Gemeinden zahlen Lehrerstunden

Die Realschule in Aschheim. Foto: A. Schwaiger

Die St.-Emmeram-Realschule in Aschheim wird in diesem Schuljahr bei der offenen Ganztagsschule ein Defizit von 6400 Euro aufweisen. Denn durch den Einsatz von Lehrkräften ist der staatliche Zuschuss gekürzt worden. Nun müssen die Zweckverbandsgemeinden in die Bresche springen, damit das Angebot aufrecht erhalten werden kann.

Begeistert waren die Verbandsräte aus Kirchheim, Aschheim und Feldkirchen nicht, als sie bei der jüngsten Zweckverbandssitzung von dem Defizit erfuhren. Sowohl die Schulsozialarbeit als auch die offene Ganztagsschule werden in Aschheim vom Kreisjugendring betrieben, der dafür zwei Sozialpädagogen mit 1,5 Stellen eingestellt hat. Diese betreuen derzeit insgesamt 70 Kinder von Montag bis Donnerstag von Schulschluss bis 16 Uhr. Um wenigstens bei der Hausaufgabenbetreuung kleinere Gruppen zu ermöglichen, setzt die Realschule zusätzlich drei Lehrer mit jeweils einer Stunde ein. Deswegen hat der Freistaat jedoch den Zuschuss für die offene Ganztagsschule von 69.000 auf rund 63.000 Euro im Jahr gekürzt. „Im vergangenen Schuljahr konnte das noch durch Haushaltsreste kompensiert werden“, erklärte Stephan Schwarz vom KJR. Im laufenden Schuljahr werde das unter Beibehaltung des ohnehin schon knappen Personalschlüssels nicht mehr gelingen. Darüber hinaus sei der staatliche Zuschuss bereits im dritten Jahr unverändert und berücksichtige somit nicht die steigenden Personalkosten im öffentlichen Dienst. Die Einrichtung habe sich einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Eine Reduzierung des Personalschlüssels würde die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit in Frage stellen. Auch Schulleiter Bernhard Vidoni bekräftigte die große Nachfrage. Es gebe bereits Wartelisten. Die Lehrer würden natürlich nur dort eingesetzt, wo es um schulische Dinge gehe. Das verringere nicht nur die Schülerzahl pro Gruppe, sondern verbessere auch den Informationsfluss zwischen Schule und Nachmittagsbetreuung. Lehrergehälter sind eigentlich eine staatliche Aufgabe „Das Prinzip ist nicht richtig“, beklagte der Aschheimer Bürgermeister Helmut Englmann (CSU). Die Bezahlung der Lehrer sei staatliche Aufgabe, die Gemeinden seien nur für die Schulgebäude zuständig. Als nächsten Schritt sollten die Kommunen womöglich alle Lehrer bezahlen. Die Kirchheimer Gemeinderätin Ilse Pirzer (SPD) forderte, dass die Staatsregierung die Schulen besser ausstatten müsse. Der Feldkirchner Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) monierte, dass der Staat immer mehr Kosten auf die Kommunen abwälze. „Das ist eine unerträgliche Entwicklung“, betonte er. Der Kirchheimer Bürgermeister Heinz Hilger (VFW) schlug vor, das Problem beim bayerischen Gemeindetag vorzutragen, da auch andere Schulen betroffen seien. Dennoch genehmigten die Verbandsräte einstimmig, das Defizit in Höhe von 6400 Euro zu übernehmen für das laufende Schuljahr. „Es bleibt uns nichts anderes übrig. Sonst sind unsere Kinder benachteiligt“, sagte Englmann. Der Landkreis München beteiligt sich jedoch nicht an den Kosten. Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD) sprach von einem falschen Signal, da dann auch andere Schulen Lehrer für die Nachmittagsbetreuung einsetzen und sich das von den Zweckverbänden zahlen lassen würden. Im übrigen gebe der Landkreis schon viel Geld für die Schulsozialarbeit aus. – FL –

Auch interessant:

Meistgelesen

Keine Traglufthalle für den SVH
München Nordost
Keine Traglufthalle für den SVH
Keine Traglufthalle für den SVH
Sonderpreis für Kirchheimer Filmgruppe
Sonderpreis für Kirchheimer Filmgruppe
Junioren-Sichtungstraining
Junioren-Sichtungstraining
Glasperlen selbstgemacht
Glasperlen selbstgemacht

Kommentare