Schulleitung. Außerdem sei es positiv, wenn Lernschwache ortsnah betreut und nicht bis nach Unterschleißheim gekarrt würden. Es gebe mit den bereits seit einigen Wochen in Kirchheim betreuten Klassen „keinerlei Probleme, auch die Lehrkräfte sind gut integriert“. Angela Hilger sprach von einem „Menschenrecht, auch wenn diese Kinder manchen Eltern nicht passen“. „Dass man sich hier wehrt, damit kann ich mich nicht anfreunden.“ Im übrigen würden sich in einigen Jahren die Förderzentren ohnehin auflösen, da nach einem EU-Urteil alle Kinder in ihrer Sprengelschule unterrichtet werden müssten. – CS –

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