Standort neben Geltinger Feuerwehr angedacht / Finanzierung noch unklar

Feuerwehrgerätehaus für Pliening

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Noch ist das Plieninger Feuerwehrgerätehaus nur auf einem Plan zu sehen. Richtig begeistert hat die Planung im Gemeinderat niemanden.

Um dem Dauerprovisorium im Bauhof ein Ende setzen und nach Jahrzehnten für die Freiwillige Feuerwehr Pliening eine „Heimat“ zu schaffen, beschloss der Plieninger Gemeinde mit 13:3 Stimmen eine Machbarkeitsstudie für ein Feuerwehrgerätehaus erstellen zu lassen. 

Konkret angedacht ist ein Anbau an das rund 10 Jahre alte Geltinger Feuerwehrgerätehaus mit der Prämisse, die Eigenständigkeit der Feuerwehren vor Ort zu erhalten.


Die Flächengemeinde Pliening hat drei größere Orteile – Pliening, Gelting und Landsham – und in allen Orten eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Wenn’s brennt arbeitet man Hand in Hand. Doch sonst ist Eigenständigkeit angesagt. Was einfach klingt, ist ein höchst sensibles Unterfangen. Bereits 1999 teilte ein Bürgerentscheid zum Thema Feuerwehrgerätehaus die Gemeinde. Geltings Feuerwehr musste damals aus dem alten Geltinger Schulhaus ausziehen, weil weder der bauliche Zustand noch der Umstand, dass ein Feuerwehrauto aus der Garage immer eine 360°-Wende zum Einsatz fahren muss, tragbar waren. An ein gemeinsames Feuerwehrhaus war damals nicht zu denken – die Stimmung in der Gemeinde war höchst angespannt. Gelting bekam sein Feuerwehrhaus neben dem Bürgerhaus.

Im Februar diesen Jahres ermahnte der scheidende Plieninger Kommandant Stefan Lang, endlich die Situation der Plieninger Feuerwehr, die ist seit Jahrzehnten und provisorisch im gemeindlichen Bauhof untergebracht, zu verbessern. Dies geschah öffentlich. Nicht öffentlich – im Rahmen so genannter Klausurtage des Gemeinderates – wurde das Thema wohl debattiert und erste Ansichten planerisch aufgezeigt. Während der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung hängte jetzt  Gemeinderat Stefan Seizl (Alternative Pliening) ein entsprechendes Papier an die Stellwand.

Heftige Disskussionen

In der Diskussion selbst wurden die Ratsmitglieder durchaus konkret: So wollte Michael Klaß (Alternative Pliening) wissen, ob man nicht heute schon genau die Anzahl an Feuerwehrgerätehäusern habe, die einem Ort wie Pliening zu stehen, sprich auch vom Freistaat Bayern gefördert werden. Martin Eberl (Neues Forum) konnte dem Plan, ein zweites Feuerwehrhaus als Anbau zu gestalten, eher weniger abgewinnen und warnte, die dort ohnehin schwierige Parkplatzsituation nicht noch weiter zu verschärfen. Kein Parkplatz dürfe weggenommen werden, sonst müsse ein anderer Standort gefunden werden.

Markus Uffinger (Alternative Pliening) warf in die Diskussion ein, dass einst die Feuerwehren nicht kein neues Haus gemeinsam haben wollten, jetzt wolle man anscheinend im Ratsgremium nicht mit einander an einem Strang ziehen.

Christina Widmann (SPD) wollte die Sache grundsätzlich angehen und wollte wissen, „wie viele Tore es für drei Feuerwehren brauche (Anm. d. Red.: Feuerwehrgerätehäuser werden in Toren für die Fahrzeuge errichtet und gemessen). Zur Finanzierung eines neuen Feuerwehrstandorts und -gerätehauses schlug sie den Grundstückserlös ein, der beim Teilverkauf der großen Plieninger Tennisanlage anfallen könnte.

Derzeit sind für den Neubau eines Feuerwehrgerätehaus für Plienings Wehr 100.000 Euro im Haushalt 2012 eingestellt. Damit könne man Planungskosten abdecken, versicherte Bürgermeister Georg Rittler einem Gemeinderat – mehr nicht. In der Planung sollen die Belange beider Feuerwehren berücksichtigt werden, heißt es im Beschluss. 

Die Feuerwehrkommandanten äußerten sich in der Gemeinderatssitzung nicht. – A.R. –

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