Kein Tempo 30, aber ...

Gemeinderat Kirchheim lehnt Forderung ab

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Die Forderung nach einem Kreisel an der Münchner Straße/Heimstettener Moosweg hat der Gemeinderat abgelehnt.

Tempo 30 oder 50 auf dem Heimstettener Moosweg und auf der Münchner Straße – dieses Thema nahm jetzt in Kirchheim ein Ende: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung eine Tempo-30-Zone mit Zwei-Drittel-Mehrheit abgelehnt.

Vorausgegangen war ein Bürgerantrag von zahlreichen Elternbeiräten wie dem Kindergarten und Hort St. Andreas, den Schulfördervereinen und Anwohnergemeinschaften. Darin fordern die Beteiligten eine „sofortige Umsetzung von Tempo 30 (innerorts) als zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Bereich Münchner Straße (Hausen Süd) und Heimstettener Moosweg. Da der Zugang für die Kindertagesstätte AWO Märchenland von der Münchner Straße sowie von der Caramanico Straße möglich ist, beantragen wir für beide Straßenabschnitte Tempo 30. Für die Umsetzung schlagen wir einen Kreisverkehr an der Kreuzung Münchner Straße/Heimstettener Moosweg vor sowie ein generelles Durchfahrtsverbot für Kfz über 3,5 Tonnen.“

Dieser Bürgerantrag wurde bereits im Ausschuss für Bauen, Infrastruktur und Umwelt im Juli beraten und damals abgelehnt. Da bei dieser Sitzung einige Antragsteller nicht anwesend waren, das sie nach eigenen Angaben nicht informiert wurden, kam der Antrag erneut auf die Tagesordnung. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte Sonja Beinert, Sprecherin des Elternbeirats im Kindergarten St. Andreas, nochmals das Anliegen der Antragsteller. Beinert monierte das ansteigende Verkehrs- aufkommen durch Durchgangsverkehr, die deutlich zu hohen Geschwindigkeiten, Missachtung von roten Ampeln, falscher Stand der mobilen Blitzer und Entschärfung an allen anderen Übergängen auf der Münchner Straße, die offizielle Schulwege beinhalten.

Für Frank Holz (CSU) ist eine Begrenzung auf Tempo 30 dennoch nicht nötig. „Die Polizei hat sich gegen Tempo 30 ausgesprochen“ und er selbst erkenne dort kein Gefahrenpotenzial. „Durch den Fahrradschutzstreifen ist der Verkehr viel ruhiger geworden“, sagte Holz und meinte, „dass sich das Problem des starken Durchgangsverkehrs erledige, wenn die Autobahnbrücke Richtung Aschheim für eineinhalb Jahre gesperrt werde.“

Thomas Etterer (SPD) möchte seine Entscheidung von der Expertise eines Fachmannes abhängig machen. Er ist gegen Tempo 30 – kann aber die Wünsche der Eltern verstehen. Sein Vorschlag: Ein dauerhaft installierter Blitzer und empfindliche Strafen für Missachtung von roten Ampeln. Gerd Kleiber (FDP) möchte die Schnellfahrer durch bauliche Maßnahmen einbremsen. Tanja Heidacher (SPD) möchte Zahlen sehen, die Geschwindigkeitsübertretungen sowie Ampelsünder aufzeigen. Diesen Vorschlag schlossen sich weitere Gemeinderatsmitglieder an. Die Antwort von Bürgermeister Maximilian Böltl: „Es gab Messungen der kommunalen Verkehrsüberwachung, dass auf der Münchner Straße über 60 Prozent der Autofahrer die zulässige Geschwindigkeit überschreiten“.

Trotz Ablehnung des Tempo-30-Antrags will die Verwaltung nach Alternativen suchen, um die Geschwindigkeitsübertretungen in den Griff zu bekommen und möchte zusätzlich eine weitere Verkehrsmessungen über sechs Monate in Auftrag geben. Gerhard Fuhrmann

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