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Mit Beharrlichkeit zum Ziel

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Helle Räume, Whiteboards, saubere Tische und Stühle — alles ohne Alltagsgeschehen — bekamen die Besucher beim Tag der offenen Tür von den Verantwortlichen präsentiert. © hr

Mit Beharrlichkeit verfolgt das Landratsamt München sein Ziel: Bis zu 20 Berufsschulintegrationsklassen mit jeweils 20 Schülern sollen ins Feldkirchner Gewerbegebiet an der Dornacher Straße einziehen können. Was auf Anhieb im September vergangenen Jahres nicht gelang, erfolgt nun Schritt für Schritt.

Fünf Berufsschulintegrationsklassen mit 100 Schülern sind im Dezember im Gewerbegebiet Feldkirchen eröffnet worden (HALLO berichtete). Nun folgte der zweite Schritt: Das Feldkirchner Ratsgremium genehmigte mit 14:4 Stimmen weitere fünf Klassen für fünf Jahre und stimmte damit ein zweites Mal für eine Nutzungsänderung.

Ausführlich und kontrovers beriet der Gemeinderat, ob weitere fünf Berufsintegrations-Klassen (BIK) oder die diesen Klassen vorgeschalteten Berufsintegrations-Vorbereitungsklassen (BIK-V) genehmigt werden sollten. Neben einigen Ratsmitgliedern, die sich wie Simone Krois (Grüne) „Ich bin dafür – total“ zustimmend äußerten, fragten andere vor der Beschlussfassung kritisch nach, wie der Tagesablauf sei und welche Erfahrungen gemacht wurden.

„Mir geht es zu schnell“, erklärte etwa Michael Schön (UWV) und Herbert Vanvolsem (CSU) schloss sich ihm an. Ihnen fehlen die Erfahrungsberichte über die seit Mitte Dezember angesiedelten Klassen an der Dornacher Straße. „Nicht die Schule, nicht der Unterricht, sondern die Zeit nach der Schule“, galt es für Michael Burger (SPD) zu beleuchten. „Welche Konzepte sind hierfür entwickelt?“ „Unserer Schüler fahren heim zum Mittagessen. Wenn sie nicht pünktlich kommen, gibt es kein Mittagessen“, erklärte Jörg Schnadel, der nicht nur für die Klassen in Feldkirchen, sondern für rund 300 BIK- und BIK-V Klassen in Oberbayern zuständig ist. Noch im September 2015 war von einem Aufenthalt der Schüler zwischen 7.45 und 16 Uhr die Rede.

„Wir haben sehr motivierte Schüler. Keiner muss in die Schule, unsere Schüler kommen freiwillig“, ergänzte Schnadel. Mit „haben Sie Konzepte oder könnten Sie eines entwickeln“ und „ich hätte gerne von Ihnen eine Idee“, hakte Burger nach. Konkretes dazu erfuhr er jedoch nicht.

Landratsamtsvertreterin Martina Neubauer betonte, dass die Schüler neben dem Unterricht auch sozialpädagogische Betreuung erhalten, um den Lernerfolg nachhaltig zu gestalten. Sollten sich zwischen Bürgern und Schülern  „Problemlagen entwickeln, sollten wir darüber reden“, erklärte Neubauer auch mit dem Hinweis auf den Tag der offenen Tür am 22. Dezember, dessen Terminwahl viele aus dem Gremium für „nicht geglückt“ hielten.

Andreas Janson (UWV) war beim Tag der offenen Tür – „wo nicht jeder Zeit hatte“ – aber dabei und gab zu bedenken: „Da war die Schule leer. Wie sieht denn der Tagesablauf aus?“. „In der zweijährigen Schulzeit wird im ersten Schuljahr zu 50 Prozent Deutsch unterrichtet“, wurde Schnadel konkret. „Hinzu kommen Rechnen, Werte-Erziehung, Kommunikation und Ethik; dem folgt die Berufliche Orientierung. Ansprüche, die hier gestellt werden, sind den meisten fremd“, unterstrich Schnadel die Notwendigkeit des Unterrichtes.

Die Landratsamtsvertreterin signalisierte, man wolle den Ratsmitgliedern die Gelegenheit geben, die Schule, Schüler und das Lehrerkollegium kennenzulernen, aber auch mit dem Kooperationspartner, dem beruflichen Fortbildungszentrum der bayerischen Wirtschaft, in Kontakt zu kommen. ar

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