Märkte auf der grünen Wiese bedrohen Kirchheimer Markt

BONUS – Markt mit Zukunft?

+
Da war die Welt noch in Ordnung und die Erwartungen groß: Eröffnung des“Bonus“-Marktes im Herbst 2009

Gehört Einkaufszentren auf der grünen Wiesen, riesigen Einkaufsmärkte abseits von der Ortsmitte – wie dem geplanten Ikea-Markt in Feldkirchen oder den Großraumplanungen in Parsdorf die Zukunft. Kritiker befürchten massive Auswirkungen auf das innerörtliche Angebot.

„Ikea oder Parsdorf – das sind Märkte für die mobile, hektische Generation, die alles hat - nur keine Zeit. Schnell und billig, das macht (kauf)willig“, dieses Motto haben leider  viele verinnerlicht“, beklagt Marie-Luise Achilles, Sprecherin des Soziales Netzwerk Kirchheim und mahnt vor den Folgen, dass eben der Bürger dann nicht mehr unmittelbar in seiner fußläufigen Nähe Mehl, Butter, Gemüse, Fleisch oder Getränke erhält. Denn Läden im Ort werden verdrängt von mächtigen, anonymen, unpersönlichen Einkaufszentren.

Noch gibt es in Kirchheim den Bäcker, den Metzger, die individuellen Einkaufsläden und die Handwerksbetriebe. Und: Kirchheim beherbergte als eine der ersten Kommunen in Bayern einen BONUS-Markt, der, so Achiles, viele Vorteile bietet so eben die fußläufige Erreichbarkeit und die Selbstversorgungsmöglichkeit für Bürger mit Mobilitätseinschränkungen, aber auch Heimservice, Berücksichtigung von Produktwünschen der Kunden, biologisches Warensortiment, gute Parkmöglichkeit – und Arbeitsplätze für Arbeitsuchende. Doch auch dieses gemeinnützige Unternehmen kann nicht gedeihen, wenn die Bürger es nicht nutzen!

Als der BONUS-Markt im Brunnen-Einkaufszentrum in Kirchheim am 15. Oktober 2009 eröffnet wurde, war der Jubel groß. Seithier ist viel passiert. Umsatz und Personalbesetzung gingen zurück. „Ist es Unüberlegtheit, Trägheit, Bequemlichkeit, Reizüberflutung, die dazu beitragen, den Verlockungen großer Konzerne zu folgen statt kleinere Läden in unserem Ort zu stärken?“ mahnt die Sprecherin des Soziales Netzwerk Kirchheim Marie-Luise Achilles und schwärmt davon., dass es in dem kleinen Einkaufsmarkt noch die nachbarliche Begegnung, das Gespräch mit dem Personal, den entspannten Einkauf gibt – nur, wie lange noch? 

Auch interessant:

Meistgelesen

Patientenrechte am Ende des Lebens
Patientenrechte am Ende des Lebens
Ein neuer Weg ist das Ziel
Ein neuer Weg ist das Ziel
Von Schlachthof und guter Nachbarschaft
München Nordost
Von Schlachthof und guter Nachbarschaft
Von Schlachthof und guter Nachbarschaft
Großbaumverpflanzung in Kirchheim läuft
München Nordost
Großbaumverpflanzung in Kirchheim läuft
Großbaumverpflanzung in Kirchheim läuft

Kommentare