Gemeinderat Feldkirchen plant für die Zukunft

Drei mögliche Standorte für ein Gymnasium

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Dass in dieser Kiesgrube in wenigen Jahren eine Schule gebaut werden kann, ist unwahrscheinlich – noch immer wird dort Kies gefördert. Andererseits ist die Lage des Standorts in der Nähe des Bahnhofs für ein mögliches Gymnasium sehr gut.

Der Feldkirchner Gemeinderat hat sich für den Fall, dass in der Gemeinde ein Gymnasium gebaut werden soll, festgelegt: Die Schule soll entweder in einer Kiesgrube neben dem Bahnhof, neben dem Sportpark oder im Norden Feldkirchens an der B471 entstehen.

Im Mai hatte die SPD im Landkreis den XXL-Schulen (mit Schülerzahlen von über 1500 Kindern) und hier insbesondere den Gymnasien den Kampf angesagt. Zeitgleich hatte der SPD-Ortsverein im Gemeinderat den Antrag gestellt, die Verwaltung möge Grundstücke mit der erforderlichen Größe für den Bau eines Gymnasiums in Feldkirchen eruieren und vorstellen. In der jüngsten Sitzung nun präsentierte Bauamtsleiter Christian Stöhr einen entsprechen Plan mit sechs Standorten. Dazu hatte Stöhr in einer Tabelle von den einzelnen Arealen die Größe, die aktuelle Bewertung im Flächennutzungsplan sowie den Verkaufswillen der Eigentümer zusammengefasst. Zur Ernüchterung vorweg: „Keines der Grundstücke ist im Eigentum der Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Werner van der Weck. Genau dies ist aber Bedingung und ebenso eine Grundstücksgröße von mindestens 25.000 Quadratmetern, damit der Landkreis dort ein Gymnasium errichtet. Ferner fiel auf, dass die meisten der von Stöhr aufgelisteten Grundstücke nicht im Ort, sondern an der Gemeindegrenze situiert sind.

Standort eins liegt zwischen der Hohenlindener Straße und der A94, ist rund 60.000 Quadratmeter groß und derzeit eine landwirtschaftlich genutzte Fläche. Standort zwei liegt westlich des landwirtschaftlichen Gutes Oberndorf und verfügt über rund 225.000 Quadratmeter. Der anvisierte Standort drei befindet sich nordwestlich der Kreisstraße M 1 an der Kapellenstraße und ist derzeit nicht käuflich. Grundsätzlich zu kaufen ist Standort vier zwischen Bahnlinie und Seestraße „Am Kiesgrund“. Die Verfüllung der Kiesgrube ist Stöhr zufolge noch nicht abgeschlossen. „Utopisch, weil in 20 Jahren noch nicht bebaubar“, kommentierte Thomas Zimmerman (UWV) knapp. An der Olympiastraße nördlich der Sportanlage liegt der Standort fünf, bei dem zum Teil schon Baurecht besteht. Standort sechs befindet sich noch als landwirtschaftliche Fläche an der Ecke der stark befahrenen Staatsstraße 2082 und Aschheimer Straße (B471). Franz Reinheimer (SPD) monierte, dass das Grundstück neben der Kita „Arche Noah“ in der Jahnstraße nicht geprüft wurde. Die Verwaltung will darum kümmern, versprach Stöhr.

Intensiv bewarb Alexander Zimmer (UWV) den Standort fünf. Es gebe dort einige Synergien: „Direkt neben der Sportanlage könnten die Schüler am Vormittag die Dreifachturnhalle nutzen“. Diese allerdings müsste noch gebaut werden. Seit vier Jahren ist das Bauamt damit intensiv befasst.

Herbert Vanvolsem (CSU) lehnte den Standort fünf dagegen ab: „Ich möchte den Anwohnern den Verkehr nicht zumuten, wenn die 1000 Schüler mit Fahrrad und Auto kommen!“ Ein weiteres Manko: Der Grundstückseigentümer äußerte bezüglich seiner Verkaufsabsicht bisher der Gemeinde gegenüber kein Wort. Dass Standort vier die Reihung der möglichen Standorte anführt, war für van der Weck selbstredend. Ebenso sei das Gymnasium für die Vereine wichtig. Denn wechsele der Schüler den Schulstandort, würden meist für Vereine die Trainingsörtlichkeiten wegfallen. Bei der Abstimmung über die Standorte fünf und sechs änderte sich die Reihenfolge nicht. Prinzipiell gab Vanvolsem zu bedenken, dass Feldkirchen doch eine kleine Flächengemeinde ist und es wichtiger sei, Wohnungen für die Bürger zu bauen.

Die Nachbargemeinde Aschheim hat sich nicht vom „Gymnasiumbau“-Virus infizieren lassen. „Wir werden in Kirchheim das Gymnasium mitbauen“, betonte Bürgermeister Thomas Glashauser zuletzt. Allerdings hielt der Gemeinderat per Ratsbeschluss fest, dass in Aschheim Grund vorhanden sei, um eine weiterführende Schule zu errichten – und „das kann auch eine FOS/BOS sein“, erklärte Glashauser.

ar

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