Warten auf außergewöhnliche Zuschüsse

Feldkirchen will 35 Millionen Euro Investition stemmen

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Wo einst das Raiffeisen-Lagerhaus das Ortsbild von Feldkirchen prägte, plant die Gemeinde ein ehrgeiziges Großprojekt.

Welche Kommune kann mit einem einzigen Großprojekt in zentraler Lage bezahlbares Wohnen für kinderreiche Familien wie Singles anbieten, Senioren einen altersgerechten und selbstbestimmten Wohnraum zur Verfügung stellen und ebenso Platz für die Kinderbetreuung und das gesellschaftliche Leben schaffen. Feldkirchen kann! – wenn die Zuschussbewilligungen kommen.

Mit dem Kauf des ehemaligen Raiffeisen-Lagerhaus-Geländes wurde zunächst die Basis für das ehrgeizige Projekt geschaffen. Inzwischen sind die Gebäudeanordnungen und -strukturen sowie ihre zukünftige Nutzung auf den Plänen der Architekten fixiert, mit dem Gemeinderat besprochen und nun bei der Regierung von Oberbayern eingereicht, um die derzeit wohl einzigartig hohen Zuschüsse des Freistaates Bayern einzusammeln. Damit wäre nach der ersten Runde mit dem Städtebaulichen Architektenwettbewerb auch die zweite Runde der Planung abgeschlossen.

Läuft alles optimal, so könnten nicht nur für die rund 70 Wohneinheiten, sondern auch die Seniorenräumlichkeiten zunächst bestenfalls nur zehn Prozent Eigenkapital zu zahlen sein. So hoch wie nie zuvor unterstützt der Freistaat Bayern zusammen mit der BayernLabo die bayerischen Gemeinden dabei, selbst preisgünstigen Wohnraum zu schaffen.

Verschiedene Fördertöpfe und die dazu aufgelegten Förderrichtlinien stehen für die Bebauung des Raiffeisen-Lagerhaus-Geländes zur Verfügung. So müssen nicht nur bei den Wohnungen bestimmte Standards für die zukünftigen Nutzer eingehalten werden, sondern es wird auch von den Senioren in deren Bereich ein gewisses Maß an Selbstständigkeit gefordert. Doch nicht nur bei der Regierung von Oberbayern und im Landratsamt ist man damit beschäftigt, die Feldkirchner Pläne zu prüfen, gegebenenfalls Änderungen einzufordern oder die Zuschussbewilligungen auszustellen. Auch Feldkirchens Kämmerer Manuel Wagner darf rechnen und recherchieren, ob und in welcher Höhe die einzelnen Teilprojekte aus kommunalen Finanzmitteln finanzierbar sind, wenn es beim einen oder anderen Gebäudeteil zu Veränderungen der prozentualen Förderquote kommt. Dann sind auch die Feldkirchner Gemeinderäte gefragt, ob ihnen diese oder jene gern erwünschte Einrichtung bei knapper Finanzlage lieb und teuer ist.

Zu alle diesen Herausforderungen werden nicht minder die anstehenden Kommunalwahlen ihren Anteil zur Debatte im Sinne des gut gemeinten Bürgerwohls beitragen. Mit Beginn des Winters dürften dann die heißen Diskussionen im Sitzungssaal beginnen.

ar

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