„Einladung zum Mitmachen“ für alle

HALLO-Interview mit Bürgermeister Maximilian Böltl zum aktuellen Stand von Kirchheim 2030

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Kirchheim 2030 beschäftigt Verwaltung, Gemeinderat und Bürgermeister: Maximilian Böltl, Kirchheims Bürgermeister, auf der Baustelle des Kinderhauses.

Kirchheim 2030 mit Rathaus, Gymnasium und Landesgartenschau prägen die Gemeinde und bestimmt den Arbeitsalltag von Verwaltung und Bürgermeister. HALLO hat mit Maximilian Böltl über die ersten Baumaßnahmen und über die weitere Beteiligung der Bevölkerung gesprochen.

HALLO Herr Böltl, mit Kirchheim 2030 stößt die Gemeinde aktuell mehrere große Vorhaben an. Der Zeitdruck ist durch den Zuschlag für die Landesgartenschau deutlich gewachsen. Schaffen Sie das? 

Böltl: Wir haben bis 2024 ein straffes, sehr eng getaktetes Arbeitsprogramm. In der Verwaltung haben wir uns dafür verstärkt, externe Profis helfen uns in der Umsetzung. Wenn alle weiterhin so fokussiert und mit voller Motivation dabei bleiben, dann ist es zu stemmen. Auch der Gemeinderat ist immer wieder gefragt. Viele Detailentscheidungen stehen an. Die konstruktive, gemeinschaftliche Atmosphäre, die wir hier in den letzten fünf Jahren gemeinsam aufgebaut haben, ist die allerbeste Grundlage dafür.

In einem Jahr ist wieder Wahl. Verändert sich dadurch diese enge Zusammenarbeit? 

Wir sind gemeinsam bis einschließlich April 2020 gewählt und von den Bürgern damit beauftragt, miteinander gute Lösungen zu finden. Gerade jetzt sind wir bei vielen Vorhaben in der entscheidenden heißen Phase. Für Wahlkampf ist der Gemeinderat auch deshalb der absolut falsche Ort. Wir brauchen die volle Konzentration, viel Fleiß und Disziplin für die Arbeit an der Zukunft unserer Heimat. Es zählen Fakten und Sachargumente. Meiner Einschätzung nach teilt eine Mehrheit im Gremium diese Auffassung. Wir brauchen Kontinuität und Stabilität.

Die Diskussion um den Erhalt des „Wäldchens“ beim Gymnasium hat aber doch gezeigt, dass sich die Stimmung jetzt zunehmend aufheizt? 

In vielen persönlichen Gesprächen und anderen Kontakten haben einige Bürger ihren Wunsch nach dem Erhalt des Baumbestandes deutlich artikuliert. Aufgrund der Lage und der Größe des Schulareals mit allen notwendigen Sportanlagen war das aber im bisherigen Planungsumgriff einfach nicht möglich. Deshalb habe ich dem Gemeinderat in dieser Woche vorgeschlagen, dass wir die Fläche, die für das neue Gymnasium zur Verfügung steht, nach Norden zur Grund- und Mittelschule hin und nach Westen zum künftigen Park hin vergrößern. Dadurch wird eine Verschiebung der Sportflächen möglich und wir können auf einer Breite von rund 40 Metern zusätzlich einen Teil des Baumbestandes erhalten.

Warum jetzt doch? Die Beschlüsse sind gefasst, ein Teil wurde schon gerodet… 

Den Wall werden wir abtragen, weil hier die Turnhalle mit Tiefgarage platziert werden muss. Vor Ort kann man jetzt auch die tatsächliche Form und Höhe gut wahrnehmen. Der davor in Richtung Grund- und Mittelschule liegende Baumstreifen kann nach der neuen Idee im mittleren Bereich dann gruppenweise in das Schulgelände integriert werden.

…weil die Bürger es so wollen…? 

Ja. Kirchheim 2030 bleibt ein Bürgerprojekt. Eine Einladung zum Mitmachen. Die aktiven Bürger, die sich konstruktiv beteiligen, wissen genau, dass ich ihre Anliegen ernst nehme und überlege, wie sie umsetzbar sind. Zugleich müssen wir in der Praxis immer einen guten Kompromiss zwischen Städtebau, Ökologie und Funktionalität hinbekommen. In diesem Fall also die Optik der Freiflächen, den Schutz der Bäume und die Anforderungen der Schulfamilie zusammenbringen. Und es darf keinen Zeitverzug geben. Der Neubau des Gymnasiums muss endlich starten dürfen.

Aber es können ja dann nicht alle Bäume gerettet werden, oder? 

Das ist eben leider nicht umsetzbar. Wir pflanzen an so vielen Stellen gleichzeitig neu an. Allein am Haus für Kinder beim JUZ kommen 91 Bäume dazu! Der Wald an der A99, die Landesgartenschau…

Gibt es denn weitere Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung, über die im Bürgerentscheid abgestimmt wurde? 

Wir versuchen natürlich, so nah wie irgendwie möglich am Konzept von Kirchheim 2030 zu bleiben. Da wir immer detaillierter in die Bebauungsplanung vordringen, zeigen sich an verschiedenen Stellen aber eben auch notwendige Anpassungen. Auch aus Bürgerwünschen, wie beispielsweise die Verlegung der Straßenquerung durch den Park nach Norden zur Staatsstraße. Eine Planung muss immer atmen können, um besser zu werden. Und der Prozess ist komplett transparent. Alle Beschlüsse werden öffentlich diskutiert. Mir ist wichtig, dass sich die Bevölkerung informiert, kritisch dabei ist und Ideen einbringt. Das macht Kirchheim 2030 stark.

Interview Gerhard Fuhrmann

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