Gutes Lüften reicht aus

Keine Luftreinigungsgeräte in Kirchheimer Schulen 

Für die Grund- und Mittelschule in Kirchheim werden laut Gemeinderatsbeschluss keine Luftreinigungsgeräte angeschafft.
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Für die Grund- und Mittelschule in Kirchheim werden laut Gemeinderatsbeschluss keine Luftreinigungsgeräte angeschafft.

„Was schützt mehr im Klassenzimmer – Lüften oder Luftreinigungsgeräte?“ Diese Frage stellte Dr. Michaela Harlander (SPD) in der Debatte während der jüngsten Gemeinderatsitzung. Doch eine Antwort gab es fraktionsübergreifend nicht. 

Die hätte aber Marcel Proffert (VFW Vereinigte Freie Wählergemeinschaft) gerne auf seinen Antrag bekommen. Darin fordert er, dass „Klassenzimmer und Gruppenräume in der Gemeinde Kirchheim zur Filterung von Coronaviren mit geeigneten Luftreinigungsgeräten ausgestattet werden“. Zudem möge die Verwaltung entsprechende Lösungen prüfen und Angebote hierfür einzuholen. Weiter möchte Proffert, dass „diese Maßnahmen ebenso für die Schulen des Zweckverbands zur Abstimmung empfohlen und insbesondere auch bei Neuplanungen wie dem Gymnasium in Erwägung gezogen werden“. Seine Begründung: „Im bisherigen Verlauf der Coronavirus-Pandemie hat sich gezeigt, dass ausreichendes Lüften von Räumlichkeiten das Infektionsgeschehen bremsen kann. Daher wäre es wichtig zum Wohle unserer Familiengemeinde nach ähnlich wirksamen Alternativen mit geringeren negativen Auswirkungen für den Alltag von Schülern und Lehrern zu suchen. Auch wenn Luftfilter regelmäßiges Lüften nicht komplett ersetzen können, würden sie nach diversen in den Medien diskutierten Studien zu einer erheblichen Verringerung der Aerosolkonzentration beitragen und damit das Infektionsrisiko senken.“

Verwaltung: Kein Bedarf

Die Verwaltung sieht das jedoch anders: „Die Prüfung ergab, dass die Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten für kein Klassenzimmer der gemeindlichen Grundschulen gefördert werden kann. Alle können durch das Öffnen von Fenster und Türen ausreichend belüftet werden.“ Das würde auch Kosten sparen: Da die Geräte nicht gefördert werden, muss die Gemeinde im Fall einer Beschaffung die gesamten Kosten alleine tragen. Für aktuell 30 permanent genutzte Grundschulklassenzimmer ist mit zirka 100.000 Euro brutto zuzüglich Montagekosten zu rechnen. Deshalb sieht Bürgermeister Maximilian Böltl „keinen Bedarf“ für solch eine Investition, denn „in unseren Bestandsschulen gibt es ausschließlich Fenster mit der Möglichkeit zum Lüften“. Für Ilse Pürzer (SPD) wären Co2-Meßgeräte besser, da diese genauere Daten liefern.

Bei der Abstimmung wurde der Antrag mehrheitlich abgelehnt. Gerhard Fuhrmann

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