Gymnasium Kirchheim setzt auf Container gegen Platzprobleme

Der

Zweckverband weiterführender Schulen hat für das Gymnasium Kirchheim zum nächsten Schuljahr einen Containerverbund mit acht Klassenzimmern beschlossen. Da die vom Architekten vorgeschlagene zweigeschossige Lösung mit drei Millionen Euro sehr teuer ist, soll bis zu einer Sondersitzung Ende Januar auch eine ebenerdige Variante untersucht werden. Im Gymnasium herrscht trotz des Anbaus akuter Platzmangel. In diesem Schuljahr hat es einen Höchststand von 1272 Schülern erreicht. Für 38 Klassen stehen nur 30 Klassenzimmer zur Verfügung. Für die Kollegstufe – mit 252 Schülern so groß wie nie zuvor – bleiben nur noch drei Räume, so dass die Kollegiaten in Klassenzimmer ausweichen müssen, wenn die jeweilige Klasse gerade Fachunterricht hat. Laut Schulleiter Richard Rühl wird sich die Situation im nächsten Schuljahr noch einmal verschärfen. Langfristig sei ein weiterer Anbau erforderlich. Kurzfristig sollen Container Abhilfe schaffen. Dazu legte Architekt Richard Baumann sein Konzept vor. Für ihn kommt nur eine zweigeschossige Lösung in Frage. Denn der einzig mögliche Standort ist vor der Schule direkt an der Heimstettener Straße. Wollte man acht Klassenzimmer ebenerdig unterbringen, bliebe vom Pausenhof, der jetzt schon zu klein für die vielen Schüler ist, nichts mehr übrig. Auch gäbe es dann keine Aufstellfläche für die Feuerwehr mehr. Bei einem zweigeschossigen Bau kann der Pausenhof dagegen weiter genutzt werden. Der Bau wird dann 53 Meter lang, neun Meter hoch und elf Meter breit. In jedem Geschoss finden vier Klassenzimmer Platz sowie Toiletten, Nebenräume und Treppenhäuser an jeder Seite. Die Fenster gehen zum Pausenhof, entlang der Straße verläuft der Flur mit Garderoben. Der Bau wird mit einem überdachten Verbindungsgang an das Hauptgebäude angeschlossen. Der Zugang erfolgt über den Eingang zur Turnhalle. „Drei Millionen Euro sind viel Geld für eine vorübergehende Lösung“, wandte Aschheims Bürgermeister Helmut Englmann (CSU) ein und wollte das Geld dann lieber gleich in eine Dauerlösung mit Unterkellerung stecken. Rühl hielt dagegen, dass eine Dauerlösung näher am Hauptgebäude platziert werden müsste. Und der Kirchheimer Bürgermeister Heinz Hilger (VFW) wollte zunächst die Ergebnisse des Schulbedarfsplans abwarten, der derzeit vom Landkreis erstellt wird. „Ich hoffe, dass die Schule langfristig wieder auf ihren Normalstand zurückkommt“, sagte er. Deswegen sollte man jetzt keine dauerhafte Lösung verankern. Sein Feldkirchener Amtskollege Werner van der Weck (SPD) schlug vor, das Geld besser in eine endgültige Lösung zu investieren und statt einer Riesenschule gleich ein neues Gymnasium zu bauen. „Ich glaube nicht, dass die Regierung hier ein zweites Gymnasium genehmigt“, entgegnete Hilger. Englmann nahm dann zwar von der Unterkellerung Abstand, forderte jedoch als reine Übergangslösung eine billigere ebenerdige Variante, zumal die drei Gemeinden eine Übergangslösung allein finanzieren müssen. Der Landkreis zahlt hierbei nicht mit. Obwohl sowohl Architekt Baumann als auch Simon Waxenberger vom Kirchheimer Bauamt beteuerten, eine eingeschossige Lösung sei auf dem Pausenhof nicht unterzubringen, gab Hilger als Zweckverbandsvorsitzender den Auftrag, auch eine solche Variante auszuarbeiten. „Dann haben wir das schwarz auf weiß als Entscheidungsgrundlage“, erklärte er. Da jedoch die Zeit drängt, wenn die Container zum nächsten Schuljahr einsatzbereit sein sollen, wurde eine Sondersitzung für Ende Januar anberaumt. Außerdem wurde der Architekt parallel bereits mit der Eingabeplanung für das Projekt beauftragt. – FL –

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